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Frankfurt am Main

Deutschland, Frankfurt am Main
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} Einwohner je km²
|- Class="hintergrundfarbe2"
| Style="vertical-align: top;" | Ausländeranteil: || 20,7 % "(31. Dez. 2008)"
|- Class="hintergrundfarbe2"
| Style="vertical-align: top;" | Arbeitslosenquote (Stadtgebiet): || 6,4 % "(Juni 2008)"
|- Class="hintergrundfarbe2"
| Style="vertical-align: top;" | Verschuldung: || 1,098 Mrd. € "(Dezember 2008)"1.623 € pro Kopf
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| Style="vertical-align: top;" | Postleitzahlen:
| 60308–6059965929–65936
|- Class="hintergrundfarbe2"
| Style="vertical-align: top;" | Vorwahlen:
| 06906101 (Harheim, Nieder-Erlenbach)06109 (Bergen-Enkheim)
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| Style="vertical-align: top;" | Kfz-Kennzeichen:
| F
|- Class="hintergrundfarbe2"
| Style="vertical-align: top;" | Gemeindeschlüssel: || 06 4 12 000




|- Class="hintergrundfarbe2"
| Style="vertical-align: top;" | Stadtgliederung: || 16 Ortsbezirke,46 Stadtteile,118 Stadtbezirke
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| Style="vertical-align: top;" Align="Left"| Adresse der Stadtverwaltung:
| Römerberg 2360311 Frankfurt am Main
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| Style="vertical-align: top;" | Webpräsenz:
|
|-
! colspan="2" | Politik
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| Style="vertical-align: top;" | Oberbürgermeisterin:
| Petra Roth (CDU)
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| Bürgermeisterin: || Jutta Ebeling (Grüne)
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| Regierende Parteien: || CDU, Grüne
|-
! colspan="2" | Lage der Stadt Frankfurt am Main in Hessen
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! colspan="2" |Goethes Geburtshaus im Großen HirschgrabenGoethes Geburtshaus im Großen Hirschgraben
|}

Römer ist Frankfurts Rathaus und Wahrzeichen.Frankfurter Skyline, im Vordergrund Main und Flößerbrücke

"Frankfurt am Main" ist mit über 664.000 Einwohnern die größte Stadt Hessens und nach Berlin, Hamburg, München und Köln die fünftgrößte Deutschlands.

Seit dem Mittelalter gehört Frankfurt zu den bedeutendsten urbanen Zentren Deutschlands. 794 erstmals urkundlich erwähnt, war es seit dem Hochmittelalter Freie Reichsstadt und bis 1806 Wahl- und seit 1562 auch Krönungsstadt der römisch-deutschen Kaiser. Von 1816 bis 1866 war Frankfurt Sitz des Deutschen Bundes und 1848/49 des ersten frei gewählten deutschen Parlaments.

Heute ist Frankfurt ein bedeutendes europäisches Finanz-, Messe- sowie Dienstleistungszentrum und die einzige deutsche Großstadt, welche zu den sogenannten Alpha World Cities, also den international bedeutendsten Metropolen, gezählt wird. Die Stadt ist Sitz der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Frankfurter Messe. Durch ihre zentrale Lage gehört sie mit dem Frankfurter Flughafen, dem Hauptbahnhof und dem Frankfurter Kreuz zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten Europas.

1875 zählte Frankfurt erstmals über 100.000 Einwohner, 1928 zum ersten Mal mehr als 500.000. In der engeren Stadtregion leben heute etwa 1,8 Millionen, im gesamten Rhein-Main-Gebiet 5,8 Millionen Einwohner.

Eine Besonderheit Frankfurts ist die Skyline, deren Wolkenkratzer zu den höchsten Gebäuden Europas gehören.


Name

Die Legende der Frankenfurt

"Frankonovurd" bzw. "Vadum Francorum" lautet der Name der Siedlung auf dem Domhügel in den beiden ersten urkundlichen Erwähnungen 794 in althochdeutscher und lateinischer Sprache. Beides bedeutet "Furt der Franken", eine Felsbarriere im Untergrund des Mains, die es ermöglichte, an dieser wahrscheinlich etwas oberhalb der Alten Brücke gelegenen Stelle den Fluss – der damals viel breiter war als heute – bei normalem Wasserstand gefahrlos zu überqueren. Die Furt hatte in der Römerzeit wohl noch keine strategische Bedeutung gehabt, da die von Mainz aus in das Innere Germaniens führenden Straßen den Domhügel und die sumpfige Mainniederung umgingen.

