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Hohenems

Österreich, Hohenems
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"Hohenems" ist eine Stadt in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Dornbirn mit 15.500 Einwohnern. In der Stadt befindet sich der Palast Hohenems, das Residenzschloss der Grafen von Hohenems. Im 18. Jahrhundert wurden in der Schlossbibliothek zwei der drei bedeutenden Handschriften des Nibelungenliedes gefunden. Hohenems war vom 17. bis zum 19. Jahrhundert Wohnsitz zahlreicher jüdischer Familien. Im 20. Jahrhundert wurde Hohenems durch das Musikfestival Schubertiade weltbekannt.

Geografie
Hohenems liegt in Vorarlberg, dem westlichsten Bundesland von Österreich im mittleren Rheintal an der Grenze zur Schweiz auf 432 Metern Höhe. 42,0 % der Fläche sind bewaldet.

Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Hohenems.

Ortsteile
Hohenems gliedert sich in sechs Ortsteile:


Nachbargemeinden
Die Stadt Hohenems teilt sich ihre Gemeindegrenze mit sechs anderen politischen Gemeinden. Von diesen liegen zwei, nämlich die Marktgemeinde Lustenau und die Bezirkshauptstadt Dornbirn, im selben politischen Bezirk, drei im Bezirk Feldkirch (Fraxern, Götzis und Altach) und die Gemeinde Diepoldsau im schweizerischen Kanton St. Gallen. Im Fall von Diepoldsau bildet damit die Gemeindegrenze im Alten Rhein gleichzeitig die Staatsgrenze zwischen Österreich und der Schweiz. Diese ist gleichzeitig EU-Außengrenze, jedoch sind seit dem Beitritt der Schweiz zum Schengenraum im Jahr 2008 die systematischen Personenkontrollen an der Grenze abgeschafft.(Angabe der Gemeinden im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend.)

Geschichte
Erste Seite der Handschrift C des Nibelungenlieds (um 1220)
Mittelalter
Der Beginn der Besiedlung im Raum Hohenems ist nicht bekannt. Seit Ende des 12. Jahrhunderts gehörte die Burg Altems der Herren von Ems zu den mächtigsten und größten Burganlagen (350 Meter lang und 80 Meter breit) im süddeutschen Raum. Die Stauferfestung diente unter anderem als Verwahrungsort für prominente Gefangene wie ab 1195 Wilhelm III. (Sizilien) oder im Jahr 1206 Erzbischof Bruno von Köln. 1406 brannten die Appenzeller im so genannten Bund ob dem See den Ort Ems vollständig nieder.

Im Jahr 1333 wurde Hohenems das Stadtrecht zuerkannt, das jedoch nicht realisiert wurde, weil für den Bau der Stadtmauer die finanziellen Mittel nicht aufgebracht wurden.

Freie Reichsgrafschaft
Kaiser Ferdinand I. erhob am 27. April 1560 Ems zu einer Reichsgrafschaft. Am Fuß des Schloßberges wurde ein Renaissance-Palast errichtet.
1570 stattete Karl Borromäus Graf Jakob Hannibal, dem Gatten seiner Halbschwester Hortensia, einen kurzen Besuch ab. Dem aufgrund seiner Verdienste um die Gegenreformation heiliggesprochenen Karl Borromäus ist die Stadtpfarrkirche geweiht, er ist Stadtpatron von Hohenems.
Graf Kaspar erwarb die "Reichsgrafschaft Vaduz" sowie die "Freiherrschaft Schellenberg" und verlieh der Grafschaft Hohenems das Marktprivileg.

Ende des 18. Jahrhunderts erlangte Hohenems mit dem Fund von Teilen des Nibelungenliedes Bekanntheit: 1755 wird im Palast in der Bibliothek vom Lindauer Arzt Jacob Hermann Oberreit die Handschrift C entdeckt und nur ein paar Jahre später taucht 1779 wiederum im Palast auch die Handschrift A auf.

Herrschaft der Habsburger
1765 kam es zum Erwerb der Grafschaft Hohenems durch Österreich. Die Habsburger regierten die Grafschaft Hohenems wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann nach vierjährigem Streit um die Besitzrechte wieder zu Österreich.

Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Hohenems seit dessen Gründung 1861. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich. Seit 1969 gehört die Gemeinde zum neu gegründeten Bezirk Dornbirn.
Im Jahr 1983 wurde Hohenems zur Stadt erhoben und ist somit die jüngste Stadt in Vorarlberg.


Emser Chronik
Im Jahre 1616 wurde von "Bartholomäus Schnell" (* 1580 in Langenargen, † 19. April 1649 in Hohenems) die erste Druckerei Vorarlbergs, die „Gräflich Hohenemsische Buchdruckerei“ (1616 – 1730) in Hohenems errichtet.
Mit der 1616 erschienenen „Emser Chronik“ gelang Schnell gleich im ersten Jahr seiner Tätigkeit in Hohenems ein „Meisterwerk der Buchdruckerkunst“, das mehrfach als „das schönste je in Vorarlberg gedruckte Buch“ bezeichnet wurde. Ein recht gut erhaltenes Exemplar zählt heute zu den Kostbarkeiten der Landesbibliothek in Bregenz.

Das von "Johann Georg Schleh" aus Rottweil 1613 fertiggestellte Werk bedeutete gleichzeitig den „Beginn der Vorarlberger Landesgeschichtsschreibung“: Etwa 100 Wappen werden in diesem Werk dargestellt – ebenso wie kartografische Holzschnitte, unter anderem die älteste überlieferte Karte Vorarlbergs. Nicht zuletzt deshalb stellt die "Emser Chronik" wohl den Höhepunkt der Buchdruckerkunst in Vorarlberg dar.
Die politischen Absichten, die hinter diesem Werk steckten, werden in der Vorarlberger Landkarte, die das gesamte heutige Vorarlberg zeigt, deutlich: Mit schraffierten Grenzen ist darin jenes Gebiet gekennzeichnet, das, wenn es nach dem Willen des Initiators Graf Kaspar von Hohenems gegangen wäre, als „Unterrätien“ einen souveränen Territorialstaat unter der Herrschaft der Emser Grafen bilden sollte.

1663 wurde die Druckerei von "Johann Kaspar Schwendimann" geleitet, der mit dem „Philotheus“ (autobiographischer Schäferroman) des Barockdichters Laurentius von Schnifis den neben der "Emser Chronik" wohl bekanntesten Hohenemser Druck hervorbrachte. "Die Anfänge des Buchdrucks in Vorarlberg", von Norbert Schnetzer, ISBN 3-853-76203-4

Jüdische Gemeinde
"Siehe auch:" Jüdisches Leben in Hohenems

1617 legte ein Schutzbrief des Reichsgrafen Kaspar von Hohenems die rechtliche Grundlage für die Ansiedelung von jüdischen Familien und den Aufbau einer jüdischen Gemeinde. Der Reichsgraf erhoffte sich dadurch wirtschaftliche Impulse für seinen Markt. Im 17. Jahrhundert kam es zu Vertreibungen, nachdem aber den jüdischen Familien die Rückkehr gestattet wurde, florierte die jüdische Gemeinde. Es kam zum Bau einer Synagoge, eines Ritualbads (Mikwe), eines Armenheims und ein Friedhof wurde angelegt.

1797 gründete der aus Augsburg stammende Herz Jakob Kitzinger das erste Kaffeehaus Vorarlbergs. Das "Kaffeehaus Kitzinger" war bald Treffpunkt für die verschiedensten israelitischen Geselligkeitsvereine. So gründeten jüdische Bürger 1813 in diesem Haus die Lesegesellschaft. Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Gemeinde kontinuierlich, den Höhepunkt erreichte die Zahl der jüdischen Einwohner 1862 mit 564 Menschen. Die Staatsgrundgesetze von 1867 und die damit verbundene freie Wahl des Wohnorts für Juden führten dann zu einer starken Abwanderung in umliegende Städte, sodass 1890 nur noch 118 Juden in der Stadt lebten., abgerufen am 27. Juli 2008

1935 zählte die jüdische Gemeinde nur mehr 35 Mitglieder. 1938 nach dem Anschluss Österreichs wurde jüdisches Eigentum durch die Gemeinde Hohenems beschlagnahmt. Dem folgte die Zwangsauflösung der Kultusgemeinde 1940 und die Deportation verbliebener Gemeindemitglieder in Konzentrations- und Vernichtungslager. Als letzte Jüdin wurde "Frieda Nagelberg" am 25. Februar 1942 aus dem Gebiet Vorarlberg deportiert.
Nach Kriegsende 1945 wurden vorübergehend jüdische DPs angesiedelt. Von den ehemaligen Gemeindemitgliedern kehrte keines zurück.

