Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
Bundesliga-Tickets mit Garantie!


ITS | Jahn | Tjaereborg


     
Hotelsuche in 
 

Istanbul, Europas Tor zur islamischen Welt

Deutschland
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Plädoyer für die Bereicherung Europas durch den türkischen EU-Beitritt
Wo beginnt Europa, wo hört es auf? Die Frage beinhaltet mehr Dimensionen, als nur eine geographische Abgrenzung – sie ist eine historische, politische und philosophische Standortbestimmung.
Galerie

Das Europa der (Vor-) Geschichte


Die europäische Geistesgeschichte beginnt literarisch mit dem Raub der schönen Europa durch den griechischen Göttervater Zeus – schon hier das erste Dilemma: Die Dame ist Afrikanerin. Keine Sonntagsrede heute vergeht ohne einen Hinweis auf die abendländische Kultur, die aus zwei Quellen gespeist wird: der griechischen Philosophie mit ihrem adaptierten Erfahrungsschatz der Ägypter und dem Christentum, einer kleinasiatischen Abspaltung des Judentums. Und schließlich: Konstantinopel, wohin Kaiser Konstantin das Zentrum des Römischen Imperiums verlegte, das Christentum zur Staatsreligion erhob und Kaiser Justinian mit der Hagia Sophia den salomonischen Tempel übertreffen wollte – die größte Stadt der Türkei ist eine zutiefst europäische Metropole. Die drei Beispiele zeigen: Die europäische Idee ist keine räumliche Größe, Impulse auch der jüdischen und arabischen Welt haben Europa geprägt.


Das Europa der Aufklärung

Mustafa Kemal Atatürk gilt als der Begründer der modernen Türkei.
Mit der Rückbesinnung auf die antike Kultur in der Renaissance und der Entwicklung des Humanismus begann ein Prozess der Trennung von Staat und Religion, der Aufklärung und Moderne möglich machte. Diese originär europäische Leistung führte zum Aufstieg europäischer Staaten zu wissenschaftlich-technologischen Großmächten – eine Stellung, die sie als Kolonialmächte weltweit missbrauchten. Die industrielle Revolution mündete schließlich in die Teilung der Welt in ein kapitalistisches und ein staatsmonopolistisches Lager und nach deren Überwindung in die Globalisierung, für deren politische Steuerung sich bislang die supranationalen Strukturen als unzureichend erwiesen haben. Kemal Atatürk hat mit seinen Reformen die Türkei an das Europa der Aufklärung herangeführt. Heute sollten wir mit einer gesunden Skepsis gegenüber blindem Fortschrittsglauben nicht nur fragen: Was kann die Türkei noch von Europa übernehmen, sondern auch: Was kann Europa von der reichen Kultur der Türkei lernen?

Das Europa des Machbaren

Ein Ergebnis des nationalistischen Wütens des 20. Jahrhunderts ist die Europäische Union. Bei allen Defiziten hat sie den zuvor zutiefst zerstrittenen Kontinent durch die Verzahnung wirtschaftlicher Interessen und politischer Institutionen zu einem Hort der Stabilität wachsen lassen. Aus dieser Position der Stärke, aus der Verantwortung mit bis heute verheerenden Folgen und im Sinne wohlverstandener Eigeninteressen als Teil der Weltgemeinschaft steht die Europäische Union in der Pflicht, sein wirtschaftliches Gewicht in weltinnenpolitischen Gestaltungswillen umzumünzen.

Die Politik der Europäischen Union ist ein zähes Ringen um kleine Fortschritte, die dann aber auch alle mittragen können. Die EU hat bis heute zwei Paradigmenwechsel vollzogen: Die Reintegration der ehemals faschistischen Staaten in die Völkergemeinschaft und die Überwindung des Ost-West Konflikts. Heute steht die dritte Herkulesaufgabe bevor: die Versöhnung der christlich-abendländischen mit der östlich-muslimischen Welt.