Nach dem Abzug der Römer um das Jahr 260 war der Domhügel von den Alamannen übernommen worden. Etwa um 530 lösten die Franken die Alamannen in der Herrschaft über das Untermaingebiet ab. Wahrscheinlich nutzten die neuen Herrscher die Furt nun als wichtigen Verkehrsweg, den ihre Handelspartner deshalb mit dem Namen "Frankenfurt" belegten.Elsbet Orth, "Frankfurt am Main im Früh- und Hochmittelalter", in: Frankfurter Historische Kommission (Hrsg.): "Frankfurt am Main – Die Geschichte der Stadt in neun Beiträgen". Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4158-6, S. 11

Bereits im Mittelalter erzählt der Chronist Thietmar von Merseburg eine bis heute bekannte Legende von der Gründung der Stadt durch Karl den Großen. Er bringt sie in Verbindung mit den Sachsenkriegen:



Tatsächlich führte Karl der Große niemals in der Maingegend Krieg gegen die Sachsen. Auch der Name der Frankfurter Vorstadt Sachsenhausen, als vermeintlicher Ort der Ansiedlung gefangener Sachsen durch den siegreichen Kaiser, ist nur eine Legende.

Andere Legenden um den Namen und die Gründung Frankfurts sind heute weniger bekannt. Sie dienten vor allem in der frühen Neuzeit dazu, die Bedeutung Frankfurts mythisch zu überhöhen. Der Humanist Johannes Trithemius prägte im 15. Jahrhundert den Namen Helenopolis als Synonym für Frankfurt, das bis ins 18. Jahrhundert gelegentlich von anderen Humanisten genutzt wurde. Der Ursprung des Namens ist unklar. So soll Helenopolis eine Gründung des Helenos, eines Sohnes des Priamos, gewesen sein, der sich nach der Flucht aus Troja hier niedergelassen habe. Frankfurt hätte danach den gleichen mythischen Ursprung wie Rom, dessen legendäre Gründer Romulus und Remus Nachfahren geflohener Trojaner waren. Andere Autoren führten den Namen auf die Kaiserin Helena, die Mutter Konstantins des Großen, zurück.

Nach Trithemius soll um das Jahr 130 nach Christus ein gewisser "Francus", ein Herzog der "Hogier", die alte Stadt Helenopolis wiederhergestellt und nach seinem Namen "Franckenfurt" genannt haben.Barbara Dölemeyer: "Helenopolis – Frankfurt am Main in Mythos und Chronik (16.–18. Jahrhundert)", in: Bernhard Kirchgässner, Hans-Peter Becht (Hrsg.): "Städtische Mythen." Band 28 der Reihe "Stadt in der Geschichte" der Veröffentlichungen des Südwestdeutschen Arbeitskreises für Stadtgeschichtsforschung, Jan-Thorbecke-Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 978-3-7995-6428-1, S. 75–90 (, PDF)

Die ursprüngliche Namensform "Franconofurd" entwickelte sich im Mittelalter zu "Frankenfort" oder "Frankinfort", in der Neuzeit zu "Franckfort" und "Franckfurth" weiter. Spätestens seit Anfang des 19. Jahrhunderts hat sich die Schreibweise "Frankfurt" gefestigt. Der Namenszusatz "am Main" findet sich bereits in den ältesten Urkunden, seit dem 14. Jahrhundert regelmäßig.In den Mitte des 15. Jahrhunderts entstandenen deutschen Abschriften der Goldenen Bulle beispielsweise als "Frankinfurd uf den Meyn". Näheres zur Namensgebung in "Der Name Frankfurt", in: Wolfgang Klötzer, "Keine liebere Stadt als Frankfurt. Studien zur Frankfurter Geschichte 45", Frankfurt am Main, Verlag Waldemar Kramer, ISBN 3-7829-0509-1, S. 10–15 Umgangssprachlich wird der amtliche Name fast immer zu "Frankfurt" verkürzt, solange keine Verwechslungsgefahr insbesondere mit Frankfurt (Oder) besteht. Auch Namensformen wie "Frankfurt/Main" oder "Frankfurt a. M." finden sich häufig, im Eisenbahnverkehr ist "Frankfurt (Main)" üblich. Weithin sind auch die Abkürzungen "Ffm" oder "FFM" in Gebrauch.

