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Irkutsk

Russland, Irkutsk
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"Irkutsk" () ist die Hauptstadt der russischen Oblast Irkutsk am einzigen Abfluss des Baikalsees, der Angara. Sie ist eine Universitätsstadt mit rund 575.900 Einwohnern (Stand: 2007) und liegt an der Transsibirischen Eisenbahn.

Geographie
Irkutsk liegt etwa 70 km entfernt vom südwestlichen Ende des Baikalsees. Östlich der Stadt erstrecken sich südwestliche Ausläufer des Baikalgebirges und südwestlich erheben sich Ausläufer des Ostsajans. Am Südostrand der Stadt wird die Angara zum Irkutsker Stausee aufgestaut, unterhalb seines Staudamms – aber noch im Irkutsker Stadtgebiet – mündet der von Südwesten kommende Irkut ein.

In Irkutsk herrscht hochkontinentales Klima mit starken Tages- und Jahresschwankungen. Charakteristisch für Irkutsk sind sehr kalte Winter und warme Sommermonate.


Datei:Karte_baikal2.png|Karte des Baikalgebietes
Datei:Klimadiagramm-Irkutsk-Russland-metrisch-deutsch.png|Klimadiagramm von Irkutsk
Datei:Irkutsk ISS011-E-9913.jpg|Satellitenaufnahme von Irkutsk


Geschichte
Irkutsk 1735
Irkutsk entstand aus einem Kosakenfort (Ostrog), das 1661 von dem Kosakenführer Jakov Pochabov am Ufer des Flusses Angara angelegt wurde. 1686 bekam Irkutsk das Stadtrecht. Erst gegen 1760 wurde der Sibirische Trakt, die erste Straßenverbindung zwischen Moskau und Irkutsk fertiggestellt, und die Stadt entwickelte sich zum Dreh- und Angelpunkt für den Handel mit den Schätzen Sibiriens und den Importen aus dem Kaiserreich China: Pelze, Diamanten, Gold, Seide, Tee, Holz. Mit dem Handelsaufschwung entwickelte sich die Stadt auch zu einem bemerkenswerten Zentrum für Wissenschaft und Kultur – nicht zuletzt dank der großen Zahl von politischen Verbannten. Die Stadt war Ausgangspunkt der ersten beiden Expeditionen von Vitus Bering 1728.

Im Dezember 1825 revoltierte eine große Gruppe russischer Adliger gegen Zar Nikolaus I.. Die Revolte wurde niedergeschlagen und die so genannten Dekabristen wurden nach Sibirien verbannt und siedelten sich großteils mit ihren Familien in Irkutsk an.
Die Dekabristen hatten einen immensen Einfluss auf die kulturelle Entwicklung und das Selbstverständnis der Stadt und sind auch heute noch im allgemeinen Bewusstsein sehr präsent.

Im Jahr 1879 zerstörte ein Brand drei Viertel von Irkutsk, 4000 Häuser. Danach entstanden dort erste Ziegel- und Steinbauten, ein Theater (1894–97 erbaut), ein Bahnhof (16. August 1898 erster Zug); auch der Anschluss an die Elektrizitätsversorgung (1896 elektrische Straßenlaternen) und das Telefonnetz folgte. Die Straßen waren zu der Zeit noch ungepflastert und das Abwasser floss in offenen Gräben dahin. Trotzdem war die Stadt um 1900 das „Paris Sibiriens“.

Mit dem Kommunismus wurde die Erschließung und Industrialisierung Sibiriens verstärkt vorangetrieben. Bei Irkutsk wurde der Irkutsker Stausee für den Betrieb eines Wasserkraftwerks (1950 bis 1959 erbaut) angelegt, beides Bestandteile der planmäßigen Erschließung der Angara-Jenissei-Region.

Ihre Bedeutung für Kultur und Wissenschaft in der Region büßte die Stadt etwas ein und heute ist sie vor allem Verwaltungszentrum der Region.

Kultur
Kirche zu Christi Erscheinen in Irkutsk
Kirche der Gottesmutter von Kasan

Sehenswürdigkeiten
Das Irkutsker "Kloster zu Maria Erscheinung" wurde 1683 gegründet. Innerhalb der Kircheneinfriedung wurden solche Persönlichkeiten wie die Dekabristen Pjotr Muchanow, Nikolai Panow, Wladimir Bestschasnow bestattet. Neben dem Grab von Bestschasnow befindet sich das Grabmal von Jekaterina Trubezkaja mit ihren 3 Söhnen – Fürstin und Gattin eines der Begründer und Leiter des geheimen Nordbundes der Dekabristen Sergej Trubezkoi. Sie war die erste Ehefrau, die auf eigenen Wunsch ihrem zur Zwangsarbeit verurteilten Mann nach Sibirien folgte. Hier liegt auch das Grab von Gregori Schelechow, einem der Begründer der Russisch-Amerikanischen Handelsgesellschaft. Er war Kaufmann, Reisender, Forscher und Seefahrer, der Alaska und Kalifornien erreichte,

Die "Erlöser-Kirche" von 1723 ist das alteste Baudenkmal in der Kirchenarchitektur von Irkutsk. Die Kathedrale zu Christi Erscheinen wurde 1723 gebaut. Die Polnische Katholische Kathedrale beherbergt einen Orgelsaal. Sie steht an der Stelle, wo der "Irkutsker Ostrog" gegründet wurde. Die Gedenkstätte zu Ehren des Sieges des Sowjetvolkes im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945 befindet sich ebenfalls hier.

Das "Heimatmuseum" wurde im Jahre 1782 gegründet. Die Seitenfassade ist im mauretanischen Stil erbaut. Die Kuppel diente als erstes sibirisches Observatorium. Das Museum verfügt über mehr als 350.000 Exponate. Die Sammlung ist dem Leben in Sibirien gewidmet. Im Museumfundus befinden sich Waffen und Werkzeuge des Urmenschen, eine große Mineraliensammlung, einmalige Herbarien, Tier- und Vogelbälge, alte handgeschriebene Bücher, Berichte geographischer und geologischer Expeditionen, Kleidungsstücke aus vergangenen Jahrhunderten sowie Erzeugnisse des Kunsthandwerks.

Etwas außerhalb von Irkutsk auf halbem Weg zum Weltnaturerbegebiet Baikalsee befindet sich das große Freilichtmuseum Talzy.

Das "Kunstmuseum" wurde 1870 ursprünglich als eine Privatsammlung gegründet. Es bietet etwa 14.000 Kunstwerke: Gemälde, Skulpturen, Mosaike. Ikonen der Nowgoroder und Sibirischen Schulen aus dem 16.–17. Jh. Daneben Werke der russischen Kunst und auch über Gemälde westeuropäischer Maler des 16. bis 19. Jahrhunderts.

Irkutsk beherbergt ein allgemein anerkanntes "Dekabristenmuseum" im ehemalige Haus eines der Führer der Dekabristen Sergej Trubezkoi. Die Häuser, in denen die Familien der Adelsrevolutionäre Sergej Trubezkoi und Sergej Wolkonski gewohnt haben, sind heute ebenfalls als Gedenkstätten gestaltet. Die Exposition enthält Gebrauchsgegenstände, die den Dekabristen gehörten und daneben auch restaurierte Möbel und Musikinstrumente, die typisch für jene Zeit waren.

Wirtschaft
Amur-Straße (ul. Amurskaja) in Irkutsk
In Irkutsk wird das Baikaler Wirtschaftsforum abgehalten. Auf dem Wirtschaftsforum werden Fragen der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der russischen Regionen in Sibirien und im Fernen Osten diskutiert. Putin stoppte auf ein Gutachten der Russischen Akademie der Wissenschaften aus Irkutsk die erste Route der Firma Transneft und kündigt an, dass die Pipeline mindestens 40 km vom Baikalsee entfernt gebaut wird. Die neue Route der geplanten Ölpipeline von Ostsibirien zum Pazifik bietet die Möglichkeit, mehr Erdöl durch die Leitung zu pumpen. Diese Meinung vertrat Alexej Warlamow, stellvertretender russischer Minister für Naturressourcen, auf dem Wirtschaftsforum am Baikal. Da die neue Route über öl- und gasfündige Gebiete im Norden und im Osten Russlands verläuft, sei mit zusätzlichen Öl- und Gasmengen zu rechnen, erläuterte er. Die erste Bauroute musste aus Umweltschutzgründen weiter vom Baikalsee weg verlegt werden. Der erste Strang der Ölleitung soll zwischen Taischet und Skoworodino gebaut werden. Ihre Durchlasskapazität ist mit 30 Millionen Tonnen im Jahr geplant. Parallel soll ein Ölterminal in der russischen Pazifik-Region Primorje entstehen. In der zweiten Etappe soll ein Strang von Skoworodino nach Kosmino mit einer Durchlasskapazität von 50 Millionen Tonnen verlegt werden, wobei die Durchlassleistung der Taischet-Skoworodino-Pipeline auf 80 Millionen Tonnen steigen soll.

In Irkutsk gibt es Industriebetriebe für Eisenhütten-, Schwermaschinen-, Flugzeug-, Schiff- und Kraftfahrzeugbau, Nahrungsmittel-, Leder-, Holz-, chemische und Baustoffindustrie, ein Aluminiumwerk und eine Erdölraffinerie sowie Wasserkraftwerke an der Angara und Wärmekraftwerke.

Verkehr
Bahnhof Irkutsk

Irkutsk bildet einen Verkehrsknotenpunkt.
Im Sommer 1898 erreichte die Transsibirische Eisenbahn Irkutsk. Reisende und Waggons mussten aber am Baikalsee auf die beiden in Großbritannien gebauten Fähren „Baikal“ und „Angara“ umgeladen werden. Im harten Winter 1904 verlegten die Eisenbahner sogar Schienen auf dem gefrorenen See, damit man bis Wladiwostok fahren konnte. Im Herbst 1905 konnte dann die Baikal-Strecke offiziell dem Verkehr übergeben werden womit eine durchgehende Zugsverbindung zwischen dem europäischen Teil des Zarenreiches und Wladiwostok an der Pazifikküste bestand.
1902 wurde mit dem Bau einer Eisenbahnlinie um den Baikalsee begonnen. Mit 38 Tunneln, 248 Brücken und Viadukten wurde die gut 260 Kilometer lange Baikalstrecke zum technisch anspruchsvollsten und mit Abstand teuersten Teilstück der Transsibirischen Eisenbahn.
Die Baikal-Eisenbahn überstand den russischen Bürgerkrieg, doch Ende der 50er Jahre versank die alte Strecke von Irkutsk nach Port Baikal in der von einem Wasserkraftwerk aufgestauten Angara. Eine neue Trasse musste durch die Berge ans Südende des Baikalsees verlegt werden.

Vom Flughafen Irkutsk gehen Direktflüge u. a. nach Moskau, Nowosibirsk und Jakutsk. Am 9. Juli 2006 ereignete sich das schwerste Unglück in der Geschichte des Flughafens. Ein Airbus A310 der russischen Fluggesellschaft S7 Airlines kam beim Landeanflug von der Start- und Landebahn ab, durchschlug eine Betonmauer und brannte in einem anliegenden Garagenkomplex vollständig aus. 127 der 201 Passagiere kamen ums Leben. Da dies nicht der erste schwere Flugunfall auf dem Irkutsker Flughafen war, reagierten die Behörden. Wurde anfangs lediglich ein Umbau des bestehenden Airports diskutiert – die Start- und Landebahn sollte um 400 Meter verlängert, der Garagenkomplex abgerissen werden – will das Verkehrsministerium nun zusätzlich einen neuen Flughafen in der Nähe der ostsibirischen Großstadt errichten. Allein die Baukosten werden auf bis zu 1,5 Mrd. USD (1,2 Mrd. Euro) geschätzt. Hinzu kommen noch etwa 250 Mio. USD (200 Mio. Euro) für den Aufbau der Infrastruktur. Während das Verkehrsministerium die Kosten für das Aerodrom (Roll- und Landebahnen, Signalanlagen) selbst übernimmt, sollen die Gebietsverwaltung und mögliche Privatinvestoren den Bau von Terminal und Infrastruktur finanzieren. Der neue Airport wird etwa auf halber Strecke zwischen Irkutsk und Angarsk liegen. Der Flughafen soll zu einem Drehkreuz in der Region ausgebaut werden. Der Baubeginn ist für 2008 geplant, 2010 soll der Flughafen seinen Betrieb aufnehmen.

Der ÖPNV der Stadt wird unter anderem durch die Straßenbahn Irkutsk durchgeführt.

Bildung
* Staatliche Technische Universität Irkutsk
* Internationale Baikal-Städtebau-Universität
* Staatliche Universität Irkutsk
* Staatliche Medizinische Universität Irkutsk
* Staatliche Pädagogische Universität Irkutsk


Söhne und Töchter der Stadt

*Alexander Botscharow, russischer Radrennfahrer
*Valéry Inkijinoff, russischer, international tätiger Schauspieler
*Nikolai Iljitsch Kamow, russischer Hubschrauberkonstrukteur
*Dmitri Jurjewitsch Kondratjew, Kosmonaut
*Michail Leontjewitsch Mil, russischer Hubschrauberkonstrukteur
*Wladimir Ananjewitsch Peskin, Komponist
*Iwan Iwanowitsch Petrow (geboren als "Hans Krause"), Opernsänger
*Boris Walentinowitsch Wolynow, ehemaliger sowjetischer Kosmonaut


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