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Gladbeck

Deutschland, Gladbeck
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Die Stadt "Gladbeck" liegt im zentralen Ruhrgebiet im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine Große kreisangehörige Stadt des Kreises Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster.

Geografie

Gladbeck liegt im Ruhrgebiet. Gladbeck gehört zur sogenannten "Emscherzone", die vergleichsweise spät vom Bergbau erfasst wurde. Die Stadt ist Bestandteil der Metropolregion Ruhr.

Im Norden wird der zum Stadtgebiet gehörende Weiler Breiker Höfe von den Nachbarstädten Bottrop, Dorsten und Gelsenkirchen umgeben. Im Süden grenzt die Stadt an Essen.

Stadtteile

Gladbeck hat die folgenden Stadtteile:
* Mitte, Stadtwald, Mitte-Ost, Ellinghorst: PLZ 45964
* Rentfort-Nord, Alt-Rentfort, Schultendorf, Zweckel: PLZ 45966
* Brauck, Rosenhügel, Butendorf: PLZ 45968

Geschichte

Vorindustrielle Gesellschaft

Frühgeschichtliche Funde zeigen eine Besiedlung schon um 2000 v. Chr. (siehe Museum, unten).

Zuerst erwähnt wird Gladbeck in einem Güterverzeichnis des Klosters Werden vom 3. Mai 1020 als "Gladbeki". Es könnte „Siedlung am glänzenden, glitzernden Bach ("glad" = hell, glänzend, klar; "beck" = bach) bedeutet haben. Da ist bei der Auflistung von Besitztümern, später ergänzt durch Notizen im Werdener "Liber privilegiorum maior" aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, von "Gladbeki" bzw. "Gladebeke" die Rede. Spekulationen über völlig andere Namensdeutungen (Waldbach, Gerichtshügel) sind weniger plausibel.

Das Dorf mit den fünf Bauernschaften (siehe unten) gruppierte sich um die St.-Lamberti-Kirche. Es gehörte von 1180 bis 1802 zum Vest Recklinghausen und war so die längste Zeit verbunden mit Kurköln. Nach der Zeit von Napoleon geriet die Gegend 1815 an Preußen.

Zeit des Kohleabbaus 1873–1971

Ehemalige Berginspektion (1905), jetzt Musikschule
Die erste Zeche wurde ab 1873 abgeteuft, ab 1878 Kohle gefördert. Die kleine Dorfgemeinde wuchs zu einer mittelgroßen Industrieansiedlung, die im Juli 1919 die Stadtrechte erhielt (als „jüngste Stadt Neu-Deutschlands“, wie das Lokalblatt schrieb). Sie hatte zwischenzeitlich fünf Schachtanlagen. Die Jahre 1925–1929 hatten etwas von einer kleinen Blütephase an sich, in der trotz aller Schwierigkeiten wichtige Bauvorhaben realisiert werden konnten, zum Beispiel:
* das Freibad,
* die Neuanlage des Wasserschlosses Wittringen Schloss Wittringen,
* der Jovyplatz mit Verwaltungsbauten und
* das Stadion, die „Vestische Kampfbahn“. (1932 hielt Adolf Hitler dort eine Wahlrede.)

1928 verdrängte der Sexualmord an dem 19-jährigen Gladbecker Abiturienten Helmut Daube den Transatlantikflug des Luftschiffes Graf Zeppelin aus den Schlagzeilen.

Wie alle deutschen Städte wurde Gladbeck nach der Machtergreifung Hitlers 1933 gleichgeschaltet, und zwar unter dem bereits vorher gewählten konservativen Bürgermeister Hackenberg, der sogleich in die NSDAP eintrat. Wie viele deutsche Städte wurde Gladbeck im Krieg stark zerstört, im Innenstadtbereich zu 43 Prozent. Damit zählte es zu den am meisten zerstörten Städten im Ruhrgebiet.

Bis 1960 stieg die Einwohnerzahl auf bis zu 84.000 und liegt nun bei ungefähr 77.000. Die letzte Zeche Graf Moltke wurde 1971 geschlossen, seit dieser Zeit bemüht sich Gladbeck um den Strukturwandel und kämpft gegen die Arbeitslosigkeit.