Das Europa der Brücken
Seit Jahren verhandelt die Türkei mit der EU über eine Mitgliedschaft.
Nach der Überwindung des Kalten Krieges steht die Welt vor neuen Herausforderungen. Russland scheint gewillt zu sein, in Teilen das Erbe des Sowjetimperiums als Hegemonialmacht über seine ehemaligen Republiken anzutreten. Die bevölkerungsreichsten Staaten der Welt, China und Indien, konkurrieren um die Position der beherrschenden wirtschaftlichen und militärischen Atommacht Südostasiens. Und der von Fundamentalisten auf beiden Seiten ausgerufene Krieg der Kulturen zwischen der westlichen und der islamischen Welt dient als Rechtfertigung kriegerischer Auseinandersetzung in Afghanistan und im Irak. Europa hat in diesem Szenario bislang seine Rolle nicht gefunden – eine Europäische Union, die außenpolitisch mit einer Stimme spricht, hätte alle Chancen, Brücken zu bauen. Mit dem EU-Beitrittskandidaten Türkei hat Europa das Modell eines demokratischen Staates islamischer Prägung als Trumpf im Ärmel.

Dieser Artikel ist Teil der Tour "Tour Metropolis"
Touren
 

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Berlin (dpa) - Wer andere beim Kennenlernen nachahmt, macht sich beliebt - zumindest innerhalb des eigenen Geschlechts. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Freien Universität Berlin und der Uni Leipzig. Demnach gibt
Göteborg (dpa) - Ein Mann ist in der Domkirche im schwedischen Göteborg in Brand geraten. Er sei dabei schwer verletzt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Ob er sich absichtlich anzündete oder es sich um einen Unfall handelte, war
Birmingham (dpa) - Ein 46-Jähriger hat am Sonntag auf einen Mann in einer britischen Kirche eingestochen und ist festgenommen worden. Täter und Opfer kennen sich, wie die Polizei in Birmingham mitteilte. Es habe sich um eine gezielte Tat
Repression, Exil oder eine Festnahme schüchtern die russische Aktivistin Ljudmila Alexejewa nicht ein. Als Grande Dame der Menschenrechte scheut sie auch nicht die Kritik an der Staatsführung. Und sie ist sicher: Die Jugend-Proteste werden ihre
Berlin (dpa) - Baustellen bei der Bahn sollen die Fahrpläne künftig weniger durcheinander bringen. Dazu hat im Konzern ein neues «Lagezentrum Bau» die Arbeit aufgenommen, wie Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla in Berlin sagte. «Es hat die
Gütersloh (dpa) - Patienten mit Rückenschmerzen kommen immer häufiger auf den OP-Tisch. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung, die auf Zahlen des Statistischen Bundesamts und eigenen Berechnungen beruht. 2015
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Hannover (dpa) - Sportchef Horst Heldt hat Trainer André Breitenreiter zum Abschluss des Jahres überschwänglich für dessen Arbeit bei Hannover 96 gelobt. «Das Trainerteam hat auf einem ganz hohen Niveau gezaubert. Das war wirklich eine
Köln (dpa) - Der abgeschlagene Tabellenletzte 1. FC Köln muss auch im letzten Hinrundenspiel der Fußball-Bundesliga auf Angreifer Sehrou Guirassy verzichten. Der 21 Jahre alte Franzose, mit vier Treffern erfolgreichster Kölner Liga-Torschütze,
Frankfurt/Main (dpa) - Nach der Pleite des Ferienfliegers Niki haben die übrigen Airlines keinen genauen Überblick, wie viele der gestrandeten Passagiere sie bereits zurückgebracht haben. Insbesondere die Selbstbucher würden jetzt ganz normal
München (dpa) - Bayern-Trainer Jupp Heynckes hat erstaunt auf Meldungen reagiert, wonach der an Swansea City ausgeliehene portugiesische Fußball-Europameister Renato Sanches schon im Winter vorzeitig nach München zurückkehren soll. Das
Stuttgart (dpa) - Der VfB Stuttgart muss beim Hinrundenabschluss in der Fußball-Bundesliga gegen den FC Bayern München möglicherweise auch auf seinen besten Torschützen Chadrac Akolo verzichten. Der Kongolese habe nach seiner Rippenprellung
Nürnberg (dpa) - Die drohende Kampfabstimmung um die fünf Stellvertreterposten in der CSU scheint in letzter Sekunde abgewendet. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat in einer Vorstandssitzung vor dem Parteitag in Nürnberg seine
Ecken
LÄNDER
STÄDTE
EUROPA-TOUREN

Agenda - The Week Ahea ...
Background - FAQ on ke ...

The Daily Vertical: Wh ...
Moderate Imam Fights R ...

VfB Stuttgart gegen di ...
Bundesagrarminister Sc ...

Wer nachahmt, macht si ...
Schweiz des Balkans ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

banner

banner

banner

banner

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum