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Im Land von Pulli und Pony

Island
Von Norbert Eimer   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
In Island ist alles aktiv: die Insel, die Natur, die Tiere und ganz natürlich die Menschen
In Island gibt es ein Sprichwort: “Ein Mensch ohne Bücher ist blind”. Seine Nase in Island allerdings nur in Bücher zu stecken, wäre fatal. Island – das Land, in dem 10.000 Wasserfälle in die Tiefe stürzen und wo Gletscher und Vulkane des Betrachters Atem rauben. Es muss einen Grund geben, warum die Isländer so alt werden, wie kaum ein anderes Volk auf dieser Erde. Es ist ganz einfach: Wer einmal in Island war, möchte nie wieder weg.
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Die Augen wollen sich nicht beruhigen. Der Vatnajökull liegt majestätisch vor einem. 1.000 Meter dick ist die Eiskappe dieses Gletschers. Der Vatnajökull wartet mit Europas größtem Eisvolumen auf: über 8.000 Quadratkilometer groß ist der Gletscher. Die Augen wollen sich nicht beruhigen. Wilde Fjorde, malerische Küsten, Klippen mit Millionen von Seevögeln wie dem Papageitaucher tummeln sich – dampfende Thermalfelder, bizarre Lavaformationen mit trollartigen Gesichtern, spielende Wale im reinen Wasser. Nein. Die Augen dürfen sich nicht beruhigen.
Gewaltig wie das ganze Land: Eine von Dutzenden heißen Quellen von Island.
Es gilt, mit einem Vorurteil über Island aufzuräumen: In Island ist es bitterkalt! Dank des Golfstroms herrscht ein angenehmes Klima. Der Winter ist mit Tagestemperaturen zwischen null und drei Grad vergleichsweise mild, der Sommer tagsüber zwischen 12 und 15 Grad angenehm warm. Island bietet mit faszinierenden Naturschauspielen mehr als alle anderen Länder: Nordlichter überziehen den Winterhimmel an klaren Tagen. Überhaupt hat man in Island das Gefühl, dieses Stück Erde ist noch immer nicht fertig, befindet sich in einem stetigen Wandel, erfindet sich immer wieder neu. Die Landschaft verändert sich, beeindruckend zum Beispiel die Felsformationen im Süden der Insel. Sah es gestern an der gleichen Stelle nicht noch ganz anders aus?

Island, das ist die Insel für Abenteurer. Auf eigene Faust dieses Land im Nordatlantik erkunden, bedeutet intensives Einatmen von grenzenloser Freiheit und unberührter Natur. Tag für Tag, Stunde für Stunde. Allenorts ist diese angenehme Einsamkeit zu spüren. Weite. Das Hochland ist frei von Zivilisation und unbewohnt. Soviel unbändige Natur erfordert Sicherheitsdenken – vor allem von Touristen. In der Nähe von Wasserfällen, Flüssen und heißen Quellen ist hohe Vorsicht geboten. Sichere Distanz halten ist oberstes Gebot. Wer zu einer Berg-, Hochland- und Gletscherwanderung aufbricht, sollte jemanden über seine Pläne informieren: Route und Zeitplan abstimmen, damit im Ernstfall Hilfe organisiert werden kann.

Touristen und Reisende des 21. Jahrhunderts haben eines mit den Wikingern, die im 9. Jahrhundert nach Island kamen, gemeinsam: man will sich frei fühlen! Frei fühlen, das kann man sich beispielsweise entlang der 1.340 Kilometer langen Ringstraße, die die ganze Schönheit Islands ausbreitet: ruhige Landesteile mit Fjorden und Halbinseln. Übernachten im Zelt – umgeben von gewaltiger Naturkulisse. Gastfreundschaft erleben auf Bauernhöfen. Die Isländer sind bekannt für ihre offene und herzliche Art.

Und immer wieder kreuzen sie den Weg: die weltberühmten Islandpferde. Neben dem Strickpulli mit den berühmten Mustern darauf, sind die kurzen Vierbeiner das isländische Wahrzeichen schlechthin. Einst brachten die Wikinger diese Pferde mit auf die Insel, im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Islandpferde perfekt an ihre Umgebung angepasst. Kein Boden ist zu rauh, kein Hang zu steil – Islandpferde transportieren Reiter und Gepäck sicher und zuverlässig. Dabei sind es seine fünf Gangarten, die das Islandpferd so außergewöhnlich machen: Schritt, Trab, Galopp und dazu der rasante Rennpass sowie Viertakt-Gang Tölt. Die idealen Familienpferde finden sich inzwischen bei Züchtern auf der ganzen Welt. Ein echter Exportschlager made in Island.
Alles was der Nordatlantik hergibt: Frischer könnte die Meeresküche nicht sein.
Hunger? Durst? Prima! Die Isländer verstehen es zu genießen. Denn herrliche Natur ist das eine, urbanes Lebensgefühl das andere. Und dieses ist natürlich nicht verbannt in Island. Bestes Beispiel ist die Hauptstadt Reykjavík. Hier zeigt sich die Lebenslust auf vielfältige Art und Weise. Kaffee ist das Nationalgetränk der Isländer. Entsprechend vielfältig und blühend ist die Cafészene auf der Insel. Leckere Torten und Kuchen, herzhafte Snacks, dazu eine kleina (isländisches Schmalzgebäck) – und die Welt auf Island ist in Ordnung. Wie das Land, so sind auch die Isländer selbst praktisch veranlagt. Nicht selten verbinden die Einheimischen Kaffeegenuss mit dem Blättern in Magazinen und Zeitungen in Geschäften, denen oft ein Café angeschlossen ist. Was in manchen Ländern verboten oder nicht gern gesehen würde, hier hat es Tradition und ist gewünscht. Auch wenn man die geblätterte Zeitung nicht kauft, wird es dem Verkäufer keinen grimmigen Blick abverlangen.
So lässt es sich aushalten: gemeinschaftliches Baden im See.
Restaurants in Island genießen einen hervorragenden Ruf. Zurecht. Ein Mal mehr ist es die Hauptstadt Reykjavík, die eine erstklassige kulinarische Szene mit herzhaften Leckerbissen bietet. Alles, was das Meer hergibt wird kredenzt: Walfleisch, Salzfisch, Schalentiere. Gaumen in Höchstform sind garantiert beim Räucherlamm vom Mývatn, Kea skyr aus Akureyri, Trockenfisch der Westfjorde, sowie die Delikatessvögel Papageitaucher von den Westmännder-Inseln. Internationale Speisen haben ebenso Einzug auf der Insel im Nordatlantik gehalten: Pizza gibts natürlich ebenso wie Fast Food – Bill Clinton genoss hier schon eine isländische pylsa am Würstchenstand, ebenso zu empfehlen der Tomma Hamburger oder einfache Pizzaschnitten auf der Hand. Als Abschluss: isländische Schokolade! Kühles Schlemmerherz, was willst du mehr?

Island – ein Land fernab von langweiligem Alltag und Gewöhnlichem. Wer hier ist, schickt voller Stolz eine Postkarte in den Rest der Welt! Hier gewinnen die Floskeln auf der Ansichtskarte neue Bedeutung und neue Wahrheit: “Ich bin in Island. Alles super. Du müsstest hier sein ...”
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