Kommunale Neuordnung und jüngere Geschichte seit 1975

Bei der Kommunalen Neuordnung in Nordrhein-Westfalen (1975) kam die kreisfreie Stadt Gladbeck zusammen mit dem Dorf Kirchhellen (Kreis Recklinghausen) zur Nachbarstadt Bottrop. Gegner der Neuordnung bemängelten die geringe Siedlungsgeschlossenheit an der Grenze zwischen Gladbeck und Bottrop und führten an, dass Bottrop nur wenig größer war als Gladbeck. Ihr Slogan: „GlaBotKi is nich“.

Das Oberverwaltungsgericht Münster, das vom ehemaligen Gladbecker Oberstadtdirektor Rump angerufen worden war, befand im so genannten Nikolaus-Urteil vom 6. Dezember 1975, dass Bürgernähe und höhere Verwaltungseffizienz durch die Neuordnung nicht gegeben waren. Dieses aber war die Begründung für die Neuordnung gewesen. Die Vereinigung wurde rückgängig gemacht und die Gemeinderatswahl von 1975 zum („Groß-“)Bottroper Gemeinderat für ungültig erklärt.

Seit dem 1. Juli 1976 gehört Gladbeck dem Kreis Recklinghausen an; dabei ist die Grenze mit Dorsten und daher mit dem übrigen Kreisgebiet weniger als 500 Meter lang. Wer mit dem PKW von Gladbeck in den Rest des Kreises fahren will, muss ihn vorher verlassen, was diese Stadt zu einer Art Exklave des Kreises macht.

Im August 1988 erlangte Gladbeck traurige Berühmtheit, als eine Filiale der Deutschen Bank im Stadtteil Rentfort überfallen wurde und es zu einer Geiselnahme kam. Bei diesem als Gladbecker Geiseldrama bekannt gewordenen Verbrechen starben drei Menschen.

Politik

Blick auf das historische Rathaus von der Rentforter Straße aus
Gladbeck bildet zusammen mit Bottrop einen Bundestagswahlkreis (126: Bottrop - Recklinghausen III). Der direkt gewählte Abgeordnete heißt Michael Gerdes (SPD). Im Landtag von NRW wird Gladbeck von Wolfgang Röken (SPD) vertreten.

Stadtrat

Der Rat der Stadt besteht aus 44 Ratsfrauen und Ratsherren:
* SPD 21 Sitze
* CDU 12 Sitze
* Grüne 3 Sitze
* BIG + GBL 1] 3 Sitze

* Soziale Liste; (DKP/Hartz IV Initiative 2 Sitze
* FDP 2 Sitze
* Die Linke 3 Sitze


(Stand: Kommunalwahl am 30. August 2009)

In der folgenden ListeVerzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1976 bis 2004 werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben. Die Ergebnisse für Gladbeck lauteten:



1 Grüne: 1984 und 1989: Grüne, ab 1994: B’90/Grüne

→ "Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen vor 1975"

Bürgermeister

Am 21. Juli 1919 wurde dem Amt Gladbeck die Stadtrechte verliehen, seitdem gibt es einen Bürgermeister. Bis 1974/76 war Gladbeck kreisfrei, daher lautete die Amtsbezeichnung "Oberbürgermeister". Seitdem heißt es "Bürgermeister". Seit 1994 handelt es sich um eine hauptamtliche Funktion. Der Bürgermeister ist Vorsitzender des Rates und Chef der Verwaltung.
* 1885–1917: Heinrich Korte, parteilos, Amtmann
* 1917–1931: Michael Jovy, parteilos, seit 1919 Bürgermeister
* 1932–1945: Bernhard Hackenberg, seit 1933 NSDAP
* 1945–1946: Paul Schulte, von den Briten ernannter kommissarischer Oberbürgermeister
* 1946 (Juni-Oktober): Wilhelm Olejnik, SPD
* 1948–1952: Johann Harnischfeger, CDU
* 1946–1958: Friedrich Lange, SPD
* 1958–1963: Heinrich Kliem, SPD, gewählt von der CDU und Teilen der SPD
* 1963–1965: Hans Wuwer, SPD
* 1965–1971: Günter Kalinowski, SPD
* 1971–1974: Norbert Aust, SPD
* 1976: Manfred Braun (Kommissar für die Aufgaben des Rates und des Oberbürgermeisters)
* 1976–1994: Wolfgang Röken, SPD
* 1994 (3. November bis 31. Dezember): Maria Seifert, CDU
* 1994–2004: Eckhard Schwerhoff, CDUSiehe bis 2004: Rainer Weichelt: "Geschichte der Stadt Gladbeck". Gudensberg-Gleichen: Wartberg Verlag, 2004, S. 122.
* seit 2004: Ulrich Roland, SPD

Nach jahrzehntelanger Herrschaft der Sozialdemokraten, zumeist mit absoluter Mehrheit, wurde 1994 der Christdemokrat Eckhard Schwerhoff vom Rat zum (hauptamtlichen) Bürgermeister gewählt; dieses neugestaltete Amt ohne gleichzeitigen Stadtdirektor war durch eine NRW-Wahlreform vorzeitig möglich geworden. Bei den damaligen Wahlen hatten die regierenden Sozialdemokraten mit dem noch ehrenamtlichen Bürgermeister Wolfgang Röken die absolute Mehrheit nur sehr knapp verfehlt. Da der hauptamtliche Bürgermeister kraft Amtes auch eine Stimme im Rat hat, hätte ein sozialdemokratischer Bürgermeister eine Pattsituation im Rat bedeutet. Daher entschlossen sich die Grünen und die damals neue Wählervereinigung „Bürger in Gladbeck“ dazu, zusammen mit der CDU den Verwaltungsangestellten Schwerhoff zu wählen. Schwerhoff war zwar CDU-Mitglied, jedoch nicht aktiv in der Stadtpolitik in Erscheinung getreten.

Bei der Kommunalwahl 1999, als in NRW die Direktwahl der Bürgermeister flächendeckend eingeführt wurde, gelang Schwerhoff die Wiederwahl. In der Stichwahl zur Kommunalwahl vom 10. Oktober 2004, zu der Schwerhoff nicht mehr angetreten war, wurde Ulrich Roland (SPD) zum Bürgermeister gewählt.

Wappen
Blasonierung: Gespalten von Schwarz und Gold und bekrönt mit einer roten Mauerkrone; vorne schräg gekreuzt ein goldener Schlägel und ein goldenes Eisen, hinten drei (2:1) schräge, schwarze Wolfsangeln.

Das Gladbecker Stadtwappen, in Schwarz-Rot-Gold gehalten, hat eine rote Mauerzinne als Zeichen des gerade erworbenen Stadtstatus. Vorne sieht man ein schwarzes Feld, das die Kohle symbolisiert, darauf Schlägel und Eisen für den Bergbau. Die schwarzen Haken auf der hinteren Seite sind Wolfsangeln, die dem Wappen der Herren von Brabeck entliehen sind, die im ausgehenden 14. Jahrhundert Besitzer von Haus Wittringen waren.

Städtepartnerschaften

* (Türkei), seit 1993
* (Vereinigtes Königreich), seit 1970
* (Volksrepublik China), seit 1988
* (Frankreich), seit 1964
* (Österreich), seit 1966
* , seit 1990
* (ehem. Loslau; Polen), seit 1990

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museum

Wasserschloss Wittringen
Museum der Stadt Gladbeck
Im Wasserschloss Wittringen ist das Museum der Stadt Gladbeck beheimatet. Hier sind die Sammlungen und die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte Gladbecks und seiner Umgebung untergebracht. Die Sammlungen umfassen außerdem naturkundliche Gegenstände aus den Bereichen Geologie, Mineralogie, Paläontologie. Die Dauerausstellung zeichnet die Entwicklung der Region von den naturkundlichen Grundlagen des Bergbaus (Steinkohle, Blei- und Zinkerze) über die Besiedlungs- und Stadtgeschichte bis zur Gegenwart nach.

