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Im Zeichen des Mammons

Österreich, Salzburg
17.08.2011
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
«Mammon»-Darsteller Weis: Mammon macht Menschen unglücklich
Auf ihn setzt der reiche Lebemann angesichts seines Todes. Doch wenn es ums Ganze geht, lässt Mammon den Menschen im Stich: Im Mysterienspiel «Jedermann» stellt Hugo von Hofmannsthal auch das Verhältnis des Menschen zum Geld zur Debatte.
Galerie
Salzburg (dpa) - Die Nachrichtenagentur dpa hat den Darsteller des Mammon, Sascha Oskar Weis, am Rande der Salzburger Festspiele getroffen und mit ihm über Geld gesprochen.
Höhepunkt der Salzburger Festspiele 2011: „Jedermann“.

Herr Weis, Sie sind der Mammon. Machen Sie die Menschen glücklich oder unglücklich?

Weis: «Mammon macht die Menschen unglücklich. In jedem Fall zu viel davon. Es ist alles eine Frage des Maßes. Natürlich ist es angenehm, ein Gefühl von Sicherheit zu haben. Aber ich meine dieses Übermaß an Habenwollen und Gier, das in der Welt regiert. Das heißt nichts anderes als sich behaupten, über andere bestimmen wollen: "Ich krall mir deine Seele", dafür steht der Mammon. Das führt uns weg vom Miteinander-Leben, von der Muße, und das macht unglücklich.»

Wie fühlt sich Mammon dabei?

Weis: «Gleichgültig. Amüsiert. Mammon weiß um seine Machtposition. Im Stück auf alle Fälle ist das so. Er ist der eigentliche Gegenspieler des Jedermann - nicht der Tod. Der macht nur seinen Job. Der Mammon ist die Sau. Der sucht die Schwachstellen im Menschen.»

Hat er die Macht, die Gesellschaft zu verändern?

Weis: «Das tut er permanent. Wenn man sich ansieht, wer wirklich die Fäden zieht - man glaubt ja, Präsidenten, die Obamas, bestimmen die Politik. Aber dem ist ja nicht so. Dahinter stehen Lobbyisten. Auch, was unser eigenes Leben betrifft: Wir Menschen lassen uns doch kaufen. Wenn wir alle plötzlich braune Klamotten tragen wollen oder bestimmte Dinge unbedingt haben müssen, da hat er seine Hände im Spiel.»
Gelungene "Jedermann"-Premiere: Nicholas Ofczarek und Ben Becker.

Was treibt ihn an?

Weis: «Er selbst. Mammon ist aggressiv. Er braucht gar nichts, das ihn antreibt. Er ist machthungrig, aber er weiß auch, dass die Menschen von allein zu ihm kommen. Er ist da ganz gelassen.»

Will er geliebt werden?

Weis: «Das ist ihm egal, denn das passiert sowieso. Deshalb gefällt es mir auch, dass er in unserer Inszenierung durchs Publikum abgeht, wenn er sich von Jedermann verabschiedet: "Mir gefällt es hier, ich bleibe da".»

 

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