Nach 1945 erwarb die Gemeinde Hohenems die Liegenschaften der Synagoge von der IKG Innsbruck, um sie in ein Feuerwehrhaus umzuwandeln. Das daneben liegende Rabbinatshaus wurde abgerissen. Auf Grund des großen Engagements der Kultusgemeinde St. Gallen konnte verhindert werden, dass die Grabsteine aus dem Friedhof entfernt und aus den alten Zedern Bleistifte gemacht wurden. Der Friedhof selbst hätte zur Christbaumpflanzung genutzt werden sollen. (Dreier 1988: 232f)

In einem vor Ort Bericht aus dem Jahre 1977 schildert Gad Hugo Sella, er wurde 1912 als Hugo Silberstein in Innsbruck geboren und konnte 1938 Österreich noch rechtzeitig verlassen, seine Erfahrungen: "„Von der blühenden jüdischen Gemeinde Hohenems ist - außer dem Friedhof - nichts übriggeblieben. (...) Die Synagoge, ein großes Gebäude, in der Jahrhunderte das Wort Gottes gepredigt wurde, ist ein Gerätehaus der Feuerwehr Hohenems geworden, wahrlich eine Blasphemie, für die es keine Entschuldigung gibt. Auch Hohenems ist heute judenrein.“" (zitiert in: Dreier 1988: 228).

20. Jahrhundert
Mit dem Diepoldsauer Rheindurchstich und der Rheinregulierung endete 1923 die seit Jahrhunderten bestehende ständige Gefahr von Überschwemmungen und eine weitere Besiedlung der Talsohle wurde ermöglicht.

1983 wurde Hohenems von der Vorarlberger Landesregierung anlässlich des 650-Jahre-Jubiläums zur Stadt erhoben.

Das erste Vorarlberger Krematorium mit Standort in Hohenems wurde im Jahr 1998 in Betrieb genommen "http://www.gemeindeverband.at/fileadmin/Image_Archive/gemeindeverband/Presse/Presseaussendung_30Okt07.pdf pdf-Datei "


Am 31. Dezember 2002 hatte die Gemeinde 14.284 Einwohner (inkl. Zweitwohnsitze). Der Ausländeranteil lag 2002 mit 14,5 Prozent über dem Landesdurchschnitt.

Politik
Hohenems verfügt im Vergleich zu den meisten anderen Gemeinden Vorarlbergs über eine große Parteienvielfalt. Bei den letzten Gemeinderatswahlen 2005 hat die führende ÖVP eine absolute Mehrheit errungen, weshalb sich die Opposition in kleinere Einheiten zerschlagen hat. Unterschiedliche Meinungen werden oft auch über die Medien vertreten, weshalb Hohenems speziell durch die harte Opposition immer wieder in die Schlagzeilen gelangt.

Der Gemeinderat besteht im Moment aus 33 Mitgliedern. Die Zusammensetzung nach der Wahl 2005 ist ÖVP: 19 Sitze, SPÖ 4 Sitze, FPÖ 4 Sitze, Die Emsigen 3 Sitze, Grüne 2 Sitze und Unabhängige Liste Hohenems 1 Sitz. Bürgermeister ist seit 2004 Dipl. Ing. Richard Amann.

Die Gemeindeeinnahmen aus Steuern und sonstigen Abgaben lagen 2001 bei 14.268.297 €, die gemeindlichen Ausgaben bei 51.470.430 €. Der Schuldenstand betrug 2001 40.462.434 €.

Städtepartnerschaften
20px Bystré (Tschechien) seit 1997

20px Polička (Tschechien) seit 1997

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Museen
Jüdisches Museum in Hohenems
Stoffels Säge-Mühle

Jüdisches Museum Hohenems
Das "Jüdische Museum Hohenems" als regionales Museum mit internationaler Ausstrahlung erinnert an die landjüdische Gemeinde Hohenems und deren vielfältige Beiträge zur Entwicklung Vorarlbergs und der umliegenden Regionen.
Es beschäftigt sich mit Jüdischer Gegenwart in Europa, der Diaspora und Israel und mit Fragen der Zukunft der europäischen Einwanderungsgesellschaft.

Museum Stoffels Säge-Mühle
Das Museum präsentiert 2.000 Jahre Technik und Entwicklung von Mühlen und Sägemühlen bis in die Gegenwart.


Bauwerke
Ruine Alt-Ems
→ "Hauptartikel: Alt-Ems"

Die Burganlage Alt-Ems war mit sieben Toren, einer Zugbrücke und 47 Räumlichkeiten einst eine der größten Burganlagen im süddeutschen Raum.
Schloss Glopper
In 740 Metern Meereshöhe, etwa 300 Meter über dem Rheintal hatte die Burg ursprünglich eine Länge von 800 Metern und eine Breite von bis zu 85 Metern. Im inneren Burghof ist noch der sagenumwobene "Konradsbrunnen" sichtbar.
Seit 2006 wird die Ruine saniert.

Schloss Glopper ("Neu-Ems" oder im Volksmund "Glopper")
→ "Hauptartikel: Burg Neu-Ems"

Im Jahre 1343 erbaute Ritter Ulrich I. von Ems auf dem Bergrücken des Rheintales in Emsreute, nahe seiner Feste Alt-Ems, eine neue Burg, um seiner vielköpfigen Familie in unruhiger Zeit einen festen Hort zu schaffen.

Seit 1843 befindet sich dieses außergewöhnlich einheitliche Bauensemble aus kleinräumiger Hochburg mit bergfriedartigem Bollwerk, angebautem Palas und tiefer gelegener Vorburg in Privatbesitz der Familie Waldburg-Zeil.

Palast von Hohenems
→ "Hauptartikel: Palast Hohenems"

Dieser regelmäßige, dreigeschossige Baukörper mit Satteldächern um einen Rechteckhof wurde 1562 bis 1567 von Martino Longhi geplant und erstellt.
Im Norden und Süden befinden sich zweiachsige Eckrisalite unter Kegeldächern und die Mittealachse wird durch ein plastisch gegliedertes Rundbogenportal betont.
Der Palast von Hohenems ist der bedeutendste Renaissancebau Westösterreichs.
Rathaus

Rathaus
Das Rathaus gehörte ursprünglich als Gästehaus zum Palast und wurde ebenfalls von Martino Longhi geplant. Eine zweiarmige Freitreppe führt zum erhöhten Eingang.

Altes Rathaus
Das alte Rathaus befindet sich im ältesten Stadtgebiet von Hohenems an der Sägerstraße in Richtung Ems Reute.
Es diente von 1637 bis 1830 als Rathaus; ein eingekerbtes Beil in einem Fenstersimsbalken erinnert an die frühere gräfliche Blutgerichtsbarkeit. Das Gebäude ist im Besitz der Stadt und steht unter Denkmalschutz.
Salomon-Sulzer-Saal

Salomon-Sulzer-Saal (frühere Synagoge)
1770 bis 1772 entstand nach Plänen des Bregenzerwälder Baumeisters "Peter Bein" das hoch gewölbte Gotteshaus im spätbarocken, klassizistischen Stil, das zu den bedeutendsten Synagogenbauten im Bodenseeraum zählte – ein einkubischer Baukörper mit Mansardenwalmdach.

1863–1867 wurde die Synagoge im Inneren umgebaut und erhielt einen Turm mit Uhr und Schlagwerk.
In den Jahren 2003–2004 wurde die ehemalige Synagoge unter der Leitung der Architekten "Ada" und "Reinhard Rinderer" renoviert und größtenteils das ursprüngliche Aussehen wiederhergestellt.