* Der wichtigste Fund ist ein Waldwisent aus dem Gladbecker Stadtteil Brauck, eines der wenigen fast vollständig erhaltenen Skelette in Europa. Das Museum zeigt eine Kopie.
* Das jungbronzezeitliche Gräberfeld in Ellinghorst mit einer schlüssellochförmigen Grabenanlage, zwei Kreisgräben und 203 Feuerbestattungen wird mit Objekten und Abbildungen vorgestellt.
* Nennenswert aus der vor- und frühgeschichtlichen Zeit sind ferner ein bronzezeitliches so genanntes Typusbeil und ein Themenbereich zum Urnenfeld, das in Gladbeck-Ellinghorst gefunden wurde.
* In der Dauerausstellung werden römische Münzen gezeigt.
* Besonders lokaltypisch sind die Räume zur Geschichte der Zechenzeit, die für Gladbeck von 1873 bis 1971 dauerte. Ein nachgebauter Stollen sowie die Einrichtung einer Bergmannswohnung gehören dazu.
* Mit einem Blockmodell wird die Lagerung der Steinkohle im nördlichen Ruhrgebiet erläutert, die zur Entstehung der Zechen auf Gladbecker Boden führte.
* Ferner sammelt das Museum moderne Kunst, darunter (seit 1986) auch Computerkunst. Es besitzt unter anderem Werke von Joseph Beuys und Timm Ulrichs.

Das Museum hat auch ein museumspädagogisches Angebot: alle Themenbereiche der Sammlungen und der Dauerausstellung können für Schulklassen und Gruppen erfragt werden, beispielsweise die Ritterzeit, da das "Wasserschloss Wittringen" ein Rittersitz war.

Religionsgemeinschaften

Nach Angaben der Stadt Gladbeck gehörten zum Jahresende 2006 von insgesamt 77.436 Einwohnern 53.027 (ca. 68 Prozent) einer der beiden großen christlichen Konfessionen an (30.906 katholisch (ca. vierzig Prozent), 22.121 evangelisch (ca. 28 Prozent)). 24.409 gehören sonstigen Religionsgemeinschaften an oder sind ohne Bekenntnis. Die größte Gruppe unter den sonstigen Religionsgemeinschaften bekennt sich zum Islam. Wie viele Einwohner dem Islam zuzurechnen sind, ist unbekannt. Ebenso ist eine zahlenmäßige Nennung der einzelnen konfessionellen Gruppen (wie Schiiten, Sunniten oder Aleviten) wegen fehlender Angaben nicht möglich.

Bedingt durch die Neustrukturierung im Bistum Essen gibt es in Gladbeck seit dem 1. September 2007 nur noch eine Großpfarrei, St. Lamberti. Diese besteht aus den sechs „Gemeinden“

miniatur
* Heilig Kreuz, Butendorf
* Herz Jesu, Zweckel
* St. Johannes, Ost
* St. Josef, Gladbeck-Alt-Rentfort mit der Filialkirche St. Franziskus, Gladbeck-Rentfort-Nord
* St. Lamberti, Mitte
* St. Marien, Brauck

Für die so genannten „weiteren Kirchen“ "St.Elisabeth, Ellinghorst" und "Christuskönig, Schultendorf", die zukünftig nicht mehr aus Kirchensteuermitteln finanziert werden, liegt noch kein Verwendungskonzept vor.

Evangelische Gotteshäuser (nach der Profanierung der Lukas-Kirche in Butendorf am 4. Mai 2008 und der Markus-Kirche am 11. Mai 2008):
* Christuskirche, Mitte
* Petruskirche, Brauck
* Martin-Luther-Kirche, Rentfort
* Sankt Stephani-Kirche, Zweckel

Evangelisch-freikirchliches Gotteshaus:
* evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten) "Friedenskirche", Mitte

Neuapostolische Gotteshäuser:
* Gemeinde Gladbeck-Mitte
* Gemeinde Gladbeck-Zweckel

Neben der Moschee im Stadtteil Butendorf gibt es in Gladbeck eine Reihe weiterer islamischer Gebetsräume (konkrete Zahlen fehlen), die als solche jedoch nach außen hin nicht unbedingt in Erscheinung treten.

Bauwerke

Ehemaliges Postamt an der Postallee, jetzt ein Brauhaus
Ehrenmal zur Erinnerung an die Gefallenen der Stadt Gladbeck in den Weltkriegen
* Bürgerhaus Gladbeck-Ost
* Ehrenmal im Wittringer Wald (1932)
* Ev. Markuskirche, an der Bülse- Ecke Lindenstr. wurde 1968 von Wittig und Janowski entworfen. Sie steht unter Denkmalschutz und hat eine markante Zeltform, einen seitlichen Turm mit klarer Architektur. 2009 ist der Umbau zum ersten Luther-Forum Deutschlands geplant.
* Freibad (1927–1928)
* Hallenbad
* Kath. Heilig-Kreuz-Kirche im Ortsteil Butendorf (1912–1914), von Otto Müller-Jena
* Kath. Christus-König-Kirche im Ortsteil Schultendorf (1927–1928), von dem Gelsenkirchener Architekten Josef Franke
* Kath. Herz-Jesu-Kirche im Ortsteil Zweckel (1912–1915), von den Architekten Ludwig Becker und Wilhelm Sunder-Plaßmann
* Kath. St. Josef-Kirche im Ortsteil Alt-Rentfort (1934–1935), von dem Gelsenkirchener Architekten Josef Franke
* Ehemaliges Postamt (1928), jetzt Gaststätte Brauhaus
* Maschinenhalle der ehemaligen Zeche Zweckel im Ortsteil Zweckel (1909), Industriedenkmal, Maschinenhalle mit zwei Fördergerüsten, heute für gesellschaftliche Ereignisse buchbar.
* Altes Rathaus, vormals Amtshaus (1908–1910), von dem Kölner Architekten Otto Müller-Jena
* Stadion Gladbeck (1928), seit 1986 unter Denkmalschutz
* Stadtbücherei
* Stadthalle
* Städtische Galerie im Rathauspark, ein Ausstellungsforum für junge und aktuelle Gegenwartskunst.
* Türkische Moschee in Gladbeck-Butendorf
* Volkshochschule in der Jovi-Villa

Theater, Kino und Musik

Das Jazzival und einige andere Kulturveranstaltungen (z. B. in der Maschinenhalle Zeche Zweckel im Rahmen der RuhrTriennale) finden in Gladbeck statt.
Das letzte (kommunale) Kino befindet sich in der Stadtbücherei.

Literaturbüro

Das Literaturbüro NRW-Ruhrgebiet e. V. ist seit 1986 in Gladbeck ansässig und vergibt in jedem Herbst den vom Regionalverband Ruhr gestifteten Literaturpreis Ruhrgebiet. Insgesamt 15.110 € erhalten die Preisträger für poetische Texte, die Bezug nehmen auf die Wirklichkeit und den Kunst-Stoff im Ruhrgebiet.

Grünanlagen
Blick vom Gasometer Oberhausen auf Gladbeck: beim zweiten großen Schornstein rechts der Turm der Lamberti-Kirche, weiter links hell der Sparkassenturm und etwas weiter der Rathausturm. Links im Bild das Kraftwerk in Scholven.
Im Stadtgebiet werden ca. 600 ha öffentlich nutzbare Erholungsflächen angeboten. Davon sind rd. 180 ha Parks und Spielplätze, rd. 200 ha städtischer Wald und 200 ha rekultivierte, mit Wegen erschlossene Halden des Steinkohlebergbaus. Insgesamt gibt es im Stadtgebiet 62 Kinderspielplätze und zahlreiche Spielstationen in der Fußgängerzone in der Innenstadt. Zur Freizeitqualität tragen 34,7 ha Kleingärten und die Stadtgärten Johowstraße und Frochtwinkel/Schulstraße mit 12,5 ha Fläche bei. Zwei Stadtgartenhäuser können für private Feiern angemietet werden.

Sport

Die Volleyball-Damen des Turnverein Gladbeck spielen seit 2009 in der 2. Bundesliga-Nord.

Der VfL Gladbeck spielte zwischen 2004 und 2009 in der Handball-Regionalliga West.

Die Wasserball-Herren-Mannschaft des SV Gladbeck 13 spielt seit 2004 auf Landesebene.

Die DLRG Ortsgruppe Gladbeck e.V. bildet seit 1966 unter anderem Schwimmer und Rettungsschwimmer aus.

Die DJK Germania Gladbeck spielte 2007/2008 in der Oberliga Westfalen

Regelmäßige Veranstaltungen

Am ersten Samstag im September wird das Appeltatenfest (Apfeltaschenfest) gefeiert.

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen
In Gladbeck ansässige Unternehmen sind u. a.:
* Deutsche Rockwool Mineralwoll-GmbH, Steinwolleherstellung in Ellinghorst, 298 Mitarbeiter im Werk und 300 in der Verwaltung (2006)
* GAT, gegründet 1983, stellte 2007 Diesel-Rußpartikelfilter her, die nicht normgerecht waren. Ab 2008 werden korrekte Schalldämpfer produziert. GAT hat 165 Mitarbeiter an der Haldenstraße. Eine Zweigstelle befindet sich in Eisenach.
* INEOS Phenol, chemischer Betrieb in Zweckel
* Pilkington, Glasherstellung in Ellinghorst
* RBH Logistics GmbH, mit 920 Beschäftigten (2009) größter privater Arbeitgeber in Gladbeck

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Stand 31. Dezember 2002



Flächennutzung

Stand: 31. Dezember 2003, Angaben in Hektar



Verkehr

Straßenverkehr

Gladbeck ist über die nachfolgend aufgeführten Autobahnen und Anschlussstellen an das Fernstraßennetz angebunden.

* "A 2 (E 34):" Oberhausen–Dortmund–Hannover–Berlin (Anschlussstelle 5: Essen/Gladbeck, Anschlussstelle 4: Gladbeck-Ellinghorst)
* "A 31:" Bottrop–Gronau–Emden (Anschlussstelle 41: Gladbeck)
* "A 52:" Marl-Nord–Gelsenkirchen–Gladbeck (Anschlussstelle 42: Gelsenkirchen Buer-West/Gladbeck)
* "B 224:" Raesfeld–Erle–Dorsten–Gladbeck–Essen–Velbert–Wuppertal–Solingen; Anschlussstelle: Gladbeck-Zentrum, Anschlussstelle: Gladbeck Schloss Wittringen, Autobahn-Anschlussstelle: Gladbeck A 2, Anschlussstelle: Gladbeck-Kösheide

Der Stadtteil Mitte wird über die Europabrücke mit den Stadtteilen Rentfort und Schultendorf verbunden.

Bahn

Gladbecker Westbahnhof
Gladbeck besitzt drei Bahnhöfe:
* den zentral gelegenen Bahnhof Gladbeck West an der Bahnstrecke Oberhausen-Osterfeld Süd–Hamm, mit einer Radstation,
* den Bahnhof Gladbeck Ost an der Bahnstrecke Winterswijk–Gelsenkirchen-Bismarck, an der auch
* der Bahnhof Gladbeck-Zweckel liegt, welcher über eine Verbindungsstrecke mit dem Westbahnhof verbunden ist.

Die Gladbecker Bahnhöfe werden von den Linien
* des Regional-Express 14 „Der Borkener“:Essen – Bottrop – "Gladbeck West – Gladbeck-Zweckel" – Dorsten – Borken,
* der Regionalbahn 43 „Emschertal-Bahn“:Dortmund – Wanne-Eickel – "Gladbeck Ost – Gladbeck-Zweckel" – Dorsten,
* der Regionalbahn 44 „Der Dorstener“:Oberhausen – Bottrop – "Gladbeck West – Gladbeck-Zweckel" – Dorsten,
* und der S-Bahn-Linie 9:Wuppertal – Essen – Bottrop – "Gladbeck West" – Haltern am See
angefahren.

Darüber hinaus gibt es in Gladbeck ein privates Streckennetz für den Zechenbahnbetrieb der Ruhrkohle AG.

Nächster Fernbahnhof mit ICE- und IC/EC-Verkehr ist Essen Hbf.

Busverkehr und Tarif

Die Busverbindungen innerhalb Gladbecks und in die Nachbarstädte gehören zum Netz der Vestischen Straßenbahnen. Gladbeck ist über den Kreis Recklinghausen dem VRR-Tarifgebiet angeschlossen. Seit Mitte 2005 gilt für Verbindungen außerhalb des VRR-Tarifgebiet und innerhalb von NRW der NRW-Tarif.

Medien

Die örtliche Tageszeitung ist die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ); bis zur Einstellung der Lokalausgabe Ende März 2006 gab es zudem die Ruhr Nachrichten (RN). Der „Stadtspiegel Gladbeck“ ist ein kostenloses Anzeigenblatt.

