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Im Dreivierteltakt

Österreich, Wien
30.12.2010
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Ein Land im Walzerwahn: Österreich tanzt ins neue Jahr
In Österreich werden zu Silvester die Sektgläser schnell wieder weggestellt, auch für die Böller bleibt kaum Zeit: Wichtigster Brauch ist der Neujahrswalzer. Zu «An der schönen blauen Donau» von Johann Strauss wird um Mitternacht ein Land zum Ballsaal.
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Für die Österreicher beginnt das neue Jahr mit einer Halbdrehung in die gute alte Zeit. «Darf ich bitten?», heißt es förmlich um Punkt Mitternacht und ein Land wiegt sich zum Strauss`schen Donauwalzer. Woher genau diese Silvestertradition kommt, weiß keiner so genau. Klar ist aber, dass vor allem in der Hauptstadt Wien der Neujahrswalzer deutlich wichtiger ist als Sekttrinken und Bleigießen.
Der Neujahrswalzer - Brauch in Österreich.

«Tanzen ist etwas, was man tut, wenn man sich freut - ein Ausdruck tiefen menschlichen Empfindens», erklärt der österreichische Benimmpapst und Tanzschul-Chef Thomas Schäfer-Elmayer den Neujahrsbrauch. Seine Tanzschule verzeichne jedes Jahr zwischen den Jahren einen Ansturm von Walzerwütigen, die den Tanz lernen oder ihre Kenntnisse vor dem großen Abend auffrischen wollen: «Wir haben nonstop Nachfragen und unterrichten momentan von 9 Uhr früh bis 22 Uhr abends Wiener Walzer.» Inzwischen kämen auch viele Touristen, die vom Brauch gehört haben und in der Neujahrsnacht mitdrehen wollen.

12 Glockenschläge der «Pummerin» im Wiener Stephansdom, dann erklingen leise die ersten Streicher und Hörner von «An der schönen blauen Donau», der heimlichen Hymne Österreichs. Der ORF sendet Glocken und Donauwalzer im Radio wie Fernsehen auf allen Kanälen. Menschen tanzen im Wohnzimmer, zwischen Böllern auf der Straße und selbst in den hippsten Discos ändert sich der Takt. Sie sei einmal zu Mitternacht mit der Schnellbahn gefahren, da habe der Fahrer den Donauwalzer über den Lautsprecher erklingen lassen, erinnert sich eine junge Wienerin.

«Bei uns wird das auf jeden Fall gespielt - ohne dass ich das den DJs extra sage», sagt der Betriebsleiter der Wiener Großraumdisco «Praterdome», Thomas Züchner. Er erwartet etwa 3000 junge Leute zu seiner Silvesterparty, die sicher um Zwölf alle Donauwalzer tanzen werden: «Wir sind in Wien.» In Österreich sei man eben sehr traditionsverbunden, sagt Schäfer-Elmayer: «Während man in Deutschland seiner Geschichte eher distanziert gegenüber steht, sehnt man sich hier oft in die "gute alte Zeit" vor dem Zweiten Weltkrieg zurück.»

Das Herz flattert: die junge Dame vor dem Tanz.
Ab wann der 1867 erstmals gespielte Donauwalzer genau zu einem Silvesterbrauch geworden ist, weiß keiner so genau. Selbst der Chef des Wiener Instituts für Strauss-Forschung, Norbert Rubey, ist ratlos: «Der Donauwalzer war von seiner Uraufführung weg sehr beliebt, bekannt und berühmt.» Ältere Wiener erinnern sich, zumindest ab den 1950er Jahren das neue Jahr mit einem «Eins-Zwei-Drei» begrüßt zu haben. Bei den Wiener Philharmonikern ist das beschwingte Stück seit 1939 fester Bestandteil des Neujahrskonzerts, der ORF sendet es mindestens seit Mitte der 1960er Jahre in der Silvesternacht.

Auch das Jahr 2011 wird in Österreich wieder mit Klängen aus der Kaiserzeit begrüßt werden. Und damit diesmal wirklich niemand aus dem Takt kommt, bietet die Stadt Wien am Nachmittag des 31. auf dem Stephansplatz einen öffentlichen und kostenlosen Last-Minute- Walzerkurs an.

Der Walzer vom Johann Strauss «An der schönen blauen Donau»:


Quelle: Youtube.com



 

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