Das Gebäude trägt heute den Namen Salomon Sulzer Saal, nach dem berühmten jüdischen Kantor und Bürger der Stadt, und steht als Veranstaltungssaal, sowie Teil der Musikschule der Öffentlichkeit zur Verfügung. Am 22. Juli 2004 fand nach mehr als 60 Jahren zum ersten Mal wieder ein jüdischer Shabbat-Gottesdienst in der ehemaligen Synagoge statt.

Die offizielle Eröffnung fand am 21. Mai 2006 gemeinsam mit Rabbiner "Dr. Hermann Schmelzer" von der Jüdischen Gemeinde St. Gallen, Pfarrer DDr. Thomas Heilbrun, Pfarrgemeinde St. Karl, und "Imam Samir Redzepovic" als Vertreter der Islamischen Religionsgemeinde sowie einigen Nachkommen von jüdischen, für die Stadt bedeutsamen Bürgern statt.

Jüdischer Friedhof
→ "Hauptartikel: Jüdischer Friedhof Hohenems"

Diese Friedhofsanlage am südlichen Stadtrand wurde im Jahr 1617, anlässlich der Ansiedlung der Juden in Hohenems, errichtet.
Markus-Sittikus-Saal

Stadtpfarrkirche St. Karl
Das 1796-1797 an der Stelle der früheren Hannibal-Kirche erbaute Gotteshaus, das durch einen Gang mit dem Palast verbunden ist, ist dem heiligen Karl Borromäus, dem Stadtpatron von Hohenems, geweiht.

Stickerei Amann (1910–1911)
Repräsentative Zweckarchitektur aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg vom Vorarlberger Architekten Hanns Kornberger (1868–1933):
Reine Pfeilerstrukturen mit ausgewogener Fensterteilung und ein liebevoll gestalteter Eingang mit Einfriedung.

Markus-Sittikus-Saal
Dieses 1913 nach Plänen des Architekten Hanns Kornberger errichtete Gebäude diente über neun Jahrzehnte als Turnhalle und wurde 2005 als Konzertsaal renoviert. Der Saal ist benannt nach Markus Sittikus von Hohenems, der von 1612 bis 1619 Fürsterzbischof von Salzburg war.

Altes Krankenhaus (Kaiserin-Elisabeth-Str.)
Kaiserin-Elisabeth-Krankenhaus (Altes Krankenhaus)
Dieser Gebäudekomplex wurde vom Jugendstil-Architekten Hanns Kornberger von 1905 bis 1908 erbaut und stellt eines seiner größten Projekte in Vorarlberg dar.






Wirtschaft und Infrastruktur
Am Ort gab es im Jahr 2003 316 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 2.999 Beschäftigten und 189 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 6.195.

In den letzten Jahren konnten Arbeitsplatzverluste in der Textilindustrie und der Ski- und Sportartikelproduktion durch Ansiedelungen neuer Unternehmen, wie einem Multiplex-Kino und einer Filiale eines internationalen Baumarkts ausgeglichen werden. Große Unternehmen sind das Metallverarbeitungs-Unternehmen Collini und die Fleischwaren-Produktion efef.

Freizeit und Sport
"Naherholungsgebiet Rheinauen"
:Mit den Rheinauen besitzt Hohenems – gemeinsam mit der benachbarten Gemeinde Altach – das größte Natur- und Freibad in Westösterreich. Auf 13 Hektar befinden sich ein 400 Meter langer Natursee am Alten Rhein, ein 50-Meter-Sportbecken, ein 1.000m² großes Familienbecken, ein Ruhe-Pool und ein Kinder-, Plantsch- und Spielbereich.
:Die Rheinauen sind aber nicht nur Naherholungsgebiet – die Anlage kann abends für Veranstaltungen von 30 bis 5.000 Personen gemietet werden. Zu den Rheinauen gehört neben der Bade- und Freizeitanlage auch ein Vitalparcours sowie ein frei zugänglicher Grillplatz.