Das Lokalradio Radio Emscher Lippe berichtet über alle Neuigkeiten aus den Nachbarstädten Bottrop und Gelsenkirchen sowie natürlich aus Gladbeck.

Bildung

In Gladbeck gibt es u. A. eine städtische Musikschule und eine Volkshochschule.
Die Fachhochschule Gelsenkirchen in Gelsenkirchen-Buer liegt in unmittelbarer Nähe.

Ratsgymnasium, ältestes Gymnasium in Gladbeck, nahe der Stadtmitte
Weiter gibt es:
* 15 Grundschulen
* 4 Hauptschulen (Elsa-Braendström-Schule, Hauptschule Butendorf, Erich-Fried-Schule, Willy-Brandt-Schule)
* 1 Gesamtschule (Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule, die ehemals Gesamtschule Rentfort-Nord hieß)
* 3 Realschulen (Werner-von-Siemens-Realschule, Anne-Frank-Realschule, Erich Kästner-Realschule)
* 3 Gymnasien (Heisenberg-Gymnasium, Ratsgymnasium, Riesener-Gymnasium)
* 2 Berufskollegs (davon ein privates in Trägerschaft eines zur Caritas gehörigen Vereins), jeweils mit beruflichem Gymnasium
* 1 Freie Waldorfschule
* 2 Förderschulen für Lernbehinderte
* 1 Förderschule für Geistigbehinderte

Im Schulzentrum Brauck sind als Ganztagseinrichtung eine Haupt- und eine Realschule untergebracht.

Die Grundschulen in Gladbeck werden ausnahmslos zu offenen Ganztagsgrundschulen ausgebaut.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

* Johann Heinrich Riesener (* 4. Juli 1734; † 6. Januar 1806 in Paris), Möbelkünstler am französischen Hof im 18. Jahrhundert, dem ein Gymnasium, ein Brunnen vor dem Rathaus und eine Straße gewidmet sind. Die Möbelstücke, die vor allem für den Französischen Königshof vor der Revolution 1789 geschaffen wurden, sind heute u. a. in großen Museen der Welt zu sehen: Jean Paul Getty-Museum, Los Angeles, Waddesdon Manor, London, Schloss Versailles in Paris
* Helmuth Albrecht (* 26. November 1885; † 28. August 1953 in Kreßbronn), Politiker (DVP), MdR
* Hans Wiltberger (* 1887; † 1970), Komponist
* Franz auf’m Kamp SVD (* 1888; † 13. August 1963), Missionar, Rektor des Missionshauses St.Johann der Steyler Missionare in Blönried, Lehrer und Erzieher, Exerzitienmeister, Dichter und Dramatiker
* Benno Gellenbeck (* 13. Oktober 1910; † 6. September 1974 in Hamburg), Film- und Theaterschauspieler
* Hermann Nattkämper (* 4. Oktober 1911; † 2. April 2005 in Gladbeck), Fußballspieler, 1934 und 1935 mit FC Schalke 04 Deutscher Meister
* Harald Deilmann (* 30. August 1920; † 1. Januar 2008 in Münster), Architekt (Aalto-Theater Essen, Fernsehturm Düsseldorf, Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, Windhorst-Tower Saigon)
* Johann „Hans“ Wuwer (* 23. Juli 1922), Politiker (SPD), MdB, Vorstandsmitglied der Thyssen Energie GmbH
* Heinz Wewers (* 27. Juli 1927; † 29. August 2008 in Essen), Fußballspieler
* Achim Wessing (* 14. Dezember 1933), Augenarzt, Hochschullehrer und Forscher
* Helmut Janz (* 11. April 1934; † 8. November 2000 in Neu-Ulm), Leichtathlet und Olympiateilnehmer 1960, Europarekordler über 400 m Hürden
* Gerhard Prokop (* 15. Mai 1939; †), Torwart bei SV Zweckel, Sportfreunde Gladbeck und Alemannia Aachen; ein A-Länderspiel
* Rudolf Kowalski (* 8. September 1948), Schauspieler
* Claudia Lux (* 24. März 1950), Generaldirektorin der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin
* Berthold Possemeyer (* 20. Mai 1951), Konzertsänger und Hochschullehrer
* Doro Pass-Weingartz (* 17. September 1951), Politikerin (Grüne), von 1994 - 1999 Bürgermeisterin der Stadt Bonn
* Armin Rohde (* 4. April 1955), Schauspieler
* Frank Kretzschmar (* 29. März 1972), Sänger und Tänzer
* Michael Kraus (* 26. September 1955), Schwimmer
* Norbert Ballhaus (* 15. Dezember 1955), Politiker (SPD), seit 2004 Bürgermeister der Stadt Moers
* Heiko Waßer (* 3. Oktober 1957), Sportjournalist und Formel 1-Kommentator
* Chris Boltendahl (* 2. Januar 1962), Sänger (ehem. E-Bass-Spieler) der Power Metal-Band Grave Digger
* Ralf Ludwig (* 1961), Geschäftsführender Direktor des Institutes für Chemie der Universität Rostock, Professor für Physikalische Chemie, Juso-Bundesvorsitzender 1991-1993
* Timm Zumbrägel (* 1978), deutscher Rapper unter dem Pseudonym "Snaga"
* Timo Kunert (* 1987), deutscher Fußballer

