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Horgen

Schweiz, Horgen
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"Horgen" ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Zürich in der Schweiz.

Sie liegt am linken, westlichen Ufer des Zürichsees und ist etwa 18 km von der Kantonshauptstadt Zürich entfernt. Horgen zählt zur Agglomeration Zürich. Die Einwohner nennen sich "Horgner". Zu Horgen gehören der Horgenberg, die Sihlbrugg Station und der Sihlwald.

Wappen
60px
Horgner Wappen (Zürcher Chronik 1485–86) von Gerold Edlibach

Blasonierung
: "In Rot ein stehender silberner, goldbewehrter Schwan"

In der Chronik von Gerold Edlibach aus dem Jahr 1486 findet sich die älteste Darstellung des Wappens, ein silberner Schwan auf rotem Grund. Seit der 1000 Jahr Feier 1952 verwendet die Gemeinde eine grafisch einfacher gestaltete, moderne Zeichnung des Schwans "Gemeinde Horgen (Hrsg.)": Horgner Jahrheft 1994. Horgner Dorffest, Die Tausendjahrfeier 1952, Horgen 1994, S. 4, entworfen vom einheimischen Grafiker Josef Wieser.

Geographie
Horgen liegt im Südwesten des Kantons Zürich und ist mit 21.07 km2 die grösste Gemeinde im Bezirk. Die Landschaft wird bestimmt durch den Abhang des Zimmerbergs, einer Seitenmoräne, welche der Linthgletscher bei seinem Vorstoss nach der letzten Eiszeit geformt hat und dem Albis Höhenzug. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom linken Seeufer über das Sihltal hinweg bis zum Albisgrat. Der grösste Anteil von Horgen ist von Wald bedeckt und umfasst 50.0 % des Gemeindegebietes. Weitere 27.8 % werden landwirtschaftlich genutzt, ist 12.5 % Siedlung, 7.9 % Verkehr, 1.9% unproduktive Fläche und 1.6 % ist Gewässeranteil.

Gewässer
Bestimmender Wasserlauf im Gemeindegebiet von Horgen ist die Sihl, die am Drusberg im Kanton Schwyz entspringt, in Zürich die Limmat mündet und die Gemeinde auf etwa 6 km Länge durchquert. Der Dorfbach und Bäche wie der Tannenbach, Aabach, Meilibach fliessen zum Zürichsee; einige kleinere sind teilweise eingedolt. Auf dem Gemeindegebiet von Horgen liegt der Bergweiher mit einer Fläche von 4.2 ha. Die Länge des Seeanstosses an den Zürichsee beträgt ungefähr 4 km.

Ortsteile
Dorf
Das Dorfstatistik.zh.ch:", Zugriff am 7. April 2009 ist das Zentrum () von Horgen. In ihm finden sich auf kleinem Raum die gesamte Verwaltung von Gemeinde und Bezirk, sowie die Schauplätze des kulturellen und sozialen Lebens, die wichtigsten Einkaufsmöglichkeiten und den Verkehrsknotenpunkt Bahnhof See. Die vorherrschende Architektur ist modern städtisch. Ausser einigen schönen alten Gebäuden und Gassen ist kein einheitlicher alter Kern erhalten.

Arn
Arnstatistik.zh.ch: ", Zugriff am 7. April 2009 () liegt am südlichen Zipfel des Gemeindegebietes. Das Schulhaus beherbergt zwei Primarschulklassen einen Kindergarten sowie eine Logopädie. Etwas Bekanntheit erlangte der Ortsteil im Jahr 1804, als im Gefecht bei der Bocken, die Aufständischen unter Hans Jakob Willi siegten.

Horgenberg
Der Horgenbergstatistik.zh.ch: ", Zugriff am 7. April 2009 liegt im westlichen Teil des Gemeindegebietes, auf dem Zimmerbergrücken oberhalb der Autobahn A3. Er besteht aus den verstreut liegenden Weilern "Wührenbach ()", "Moorschwand ()", "Chlausen" (), "Widenbach ()", "Tableten ()" und anderen. Durch die eigene Primarschule mit zwei Klassen und das vielfältig genutzte Mehrzweckgebäude hat sich der Horgenberg eine gewisse Eigenständigkeit bewahrt.

Der landwirtschaftlich geprägte Naherholungsraum im Horgenberg, vor allem die Gegend um den Bergweiher, wird von der Dorfbevölkerung sehr geschätzt.

Käpfnach
Käpfnach "Gemeinde Horgen (Hrsg.)": Horgner Jahrheft 2006. Käpfnach, Horgen 2006
statistik.zh.ch: ", Zugriff am 7. April 2009 () liegt im südlichen Teil des Gemeinde Gebietes, direkt am Zürichsee. Einige Bedeutung erlangte es durch die Kohleförderung im Bergwerk Käpfnach "Gemeinde Horgen (Hrsg.)": Horgner Jahrheft 1982. Das Käpfnacher Bergwerk, Horgen 1982.

Durch Käpfnach fliesst der Aabach, welcher seit 1883 durch einen, von Franz Allemann gebauten, 14 m hohen Erddamm gestaut ist. In einem Kleinkraftwerk wird aus der Wasserkraft elektrischer Strom für rund 300 Haushalte erzeugt.

Oberdorf
Mit dem Bau der Eisenbahn Zürich–Zug und der Ansiedlung einiger Industriebetriebe entwickelte sich im Oberdorf
statistik.zh.ch: ", Zugriff am 7. April 2009 (Bahnhof ) ein kleiner Ortskern. Sein Zentrum ist der Bergli-Platz mit dem markanten Brunnen. Mit der Ausweitung der Industriezone im Spätz, nach Westen Richtung Autobahn A3, gewann dieser Ortsteil in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts vermehrte Bedeutung. Der Zunahme der Bevölkerung in diesem Gebiet wurde 1972 durch den Bau des Schulhauses Bergli und des Altersheims der Gemeinde Rechnung getragen.

Sihlbrugg Station
Sihlbrugg Station
statistik.zh.ch: ", Zugriff am 7. April 2009 () liegt zwischen dem Zimmerberg- und dem Albiseisenbahntunnel der SBB. Es ist der Endpunkt der Sihltalbahn, einer Normalspurbahn, die 1990 bis in den Hauptbahnhof Zürich verlängert wurde. Es liegt drei Kilometer vom Strassenverkehrsknotenpunkt Sihlbrugg entfernt, im Sihltal.

Sihlwald
Der stark bewaldete Zimmerbergrücken nach Westen bis zum Albis bildet eine einzigartige Waldlandschaft. So hat in früherer Zeit das ganze Gebiet von Zürich bis zum Etzel ausgesehen. Der sich im Besitz der Stadt Zürich befindende Sihlwald ist das grösste zusammenhängende Waldgebiet im Kanton.

Im Sihltal beim Weiler Sihlwald
statistik.zh.ch: ", Zugriff am 7. April 2009 und dem Bahnhof () der Sihltalbahn gelegen liegen das Forsthaus und das Naturzentrum Sihlwald. Im ehemaligen Primarschulhaus ist das Projekt Waldschule Sihlwald beheimatet.

Tannenbach
Der nördlichste Ortsteil Horgens grenzt an Oberrieden, wobei das Bächlein „Tannenbach“ die Grenze bildet. Der Name Tannenbach
statistik.zh.ch: ", Zugriff am 7. April 2009 () ist eine Verballhornung von „tosender“ Bach" (ursprünglich: tenndender Bach). Das Bächlein verursachte im Frühjahr oftmals Überschwemmungen bei den anliegenden Grundstücken.

Das Quartier war bis vor etwa 100 Jahren vom Rebbau geprägt. Der einzige Industriebetrieb war die bis 2006 betriebene Papierfabrik direkt am See. Neben der Papierfabrik liegt die Kläranlage von Horgen.

