Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
Center Parcs - der Familienkurzurlaub im Internet!




Hotelsuche in 
 

Gheorghe Zamfir wird 75

Rumänien
31.03.2016
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Erzkonservativer Meister der Panflöte
Mit seiner zwitschernden Panflöte begeisterte er Millionen Menschen weltweit, darunter auch berühmte Filmregisseure. Gheorghe Zamfir wirkt wie ein Besessener: in seinem Ehrgeiz als Entertainer, aber auch in seinen fragwürdigen politischen Positionen.
Galerie
Bukarest (dpa) - Er spielte vor dem Papst in Rom, vor der Kaiserin Japans und vor Abertausenden Zuschauern in den Kulturmetropolen der Welt. Bei seinem Konzert im Athener Olympiastadion 1964 soll ihm das Publikum «die Schuhe geküsst» haben, rühmte sich Gheorghe Zamfir 2013 in der rumänischen Zeitung «Adevarul». 2002 wies ihn der Staat Israel nach antisemitischen Äußerungen aus. Am Mittwoch (6. April) feiert der Meister der Panflöte seinen 75. Geburtstag - an der Seite seiner frisch angetrauten 44 Jahre jüngeren Frau.
Gheorghe Zamfir im August 1987.

Das Massenpublikum begeisterte Zamfir mit neuen Tönen, die er der Panflöte entlockte, die unter seinen Lippen melancholisch klagen und zwitschernd jubilieren kann. Dazu verlängerte er das ursprünglich 20-röhrige Blasinstrument schrittweise auf bis zu 30 Bambusrohre. Manche Schöngeister finden seinen Sound kitschig. Jedenfalls kann er auf eine stolze Verkaufsbilanz zurückblicken: Mehr als 250 Ton-Veröffentlichungen, mehr als 120 Millionen verkaufte Platten, mehr als 90 Gold- und Platinauszeichnungen. Seine Interpretation des Volkslieds «Ciocarlia» («Die Nachtigall») wurde zum Klassiker.

Groß stieg Zamfir auch in das Filmgeschäft ein: Quentin Tarantino holte ihn als Filmmusiker für «Kill Bill». Für Sergio Leones «Es war einmal in Amerika» (1984) spielte Zamfir mit dem Panflöten-Stück «Cockeye‘s Song» eines der zentrale Motive.

Geboren als Sohn eines Krämers in Gaesti, einem Dorf in der südrumänischen Tiefebene etwa 100 Kilometer nördlich von Bukarest, war Zamfir für die große Karriere alles andere als prädestiniert. Weil sein Vater für die Kommunisten als Kleinkapitalist und als Sympathisant der rumänischen Faschisten galt, fiel Zamfir in die benachteiligte Kategorie der Rumänen «mit ungesunder Herkunft», wie es damals offiziell hieß. Sein Vater kaufte dem kleinen Jungen, der Volksmusikanten auf Jahrmärkten sehnsüchtig bewunderte, als erstes Instrument eine Mandoline.

Der Anfang war schwer. Als 14-Jähriger wollte er eigentlich am Bukarester Musik-Gymnasium Akkordeon lernen, doch gab es in der entsprechenden Klasse keinen Platz - nur die Gruppe für Panflöte nahm ihn auf. Als 18-Jähriger gewann er den ersten nationalen Wettbewerb. Ab 1961 folgte ein Musikstudium am Bukarester Konservatorium. Steil bergauf ging es für ihn ab Ende der 1960er Jahre, als der Schweizer Volksmusikforscher Marcel Cellier (1925-2013) ihn entdeckte.

1982 wanderte Zamfir aus Rumänien aus, nachdem er vorher mit seinen Konzerten im Ausland bewusst auch für das Regime des Diktators Nicolae Ceausescu hatte werben wollen, wie er der Zeitung «Adevarul» erzählte. Ende 1990 geriet Zamfir in eine finanzielle Sackgasse, weil der französische Fiskus hohe Steuer-Nachzahlungen einforderte. Dies mag dazu beigetragen haben, dass Zamfir sich in immer konservativere, antiwestliche politisch-ästhetische Haltungen hineinsteigerte. Er wurde Mitglied der rechtsextremen rumänischen Partei Romania Mare. In deren Blatt erschienen jene ihm zugeschriebenen antisemitischen Äußerungen, von denen sich Zamfir nach dem Eklat in Israel reumütig distanzierte.

