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Vatikanstadt, -Vatikanstadt
22.03.2012
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Papst Benedikt pilgert zu kubanischer Nationalheiligen
Der Besuch Papst Benedikts weckt unterschiedliche Erwartungen in Kuba, das seit 50 Jahren kommunistisch regiert wird. Die Opposition hofft auf ein Wort des Papstes zu politischen Reformen, die Kirchenführung auf eine Stärkung des katholischen Glaubens und die Staatsführung auf Ruhe.
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Mexiko-Stadt/Havanna (dpa) - In den vergangenen Tagen ging die Führung hart gegen Unmutsäußerungen der Opposition vor. So wurden rund 70 Mitglieder der Menschenrechtsgruppe «Damas de Blanco» («Frauen in Weiß») vorübergehend festgenommen, als sie nach dem Kirchgang am Sonntag wie gewohnt gegen die Regierung protestieren wollten. Ihre Chefin Bertha Soler kündigte an, dass die Frauen an den Messen des Papstes teilnehmen wollen. Ihre Bitte, vom Papst empfangen zu werden, wurde indes nicht erhört.
Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und des Staates Vatikanstadt Benedikt XVI..

Die Kirchenführung sieht heute ihre Rolle darin, die Einheit der kubanischen Nation zu stärken. Symbol der nationalen Einheit ist die «Virgen de la Caridad del Cobre» (Barmherzige Jungfrau von Cobre). Die vor 400 Jahren in der Bucht Nipe im Osten der größten Antilleninsel gefundene Heiligenfigur ist in Kuba nicht nur Gegenstand der katholischen Verehrung. Sie wird, seit sie bei den Kämpfen um die Unabhängigkeit im 19. Jahrhundert eine Rolle gespielt hatte, auch von den aus Afrika stammenden Religionen angebetet.

Erst vor wenigen Wochen war die bis dahin größte Mobilisierung der Katholiken seit vielen Jahren zu Ende gegangen: Eine Prozession mit der Jungfrau von Cobre. Die Figur der Nationalheiligen wurde durch das ganze Land getragen und in Städten, Dörfern, Krankenhäusern, Kirchen sowie Gefängnissen gezeigt. Am 27. März wird auch Benedikt XVI. zur Barmherzigen Jungfrau von Cobre pilgern.

Der Papstbesuch soll die Stellung der Kirche in Kuba weiter festigen. Sie ist in den vergangenen Jahren zu der Institution geworden, die einen gesellschaftlichen Dialog forderte und förderte und zwischen der Regierung und ihren Gegnern zu vermitteln versuchte.

Sie ist vor allem bemüht, sich nicht in die aktuellen politischen Auseinandersetzungen hineinziehen zu lassen. «Die Kirchen sind keine politischen Schützengräben», ließ die Kirchenführung wissen, als Oppositionelle in der vergangenen Woche ein Kirchengebäude in Havanna besetzt hatten - und ließ das Gotteshaus von der Polizei räumen.

 

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