Mit Gladbeck verbundene Personen

* Ernst Schiffmann (* 24. Dezember 1883 in Gößnitz; † 11. Januar 1952 in Gladbeck), Turnvater.
* Mathias Jacobs (1885–1935), Politiker (SPD), MdL
* Ibrahim Bekirović (* 22. Juli 1961 in Skopje; † 18. November 2000 in Sankt Pankraz), genannt Ibo, Sänger.

Sonstiges

Kinder- und Jugend-Universität

Gladbeck erhielt im Herbst 2006 eine Kinder-Universität. Angeboten werden verschiedene Kurse, wie zu Computern, Mathematik, Sprachen und vielen anderen Themenbereichen. Das Projekt startete am 8. September 2006.

Patenschaft in der Deutschen Marine

Für zwei Einheiten der Deutschen Marine hat die Stadt Gladbeck die Patenschaft übernommen. Es handelt sich um die beiden Mehrzwecklandungsboote "L762 Lachs" und "L765 Schlei" der Klasse 520, die bei den Spezialisierte Einsatzkräfte Marine in Eckernförde stationiert sind.Homepage der Deutschen Marine: "

Technisches Hilfswerk Gladbeck/Dorsten

In Gladbeck ist das Technische Hilfswerk Gladbeck/Dorsten stationiert. Dieser Ortsverband hat drei Bergungsgruppen und die Fachgruppen Beleuchtung und Wasserschaden/Pumpen. Die Unterkunft befindet sich in der Stollenstraße.

Siehe auch

* Gladbecker Geiseldrama

Literatur

* Rainer Weichelt: "Geschichte der Stadt Gladbeck". Gudensberg-Gleichen: Wartberg Verlag, 2004


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 06.06.2020 20:00 von den Wikipedia-Autoren.
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„Das Leben ist eine Collage", sagt Karel Trinkewitz. Zwischen unzähligen Kartons mit zehntausenden von Zeichnungen, papierenen Installationen und kuriosen Fundstücken wirkt der 80-jährige Großmeister des geklebten Kunstwerks in seinem
"Schon als Schüler der Keramikschule gefielen mir die Bilder von Salvador Dalí", erinnert sich Karel Trinkewitz an die Anfänge seiner Begeisterung für surrealistische Künstler. „Das war ja verboten, es galt als entartete Kunst.“
Hätten sich die Deutschen nicht zum Schluss noch ein abgefälschtes 1:4 einschenken lassen – es wäre nach dem 5:2 von 1939 der höchste Sieg aller Zeiten gegen Italien gewesen. Aber auch so war es für die Deutschen nach dem 2:3-Schöckchen gegen
Klar, jedes Mittel ist erlaubt und der Sieger hat immer Recht. Und wäre Atlético Madrid ein Underdog wie Leicester, man könnte sich auch nach einer Abwehrschlacht wie dieser mit ihnen freuen. Wenn aber eine Mannschaft mit geschätzten Schulden von
Der FC Bayern München legt Mario Götze trotz dessen Bekenntnis zum Verbleib beim deutschen Fußball-Meister einen Wechsel nahe. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge reagierte im Fachmagazin «Kicker» (Donnerstag) ungewöhnlich distanziert auf die
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