Im Tannenbach befindet sich das Spital Zimmerberg. Seit 2006 ist hier eine Altersresidenz „Tertianum“ direkt neben dem Spital in Betrieb. Das Pflegeheim Amalia Widmer ist eine Stiftung der reichen, ledigen Bauerntochter Amalia Widmer, welche auf diese Weise für das Fortbestehen ihres Namens sorgen wollte. Das Land für das Primarschulhaus Tannenbach wurde ebenso von Fräulein Widmer gestiftet.
Neuerdings steht eine Kirche im Quartier. Die Neuapostolische Gemeinde errichtete sie neben den denkmalgeschützten Häusern beim Ortseingang (welche sich im Besitz der Neuapostolen befinden).

Bild:Horgen Sust.png|Sust von 1558
Bild:Horgen01.JPG|Hotel und Taverne Schwan, 1462 als Gesellenhaus erbaut
Bild:Horgen02.JPG|Eingang Bergwerk Käpfnach (Rotweg-Stollen)
Bild:Horgen03.JPG|Zementfabrik mit 2 Oefen (Kamine) der Firma Ritter staatlichen Bergwerksverwaltung von 1880
Bild:Zürichsee - Horgen IMG 0745.JPG|Vom Schiffsteg Richtung Sust


Waldegg
Seit den 70er Jahren der 20. Jahrhunderts entstand an Stelle des ehemaligen Bauernhofes Waldegg, ein Neubauquartier mit Einkaufszentrum (), Schul- und Sportanlagen.
Bekannt ist das Quartier für seinen hohen Ausländeranteil und die Kehrichtverbrennungsanlage.

Nachbargemeinden
Seit der Verselbständigung der Aussenwachten Hirzel und Oberrieden am 13. Mai 1773 sind diese, zusammen mit Wädenswil, Langnau am Albis, Hausen am Albis und Thalwil die Nachbargemeinden.

Gemeinschaftliche Aufgaben sind in den regionalen Zweckverbändenstatistik.zh.ch: ", Zugriff am 7. April 2009 geregelt. Die wichtigsten sind Kehrichtverwertung "Gemeinde Horgen (Hrsg.)": Horgner Jahrheft 1992. Abfallentsorgung 1992, Abwasserentsorgung, Seewasseraufbereitung und Spital Zimmerberg.

Bevölkerung

Offiziell leben in Horgen Einwohner (Stand }}). 27.3 % der in Horgen gemeldeten Einwohner, das sind 5"029 Personen, besitzen keinen Schweizer Pass. Im selben Jahr waren 15.3 % der Einwohner jünger als 14 Jahre und 4.9 % der Einwohner zwischen 15 und 19 Jahre alt. Zwischen 20 und 64 Jahre alt waren rund 62.5 % und älter als 64 Jahre waren 17.3 % der Einwohner.

In Horgen hat sich die einheimische Bevölkerung seit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert mit vielen Zuwanderern vermischt. Die Zuwanderer fanden zuerst in der Textil- und Maschinenindustrie, später im Dienstleistungssektor Arbeit. Bedingt durch die internationale Ausrichtung der Arbeitgeber findet sich in Horgen eine vielsprachige multikulturelle Gesellschaft.

Sprache
Die Amts- und Verkehrssprache Deutsch, welche im alltäglichen Umgang überwiegend als Zürichdeutsch gesprochen wird, benutzen 80 % der Einwohner als Hauptsprache. Gefolgt von italienisch mit 6 %, albanisch 3 %; rund 11 % bilden die restlichen Sprachminoritäten.

Konfession
Im Jahr 2000 waren die Reformierten mit 39.3 Prozent die grösste Religionsgruppe, an zweiter Stelle folgt die katholische Kirche mit 33.6 Prozent.

Nebst den bereits genannten religiösen Strömungen gibt es in Horgen freikirchliche Gemeinden und kleinere Glaubensgemeinschaften. So existieren Versammlungsorte der folgenden Gemeinschaften: Evangelisch-methodistische Kirche, Evangelische Christengemeinde (SPM) Horgen, Missione Cattolica Italiana – Italienische Mission der Katholischen Kirche und eine Neuapostolische Kirche.

