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Glücksgefühle an der Bastille
Europa
07.05.2012
Paris (dpa) - Jubel, Nostalgie und Hoffnung auf den politischen Neuanfang: Auf dem symbolträchtigen Pariser Bastille-Platz lag sich Frankreichs Linke am Sonntagabend jubelnd und ausgelassen in den Armen. Nach dem politischen Linksrutsch durch den Wahlsieg des Sozialisten François Hollande gab es kein Halten mehr. In Autokorsos, per Bus, Bahn oder auch zu Fuß zog es Zehntausende zu dem Platz, an dem die Linke einst auch enthusiastisch den Wahlsieg eines anderen François gefeiert hatte: den von Hollandes großem Vorbild François Mitterrand.
Polit-Veteranen aus dieser Ära - wie der einstige Kulturminister Jack Lang - konnten ihre Begeisterung kaum in Worte fassen. «Ich spüre unbeschreibliche Glücksgefühle», brachte er nur gerührt heraus. Vor allem die Älteren auf dem Platz sprachen nostalgisch von damals, als erstmals in der V. Republik ein Sozialist an die Macht kam.
«Sarko, c‘est fini», (Sarko ist am Ende) schallte es aus der einen Ecke. In einer anderen wandelten ausgelassene Teenager einen bekannten Hit der nun aus dem Elysée ziehenden Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy um. «Il y a quelqu‘un qui m‘a dit, que Sarko a perdu» (Jemand hat mir gesagt, dass Sarko verloren hat), intonierten sie spöttisch im Gedränge. Andere skandierten immer wieder ein gröhlendes «On a gangné, on a gangè» (Wir haben gewonnen). Mit Lippenstift hatten sich viele einen roten Buchstaben H auf die Wange gemalt. H - für Hollande. Andere hatten rote Rosen im Haar.
Die ohrenbetäubende Freude über den bisher zweiten sozialistischen Präsidenten der V. Republik kannte keine Grenzen. Champagnerflaschen machten die Runde. Frankreichs Linke war in überschäumender Feierlaune. Voller Ungeduld warteten die Menschenmassen auf den Sieger des erbitterten Präsidentenwahlkampfs, der monatelang das Land in Atem gehalten hatte. Hollande hatte es im Wahlkampf erfolgreich geschafft, die Hoffnung der durch die Krise gezeichneten Franzosen auf sich zu vereinigen - sie jubelten ihm nun voller Erwartungen zu.
«Ich bin gerührt», sagte der Arbeitslose Aurélien Catifaud (29), der stundenlang auf den großen Augenblick am Bastille-Platz gewartet hatte - mit Tränen in den Augen. Die junge Sozialarbeiterin Dalia sprach von einer enormen Erleichterung und ihrer Hoffnung auf einen demokratischen Neustart.
Die Menschen kamen in Scharen zu dem Ort, an dem einst Frankreichs Revolution den Anfang nahm. Auf der Fläche, auf der einst die längst geschliffene verhasste Bastille-Zwingburg stand, ist heute ein großer Platz mit einer riesigen Säule. Übermütig versuchten mehrere Jugendliche sie zu besteigen. Gegen 23.00 Uhr war der Platz bereits so mit Menschen gefüllt, dass ein Vorankommen der zu spät Eintreffenden nur noch schwer möglich war. Zahlreiche Nebenstraßen waren abgesperrt, während der zum Rockstar gewordene Ex-Tennisstar Yannick Noah den Massen auf einer Bühne einheizte.
Hollandes Falcon-Jet hob zu diesem Augenblick erst in Zentralfrankreich ab, um den neuen Präsidenten mit seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler schleunigst von seinem Wahlkreis Tulle nach Paris zu fliegen. Nach der Landung sollte es direkt an den Bastille-Platz gehen.
Polit-Veteranen aus dieser Ära - wie der einstige Kulturminister Jack Lang - konnten ihre Begeisterung kaum in Worte fassen. «Ich spüre unbeschreibliche Glücksgefühle», brachte er nur gerührt heraus. Vor allem die Älteren auf dem Platz sprachen nostalgisch von damals, als erstmals in der V. Republik ein Sozialist an die Macht kam.
«Sarko, c‘est fini», (Sarko ist am Ende) schallte es aus der einen Ecke. In einer anderen wandelten ausgelassene Teenager einen bekannten Hit der nun aus dem Elysée ziehenden Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy um. «Il y a quelqu‘un qui m‘a dit, que Sarko a perdu» (Jemand hat mir gesagt, dass Sarko verloren hat), intonierten sie spöttisch im Gedränge. Andere skandierten immer wieder ein gröhlendes «On a gangné, on a gangè» (Wir haben gewonnen). Mit Lippenstift hatten sich viele einen roten Buchstaben H auf die Wange gemalt. H - für Hollande. Andere hatten rote Rosen im Haar.
Die ohrenbetäubende Freude über den bisher zweiten sozialistischen Präsidenten der V. Republik kannte keine Grenzen. Champagnerflaschen machten die Runde. Frankreichs Linke war in überschäumender Feierlaune. Voller Ungeduld warteten die Menschenmassen auf den Sieger des erbitterten Präsidentenwahlkampfs, der monatelang das Land in Atem gehalten hatte. Hollande hatte es im Wahlkampf erfolgreich geschafft, die Hoffnung der durch die Krise gezeichneten Franzosen auf sich zu vereinigen - sie jubelten ihm nun voller Erwartungen zu.
«Ich bin gerührt», sagte der Arbeitslose Aurélien Catifaud (29), der stundenlang auf den großen Augenblick am Bastille-Platz gewartet hatte - mit Tränen in den Augen. Die junge Sozialarbeiterin Dalia sprach von einer enormen Erleichterung und ihrer Hoffnung auf einen demokratischen Neustart.
Die Menschen kamen in Scharen zu dem Ort, an dem einst Frankreichs Revolution den Anfang nahm. Auf der Fläche, auf der einst die längst geschliffene verhasste Bastille-Zwingburg stand, ist heute ein großer Platz mit einer riesigen Säule. Übermütig versuchten mehrere Jugendliche sie zu besteigen. Gegen 23.00 Uhr war der Platz bereits so mit Menschen gefüllt, dass ein Vorankommen der zu spät Eintreffenden nur noch schwer möglich war. Zahlreiche Nebenstraßen waren abgesperrt, während der zum Rockstar gewordene Ex-Tennisstar Yannick Noah den Massen auf einer Bühne einheizte.
Hollandes Falcon-Jet hob zu diesem Augenblick erst in Zentralfrankreich ab, um den neuen Präsidenten mit seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler schleunigst von seinem Wahlkreis Tulle nach Paris zu fliegen. Nach der Landung sollte es direkt an den Bastille-Platz gehen.
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