"Alpinsport"
:Hohenems ist durch die zentrale Lage im Rheintal Ausgangspunkt für Wanderungen und Mountainbiketouren. Beliebte Ausflugsziele sind unter anderem der Schlossberg (Ruine Alt-Ems), der Aussichtsberg „Hoher Staufen“, die Alpe Gsohl, Schuttannen oder das Fluhereck („Emser Hütte“). Auch im Winter bietet diese Berglandschaft oberhalb von Hohenems gute Bedingungen für Skifahrer, -tourer und Snowboarder (Skigebiet Schuttannen).
:Bei Sportkletterern beliebt ist die Kalkfelsgruppe „Löwenzähne“ oberhalb von Ems-Reute. Hier finden sich Kletterrouten in verschiedenen Schwierigkeitsgraden mit Wandhöhen von bis zu 150 Metern.

Verkehr
Flughafentower
Hohenems besitzt einen Sportflugplatz. Die Fluglinie Rheintalflug nahm am Flugplatz Hohenems in den 1970er Jahren ihren Betrieb auf, ehe sie aus Kapazitätsgründen in das benachbarte Altenrhein in der Schweiz ausweichen musste.

Der ÖBB-Bahnhof Hohenems liegt an der zweigleisig ausgebauten Eisenbahnstrecke Richtung Bregenz bzw. Innsbruck.

Weiters ist Hohenems an das hochrangige Vorarlberger Straßennetz (Autobahn A14) angebunden.




Bildung
Hohenems verfügt über 3 Volksschulen, 2 Hauptschulen, 1 Sonderschule und 1 Bäuerliches Schul- und Bildungszentrum. Weitere Bildungseinrichtungen sind die Volkshochschule und die Musikschule.
An vorschulischen Einrichtungen sind 8 Kindergärten zu nennen.

Schwerpunkte des Bäuerliches Schul- und Bildungszentrum für Vorarlberg (BSBZ) in Hohenems sind: Landwirtschaft, Hauswirtschaft und Landschaftspflege. Absolventen der 3-jährigen Fachschule erhalten einen Facharbeiterbrief und werden von regionalen Handwerksbetrieben und diversen Sozialinstitutionen gerne zu Mitarbeitern ausgebildet. Zudem können nach dem Abschluss weiterführende Schulen mit Maturareife besucht werden.

Wissenswertes
* Der Kaiser von Österreich-Ungarn trug unter anderem auch den Titel „Graf von Hohenems“ (siehe Großer Titel des Kaisers von Österreich). Auch Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn (besser bekannt als "Sissi") reiste inkognito als „Gräfin von Hohenems“ (es sind sogar noch entsprechende Visitenkarten erhalten), so auch zum Zeitpunkt ihrer Ermordung in Genf.

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt

* Rudolf von Ems, mittelalterlicher Dichter und Minnesänger
* Markus Sittikus von Hohenems (1574-1619), Fürsterzbischof von Salzburg

* Reinhold Bilgeri, Popsänger
* Matthias Brändle, Radrennfahrer
* Helmut Fend, Pädagoge und Hochschullehrer
* Markus Fend, Bassist der "Klostertaler"
* Franz Häfele, Historiker
* Monika Helfer, Autorin
* Gert Hoor, Maler und Bildhauer
* Michael Köhlmeier, Autor
* Paula Köhlmeier, Autorin
* Hanns Kornberger, Jugendstil-Architekt
* Christian Klien, Rennfahrer (Formel 1)
* Harald Morscher, Radrennfahrer
* Arthur Neudörfer, Arzt
* Ramazan Özcan, Fußball-Torwart
* Konrad Renn, Pfarrer
* Hannes Scherling, Maler
* Bartholome Schnell, Drucker der Emser Chronik
* Fatima Spar, Sängerin
* Salomon Sulzer, Reformkantor und Komponist
* Aron Tänzer, Rabbiner und Historiker
* Ludwig Welti, Historiker
* Barbara Wötzlin, letztes Opfer der Hexenverfolgung in der Grafschaft Hohenems

hemalige Bürgermeiste

* Marco Brunner (1817–1888, nach ihm wurde die Brunnerstraße benannt)
* Otto Amann
* Herbert Amann
* Christian Niederstetter
* Hermann Klien
* August Jäger


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 23.01.2018 02:41 von den Wikipedia-Autoren.
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