In Horgen sind 7.0 % Muslime wohnhaft. Immer mehr Einwohner bezeichnen sich zudem als konfessionslos; der Anteil der Konfessionslosen (11.7 Prozent) und derjenigen ohne Angabe einer Konfession (4.2 Prozent) lag zusammen bei 15.9 Prozent.

Soziales
Im Oktober 2007 waren laut dem statistischen Amt 268 Personen in Horgen als arbeitslos gemeldet. Das entsprach einer Arbeitslosenquote von 2.7 %. Der Frauenanteil in der Bevölkerung betrug im Jahre 2007 51.0%.

Politik

In Horgen herrscht die schweizerische Basisdemokratie in Form einer allen Stimmberechtigten offenstehenden Gemeindeversammlung (Legislative). Der Gemeinderat lädt zur Gemeindeversammlung im Schinzenhof ein. Geschäfte, welche die Kompetenzen der Gemeindeversammlung übersteigen, werden durch Urnenabstimmungen entschieden.

Die Mitglieder des Gemeinderats (Exekutive) stehen einem Amt vor. Die neun (inklusive Präsident) Gemeinderäte und der Gemeindepräsident werden an der Urne gewählt. Im Jahr 2009 hat Walter Bosshard von der (FDP) dieses Amt inne. Der Gemeinderat ist für den Vollzug seiner Aufgaben und für die Geschäfte der Gemeindeversammlung und der Urnenabstimmung verantwortlich.

Der Gemeindeschreiber ist um die Vorbereitung und Koordination der Ratsgeschäfte besorgt und unterstützt den Gemeinderat in rechtlichen und strategischen Fragen. Überdies leitet er die Gemeindeverwaltung und bildet die Schnittstelle zwischen Verwaltung und Gemeinderat.

Wirtschaft
Landwirtschaft

Horgen war bis zum Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert landwirtschaftlich geprägt, wobei Weinbau und Milchwirtschaft vorherrschten. Der Weinbau wurde infolge der ab 1850 aufgekommen Schädlinge und der nicht begünstigten Lage im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts vollkommen aufgegeben. Heute sind noch 30, davon 25 hauptberuflich geführte Landwirtschaftsbetriebe ansässig. Die rund 101 Beschäftigten bearbeiten 500 ha Land (Stand 2005). Die grössten Gebiete liegen westlich der Autobahn A3 und im südlichen Gemeindegebiet der Rietwies.

Bergbau
→ "Hauptartikel: Bergwerk Käpfnach"

Industrie
Die Industrialisierung hat Horgen seit Mitte des 19. Jahrhunderts stark geprägt, zu Beginn war die aufkommende Seidenindustrie dominierend (z.B. Weberei Stünzi Söhne), später die Maschinenindustrie (z.B. Wanner, Grob, Stäubli, Schweiter Technologies, Oetiker). Viele dieser grossen Betriebe sind seit ihren Anfängen international tätig und exportieren einen Grossteil ihrer Produktion.

Dienstleistung
Im Laufe des 20. Jahrhunderts verschob sich das wirtschaftliche Schwergewicht immer mehr hin zu Dienstleistungsbetrieben. Banken, Vermögens- und Liegenschaftsverwaltungen, Versicherungen, Forschungsanstalten, Verarbeitungs- und Schulungszentren von Banken und Kreditkartengesellschaften sind wichtige Arbeitgeber. Daneben sind die Bezirksbehörden, das Bezirksgericht mit angegliederter Strafanstalt in Horgen ansässig.

Verkehr
Öffentlicher Verkehr
1875 wurde die sogenannte Linksufrige Zürichseebahn, Linksufrige Seebahn genannt, von der Schweizerischen Nordostbahn (NOB) eröffnete. Die Eisenbahnstrecke führte zwischen Zürich Hauptbahnhof zu der Ortschaft Ziegelbrücke respektive Näfels. Mit der Verstaatlichung der NOB wurde die Seebahn 1901 Bestandteil der neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Heute wird der Bahnhof Horgen See von der Linie S2 (Effretikon – Flughafen Zürich – Zürich HB – Pfäffikon SZ – Ziegelbrücke ) der S-Bahn Zürich bedient, dazu verkehrt die Linie S8 (Weinfelden – Winterthur HB – Wallisellen – Zürich HB – Pfäffikon SZ ). Die Station Horgen Oberdorf wird von der S21 und S24 der S-Bahn Zürich bedient. Die Station Sihlwald wird von der Sihltalbahn (S4) angefahren. "Sihlbrugg Station" ist von Sihlwald her nur noch mit dem Bus zu erreichen. Zudem verkehrt am Wochenende nachts die SN8 nach Lachen.

Die Linien der Zimmerbergbusse verkehren innerhalb der Gemeinde und teilweise regional.

Am 24. September 2006 wurde an der Urne ein Kredit von 23 Mio. Franken für die Neugestaltung des Bahnhofareals bewilligt. Am 5. März 2007 erfolgte der Spatenstich zur Realisierung des Projektes. Die Neugestaltung des Bahnhofareals wird Mitte 2009 abgeschlossen sein.

Individualverkehr
Durch Horgen verkehrt die wichtige Hauptstrasse von Zürich nach Pfäffikon SZ. Westlich von Horgen führt die Autobahn A3 von Basel über Zürich nach Sargans vorbei. Der noch in Bau befindliche Uetlibergtunnel verbindet am 4. Mai 2009 Horgen durchgehend mit Basel. Der Anschluss Horgen, liegt im südlichen Teil von Horgen und gewährleistet die Verbindung zum lokalen Strassennetz.

Schifffahrt
Zürichseefähre Meilen-Horgen
→ "Hauptartikel: Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen"

Geschichte
Horgen 1794 auf einem Stich von Heinrich Brupbacher
Die Ur- und Frühgeschichte von Horgen ist bislang noch nicht intensiv untersucht worden. Im Käpfnacher Kohleflöz sind Versteinerungen von Farnen und Mastodon erhalten geblieben.

Die frühesten Siedlungen im Gemeindegebiet sind die Seeufersiedlungen der Pfahlbauer. Die ältesten jungneolithischen Siedlungsreste wurden beim heutigen Schiffssteg gefunden und der Pfyner Kultur zugeordnet. Sie entstanden 3900 bis 3500 v. Chr. Die Menschen der nach ihrem Fundort benannten Horgener Kultur (ungefähr zwischen 3500 und 2800 v. Chr.) hatten ihren Siedlungsplatz Im Scheller nahe der Grenze zu Oberrieden. Bei den Grabungen 1987 bis 1990 wurde dendrochronologisch die Entstehung der sieben getrennten Kulturschichten im Scheller in die Jahre 3100 bis 3000 v. Chr. datiert. Die Horgener Siedlungen standen in Verbindung mit zeitgenössischen Siedlungen an anderen Schweizer Seen.

Aus dem 2. Jahrhundert stammen die beiden keltischen Frauengräber im Thalacker.
Für die Zeit der Völkerwanderung im 7. Jahrhundert sind alamannische Gräber bei der Kapelle an der Stockerstrasse, im Entweder und im Bätbur belegt.

In der Urkunde, durch die König Otto I. am 1. März 952 umfangreiche Ländereien in der Gegend von Horgen dem Kloster Fraumünster in Zürich schenkte, wurde Horgen als "Horga" zum ersten Mal erwähnt.

Horgen erlebte seit dem späten Mittelalter als Warenumschlagplatz einen Aufschwung. Im alten Zürichkrieg, während der Zürcher Reformation durch Ulrich Zwingli und der Gegenreformation war das Gebiet der Gemeinde Horgen ein Vorposten gegen die katholische Innerschweiz.