Die Zeiten großer Konzerte auf den Weltbühnen scheinen für Zamfir vorbei zu sein, dafür bleiben ihm seine treuen Fans in Rumänien. Obwohl er Hardrock verabscheut, will er im Bukarester «Hardrock Café» am 5. April mit einem Panflöten-Konzert in seinen Geburtstag hineinfeiern - vor vermutlich ausverkauftem Haus.

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
Weitere Artikel zu diesem Thema
 
Italien
23.03.2016
Die Mächtigen fürchten ihn, belegten seine Werke teilweise mit Zensur. Dario Fo nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, Missstände aufzudecken. Dafür erhielt der Autor und Theatermacher sogar den Nobelpreis. Aber hinter dem großen
weiter
Deutschland
28.03.2016
Eine junge Geigerin flüchtet aus Syrien nach Deutschland. Die Musik hilft ihr, sich einzugewöhnen und Freunde zu finden. Diese Erfahrung will sie jetzt an Flüchtlingskinder weitergeben. Lübeck (dpa) - In ihrer Heimat Syrien träumte
weiter
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Außenseiter Albanien darf nach dem ersten EM-Sieg seiner Geschichte auf den Einzug ins Achtelfinale hoffen. Der Endrunden-Debütant gewann in der Gruppe A gegen Rumänien mit 1:0 (1:0) und kann mit drei Punkten als einer der vier besten
Die Schweiz hat den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde der Fußball-EM verpasst. Stürmer Admir Mehmedi von Bayer Leverkusen rettete seiner Mannschaft am Mittwoch in Paris mit seinem Ausgleichstreffer aber immerhin ein 1:1 (0:1) im zweiten
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Blutsverwandtschaft Wie das Leben manchmal so spielt, hätte ein anderer Diktator gerne seine Zähne in die großen Gebissabdrücke des berühmten Drachensohns Vlad III. geschlagen. Nicolae Ceauşescu tat alles dafür, Leben
1) Bukarest: Die Hauptstadt (2,1 Millionen EW) ist beileibe nicht alles, aber ohne den Epochenmix der lärmenden rumänischen Metropole kann man die restlichen Eindrücke nicht so gut einordnen. Es gibt nichts Dümmeres, als der
Rettet die Klischees! Sind nicht sie unsere rettenden Inseln in einem riesigen, schwarzen Meer des Unwissens. Warum sollten wir dann ausgerechnet den berühmtesten Sohn des Landes unterm Sargdeckel verstecken, wie eine geheime Verschlusssache? Und
"Murfatlar" ("Basarabi" von 1924 bis 1965 und 1980 bis 2007)Gemäß dem Gesetz 370/2007, veröffentlicht im Rumänischen Amtsblatt ("Monitorul Oficial al României") vom 21. Dezember 2007, erhielt die Stadt erneut die amtliche Benennung Murfatlar: .
"Cajvana" (deutsch "Keschwana", ukrainisch "Кажване/Kashwane") ist eine Stadt im Kreis Suceava (Rumänien). LageCajvana liegt auf einer Hochebene unmittelbar am östlichen Rand der Obcina Mare, eines Teilgebirges der Ostkarpaten. Die
"Gheorgheni" (ung. "Gyergyószentmiklós", dt. "Niklasmarkt") ist eine Stadt im Osten der Region Siebenbürgen (Rumänien) und mit etwa 20.000 EinwohnernVolkszählung 2002 die drittgrößte Stadt im Kreis Harghita. Sie liegt etwa 45 km nördlich der
Wetter

Bucureşti


(14.12.2017 07:10)

7 / 14 °C


15.12.2017
6 / 11 °C
16.12.2017
5 / 12 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Background - FAQ on ke ...
Agenda - The Week Ahea ...

Facebook Criticized Af ...
Putin Must Nudge Syria ...

...
...

Wer nachahmt, macht si ...
Schweiz des Balkans ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

banner

banner

banner

banner

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum