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Hohe Stimme im Samtanzug

Europa, London
31.08.2011
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Der Alpha-Bee-Gee mit der hellen Stimme - Barry Gibb wird 65
Fünf Jahrzehnte lang ist Barry Gibb im Musikgeschäft. Der Engländer komponierte in seiner Karriere viele der bedeutendsten Pop-Hits («Night Fever», «How Deep Is Your Love»). Am 1. September feiert der Produzent und Bee-Gees-Sänger seinen 65. Geburtstag.
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Barry Gibb (r), Mitglied der legendären Popgruppe Bee Gees, begeistert mit der Band am 05.06.1991 in der Waldbühne in Berlin.

London (dpa) - Er ist der älteste der berühmten Gibb-Brüder. Doch Barry ist weit mehr als nur ein Drittel der weltbekannten Gruppe Bee Gees. Sie hat ihn und seine Brüder Robin und Maurice berühmt gemacht. Aus Barrys Feder stammen aber auch Hits wie etwa Barbra Streisands «Woman in Love» oder Diana Ross‘ «Chain Reaction». Unbestritten ist, dass der Mann mit der hellen Stimme seine größten musikalischen Erfolge zusammen mit seinen Brüdern feierte. In den 70er Jahren dominierten sie die Diskofieber-Ära. Heute, kurz vor seinem 65. Geburtstag am 1. September, ist Barry Gibb ein Veteran der Pop-Musik.

Die Musik wurde Barry Gibb, der Stevie Wonder zu seinen musikalischen Vorbildern zählt, in die Wiege gelegt. Er kam 1946 als Sohn des Bandleaders Hugh Gibb auf die Welt und sang schon im Grundschulalter. 1958 wanderten die Gibbs nach Australien aus. «Australien ist meine Heimat», sagt Barry Gibb auch heute noch.

Die fünfwöchige Schiffsreise ans andere Ende der Welt sowie die ebenso lange Rückreise nach Europa knapp zehn Jahre später haben die Brüder musikalisch geprägt. «Wir waren in den Pyramiden, in Indien, in der Sahara-Wüste», sagte Barry der Tageszeitung «Guardian». «Ich glaube, dass das viel mit unserem Songschreiben zu tun hat, mit diesen seltsamen Liedern, den ungewöhnlichen Texten und Abstraktionen.»

Zurück in England ließ der große Erfolg nicht lange auf sich warten. Zunächst machten die von den Beatles beeinflussten Softrocker in den späten 60ern mit Hits wie «To Love Somebody» oder «How Can You Mend a Broken Heart» auf sich aufmerksam. Den Gipfel ihrer Karriere erklommen sie ein Jahrzehnt später mit dem Soundtrack zum Film «Saturday Night Fever». Der machte nicht nur den tanzenden John Travolta zum Star, sondern verhalf auch den Bee Gees zu weltweitem Ruhm.
Fünf Jahrzehnte lang ist Barry Gibb im Musikgeschäft. Der Engländer komponierte in seiner Karriere viele der bedeutendsten Pop-Hits aller Zeiten («Night Fever», «How Deep Is Your Love»). Am 1. September feiert der Produzent und Bee-Gees-Sänger seinen 65. Geburtstag.

Die Hits dieses Albums, wie «Stayin‘ Alive», füllen heute noch die Tanzflächen. Die Bee Gees mit ihrer von eingängigen Rhythmen und Melodien geprägten Musik, sind aus dieser Ära des Diskofiebers nicht wegzudenken. Barry Gibb, der mit seiner Frau Linda seit mehr als 40 Jahren verheiratet ist und mit ihr zusammen fünf Kinder hat, gab 2009 im «Daily Telegraph» zu: «Wir tanzen nicht, wir haben nie getanzt. Wir haben viel Rhythmus in uns, aber wir gehören einfach nicht auf die Tanzfläche.»

Ums eigene Image ging es Barry und seinen Brüdern nach eigener Darstellung nie, wie er dem «Daily Telegraph» weiter sagte. Alles drehe sich allein um die Musik. So suchten sie sich auch nicht selbst die Satin-Anzüge aus, in denen sie vom «Saturday Night Fever»-Albumcover lächeln und die ihr Markenzeichen wurden. Die Kunst des Trios lag noch nie in Live-Shows. Schon damals schrieben Zeitungen wie die «Chicago Tribune», dass «die Bee Gees nicht besonders dynamische Entertainer» seien. «Ihr Talent liegt in ihrer Musik und ihren Harmonien», war in einer Ausgabe von 1979 zu lesen. Dies unterstrich auch Barry Gibb selbstironisch im «Guardian»: «Wir waren nicht gerade Led Zeppelin, oder?»

Im Leben der Bee Gees herrschte nicht immer eitel Sonnenschein. Die schwerreichen Brüder, die im Laufe ihrer Karriere mehrere Grammys gewannen, lagen oft im Streit und gingen zeitweise getrennte Wege. Der wohl schwerste Schock ereilte die Gibbs im Januar 2003, als Maurice mit 53 Jahren starb. Der Schmerz ließ die Familie auseinanderdriften - erst Jahre später begannen Barry und Robin wieder häufiger miteinander zu reden.

Auch wenn es seit dem Tod von Mo, wie er genannt wurde, ruhiger um Barry Gibb geworden ist, spielen Musik und Musiklegenden in seinem Leben noch immer eine bedeutende Rolle. So kaufte er 2006 das Haus von Countrysänger Johnny Cash in Tennessee. Gut ein Jahr später brannte es während Renovierungsarbeiten ab. Auch dem jungen Publikum präsentierte sich Barry Gibb unlängst, als er im Mai 2010 zusammen mit Robin bei der US-Casting-Show American Idol auftrat. Dass Musik-Ikone Barry Gibb auch nach mehr als fünf Jahrzehnten nicht von der Pop-Bildfläche verschwinden wird, darf als sicher gelten.


Quelle: Youtube.com


 

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