Religiöse Auseinandersetzungen gab es ab 1585 zwischen der Herrschaft in der Stadt und der Täufergemeinde im Horgenberg. Im Zug dieser Ereignisse wurde Hans Landis am 30. September 1614 in Zürich enthauptet."Paul Kläui": Geschichte der Gemeinde Horgen, Horgen 1952, S. 185–193

Die napoleonischen Wirren, die Helvetik 1798–1803 und die Auseinandersetzungen um die Mediationsverfassung 1803 gipfelten 1804 im Bockenkrieg.

Der Bau der Linksufrigen Zürichseebahn zwischen Zürich und Näfels war von einigen Schwierigkeiten begleitet. Die Strecke führte über grosse, im See aufgeschüttete Uferzonen. Am 9. Februar 1875 rutschte ein 135 m langes Stück der im Bau befindlichen Strecke in den See. Die Trasse wurde etwas verlegt, trotzdem versank am 20. September, zwei Tage nach der Eröffnung der Bahnstrecke, nochmals ein 204 m langes Teilstück im Wasser, mehr als 6500 m². Der Bahnhof senkte sich um einen halben Meter und musste abgerissen werden. In der Folge wurde weiter landeinwärts eine neue Trasse angelegt.

Kunst, Kultur
Kulturelle Anlässe wie Konzerte, Kunstausstellungen, Vorträge oder die Fasnacht, welche von den Schönegglern hochgehalten wird, haben in Horgen Tradition.

Schule
Die Schule in Horgen besteht aus den Stufen Hort/Kindergarten, Primarschule "Gemeinde Horgen (Hrsg.)": Horgner Jahrheft 1981. Die Volksschule, Horgen 1981 und Oberstufenschule "Gemeinde Horgen (Hrsg.)": Horgner Jahrheft 1988. 150 Jahre Oberstufe, Horgen 1988 in Form einer drei geteilten Sekundarschule. Pläne zur Errichtung einer Kantonsschule wurden aus Kostengründen bisher nicht umgesetzt.

Die teilautonomen Schuleinheiten von Kindergarten und Primarschule sind den Bedürfnissen entsprechend auf die Ortsteile und Quartiere verteilt. Die Oberstufenschule ist im Oberstufenzentrum Berghalden/Rainweg zusammengefasst. Die Primarschuleneinheiten sind Arn, Baumgärtli, Bergli, Horgenberg, Rotweg, Tannenbach und Waldegg.

Seit 2001 befindet sich in Horgen ein Teil des Bildungszentrums Zürichsee (BZZ), welches aus dem Zusammenschluss der Kaufmännischen Berufsschulen Horgen und Stäfa und der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Horgen entstanden ist.

Freizeit
Bäder
In Horgen gibt es drei Badeanlagen. Im Sommer sind die Seebäder Sportbad Käpfnach und das Parkbad Seerose (nahe dem Bahnhof) geöffnet. Das ganze Jahr, mit Ausnahmen einer Revisionsperiode in den Sommerferien, kann das Hallenbad Bergli genutzt werden.

Sehenswürdigkeiten
Bergwerk
Der 1982 gegründete "Bergwerksverein Käpfnach" hat einen Teil der 80 km langen Stollenanlagen des ehemaligen Braunkohle Bergwerks "Gemeinde Horgen (Hrsg.)": Horgner Jahrheft 1982. Das Käpfnacher Bergwerk, Horgen 1982 als Besucherbergwerk erschlossen und im Kohlemagazin ein Bergwerksmuseum untergebracht.

Sust
Ortsmuseum "Sust"
Bei der Sust "Gemeinde Horgen (Hrsg.)": Horgner Jahrheft 2007. Ortsmuseum Sust, Horgen 2007 wurden die per Ledischiff von Zürich kommenden Ware auf Saumtiere umgeladen. Die älteste Sust- und Säumerordnung datiert von 1452. 1528 richtete die Stadt Zürich mit der Erneuerung der Sustordnung eine Zollstätte ein. 1558 wurde das Lager- und Verwaltungsgebäude erbaut. Seit 1957 ist hier das damals gegründete Ortsmuseum untergebracht. Der Saumpfad führte von der Sust über die Hirzel Höhi zum Gotthardpass nach Italien.

Reformierte Kirche
→ "Hauptartikel: Reformierte Kirche Horgen"

Fabrikantenvillen
Villa Seerose
In prominenter Lage am See steht die Villa Seerose "Gemeinde Horgen (Hrsg.)": Horgner Jahrheft 2004. 100 Jahre Seerose, Horgen 2004, welche der Seidenindustrielle Jacques Huber-Kudlich 1902–1908 erbauen liess. Der Park und ein Teil des denkmalgeschützten schmiedeisernen Zauns wurden zum Hundertjahrjubiläum dieses Gesamtkunstwerkes des Jugendstils restauriert. Die Villa Seerose beherbergt heute die Räume der Musikschule Horgen; es finden dort Konzerte und Wechselausstellungen statt.

Die klassizistische Villa Streuli-Hüni im Herner (mit neubarockem Badepavillon), die Villa Thalhof, die Villa Stünzi (ehemals Industriellenfamilie Stünzi) mit Park, die Villa Seewart, die Villa Stäubli, sowie das Bocken-Gut (ehemals Industriellenfamilie Schwarzenbach-Wille), heute Credit Suisse Communication Center) sind nicht öffentlich zugänglich.

Sonstiges
Spezielle Einrichtungen
Im Bezirkshauptort liegen die Standorte vieler Institutionen von regionaler und kommunaler Bedeutung. Neben der Bezirksverwaltungstatthalteramt-horgen.zh.ch: ", Zugriff am 7. April 2009, dem Posten der Kantonspolizei und dem Bezirksgefängnisjustizvollzug.zh.ch: ", Zugriff am 7. April 2009, das Bezirksgerichtbezirksgericht-horgen.ch: ", Zugriff am 7. April 2009, die Stützpunktfeuerwehr"Gemeinde Horgen (Hrsg.)": Horgner Jahrheft 1999. Feuerwehr im Wandel der Zeit, Horgen 1999 und der Rettungsdienst des linken Zürichseeufers. Weitere sind:
* Spital Zimmerberg, "Gemeinde Horgen (Hrsg.)": Horgner Jahrheft 1993. 125 Jahre Spital Horgen, Horgen 1993spital-zimmerberg.ch: ", Zugriff am 7. April 2009 das sich auf 2011 mit der Sanitas in Kilchberg zusammenschliesstNeue Zürcher Zeitung, 18. Juli 2009.
* HUMANITAS Stiftung zur Förderung geistig Behinderterhumanitashorgen.ch: ", Zugriff am 7. April 2009
* Altersheim der Gemeinde Horgen "Gemeinde Horgen (Hrsg.)": Horgner Jahrheft 1986. Altersvorsorge in der Gemeinde Horgen, Horgen 1986
* Gemeindebibliothekhorgen.ch: ", Zugriff am 7. April 2009
* Fernwärmeversorgunghorgen.ch: ", Zugriff am 7. April 2009
* Wasserversorgunghorgen.ch: ", Zugriff am 7. April 2009
* Abwasserreinigungsanlage

Allmendkorporation Reiti
In der 1466"Staatsarchiv des Kt. Zürich": , S. 150 gegründeten Allmendkorporation "Gemeinde Horgen (Hrsg.)": Horgner Jahrheft 1996. Allmend-Korporation Horgen, Horgen 1996 Reiti haben sich auf sich auf einzigartige Weise die spätmittelalterlichen Besitzverhältnisse in der Allmend bewahrt und sind nicht wie an anderen Orten an die politische Gemeinde über gegangen. Die Allmendkorporation betreibt eine konservative Liegenschaftenpolitik und ist die grösste private Liegenschaftsbesitzerin in der Gemeinde.

Vereine
Angefangen von der 1685 gegründeten "Schützengesellschaft" über die Gesangsvereine bis zu den vielen ethnischen Bevölkerungsgruppen, die sich organisiert haben, sind in Horgen über 160 Vereine zu finden.

Die Sportvereine finden in Horgen gute Trainingsmöglichkeiten. Neben den diversen Turnhallen sind das die Tennis- und Fussballplätze auf der Allmend und in der Waldegg, das Schwimmbad Bergli, die Badeanstalt Seerose, der Schiessplatz, die Reitställe und einige andere Anlagen.

Die "Schöneggler", 1934 als Sportverein gegründet, sind eine Fasnachtsgesellschaft mit grosser Tradition und Engagement in der Gemeinde. Ins Leben gerufen wurde der Verein im noch heutigen Stammlokal, dem Restaurant Schönegg. Veranstaltungen wie die Schnitzelbank und die Maskenbälle geniessen einen hohen Bekanntheitsgrad und die Fasnachtszeitung „G’hörscht“ gehört zur Pflichtlektüre eines jeden Horgners. Frack und Zylinder sowie karierte Hosen sind seit der Gründung das unübersehbare Erscheinungsbild des Vereins.

Der Schwimmclub Horgen, 29-facher Schweizermeister im Wasserball (Stand 2008), spielt im 25 °C warmen Wasser des Sportbads Käpfnach, das bereits ab 1. Mai für jedermann geöffnet wird. Eine Eigenheit ist das Schwimmbecken, in welchem die Spiele stattfinden: ein im See verankerter Schwimmkörper aus Beton.

Persönlichkeiten
* Thomas Schäppi (*1958), Chef Tagesschau des Schweizer Fernsehen SF
* Bligg, (* 1976), Schweizer Rapper
* Adele Duttweiler-Bertschi, (1892–1990), Ehefrau von Gottlieb Duttweiler
* Elisabeth Feller (1910–1973), Unternehmerin und Kunstmäzenin.
* Hans Hofmann, (* 1939), alt Ständerat
* Fortunat Huber (1896–1984), Unternehmer und Schriftsteller.
* Jacques Huber-Kudlich (1851–1918), Seidenindustrieller in New York und Horgen
* Hans Heinrich Hüni (1813–1876), Seidenfabrikant, Nationalrat
* Hans Eduard Meier, (* 1922), Typograf
* Ernst Sieber, (* 1927), Pfarrer, Arbeit mit Obdachlosen und Drogensüchtigen
* Vreni Spoerry, (* 1938), alt Ständerätin
* Johann Jakob Staub (1803–1888), Pionier der Seidenfabrikation
* Emil Staiger (1908–1987), Professor der Germanistik, Universität Zürich
* Johann Stapfer (1777–1838), Pionier der Seidenfabrikation, Präsident des Bezirksgerichts
* Emil Streuli-Hüni (1839–1915), Seidenfabrikant, Gemeindepräsident
* Johannes Stünzi (1813–1888), Landschaftsmaler und Seidenfabrikant
* Hans Stünzi-Stünzi (1853–1908), Seidenfabrikant, Gemeindepräsident
* Luigi Taveri (* 1929), schweizerischer Motorrad-Strassenrennfahrer und Weltmeister
* Johann Jakob Widmer-Hüni (1819–1879), Seidenfabrikant, Nationalrat
* Fritz Zbinden (1896–1968), Künstler (Landschaften, Porträts)
* Hélène Zbinden-Amande (1896–1987), Künstlerin, Mitbegründerin der Künstlervereinigung "Das Neue Leben"

Literatur
* Johannes Strickler: "Geschichte der Gemeinde Horgen nebst Hirzel und Oberrieden. Festgabe zur hundertjährigen Kirchweihfeier." Schläpfer, Horgen 1882
* Paul Kläui: "Geschichte der Gemeinde Horgen". Horgen 1952
* Joseph Jung und Christian Renfer: Schweizerische Kunstführer GSK, Band 563-565: "Der Landsitz Bocken am Zürichsee", Bern 1994, ISBN 3-85782-563-4
* Beat Frei: "Horgen – Rückblicke". Egg 1999.
* Gemeinde Horgen (Hrsg.): "Horgner Jahrheft". Erscheint jährlich seit 1977.


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