Wappen

Stadtwappen ca. 1925–1936 von Hans Leistikow

Blasonierung: Das Wappen zeigt in Rot einen golden gekrönten silbernen Adler, in Gold und Blau bewehrt und bezungt. (PDF)

Der Frankfurter Adler geht auf den einköpfigen Reichsadler aus dem dreizehnten Jahrhundert zurück. Als Zeichen der Abhängigkeit der Reichsstadt zum Reich trägt der Adler eine Krone. Im Jahre 1841 entwarf der Bildhauer Eduard Schmidt von der Launitz die heutige Darstellung des Wappens. Allerdings sollte in den 1920er Jahren eine radikal vereinfachte Version des Grafikers Hans Leistikow das Wappen ersetzen: Oberbürgermeister Ludwig Landmann wollte sich nach dem Zeitgeist richten und setzte sich für diese expressionistische Fassung des Adlers ein. Der Bevölkerung missfiel der Vorschlag allerdings. 1936 wurde das alte Wappen wieder eingeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten erneut verschiedene Darstellungsweisen des Adlers, bis 1952 die Hauptsatzung das Wappen von 1936 festlegte. Der Leistikow-Adler wird heute nur noch in Einzelfällen, z. B. auf der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt oder auf der Fahne des Instituts für Stadtgeschichte, verwendet.

Geographie

Frankfurt und Nachbargemeinden

Geographische Lage

Die Stadt liegt auf beiden Seiten des Untermains südöstlich des Taunus in Südwestdeutschland zentral im wichtigsten Wirtschaftsraum Deutschlands. Etwa ein Drittel des Stadtgebiets ist als Landschaftsschutzgebiet Frankfurter Grüngürtel ausgewiesen. Dazu gehört auch der Frankfurter Stadtwald, einer der größten Stadtwälder Deutschlands. Das Stadtgebiet erstreckt sich in Ost-West-Richtung über 23,4 Kilometer, in Nord-Süd-Richtung über 23,3 Kilometer.

Ihren höchsten natürlichen Punkt hat die Stadt an der Berger Warte und der Leopoldsäule auf dem Berger Rücken im Stadtteil Seckbach mit 212,4 Meter über Normalnull. Ihr tiefster Punkt liegt am Mainufer in Sindlingen bei 88 Meter über Normalnull. Die Stadt liegt am nördlichsten Rand der Oberrheinischen Tiefebene, die von Basel bis ins Rhein-Main-Gebiet reicht.

Nachbargemeinden und Kreise

Frankfurt grenzt im Westen an den Main-Taunus-Kreis (Städte und Gemeinden Hattersheim am Main, Kriftel, Hofheim am Taunus, Kelkheim (Taunus), Liederbach am Taunus, Sulzbach (Taunus), Schwalbach am Taunus und Eschborn), im Nordwesten an den Hochtaunuskreis (Städte Steinbach (Taunus), Oberursel (Taunus) und Bad Homburg vor der Höhe), im Norden an den Wetteraukreis (Städte Karben und Bad Vilbel), im Nordosten an den Main-Kinzig-Kreis (Gemeinde Niederdorfelden und Stadt Maintal), im Südosten an die Stadt Offenbach am Main, im Süden an den Landkreis Offenbach (Stadt Neu-Isenburg) und im Südwesten an den Kreis Groß-Gerau (Städte Mörfelden-Walldorf, Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach).

Geologie

Geologisch sind im Stadtgebiet die seit dem jüngeren Pliozän und im Pleistozän entstandenen vier Flussterrassen von Main und Nidda erkennbar. Die höchste Terrasse setzt sich aus Taunusgesteinen zusammen und ist im Stadtgebiet nur im Bereich des Berger Rückens anzutreffen. Auf der oberen Terrasse von 170 bis 120 Meter liegen die nördlichen und nordöstlichen Stadtteile, die nach Nordwesten zur Nidda und nach Süden am Bornheimer Hang und am Röderberg steil abfallen, sowie der Süden von Sachsenhausen mit dem Mühlberg und dem Sachsenhäuser Berg. Die mittlere Terrasse liegt in einer Höhenlage zwischen 100 und 115 Metern. Sie ist im Stadtgebiet zum Beispiel in der Kelsterbacher Terrasse und im Steilufer der Altstadt von Höchst zu erkennen. Die unterste Terrasse zwischen 95 und 90 Metern entstand im Holozän. Sie begleitet den Main zu beiden Seiten. Auf ihr liegen der Domhügel, die historische Keimzelle der Stadt, und der Karmeliterhügel.

Klima

Klimadiagramm 1961–1990Geoklima 2.1, Daten siehe http://www.dwd.de/de/FundE/Klima/KLIS/daten/online/nat/index_mittelwerte.htm

Die ältesten Temperaturmessungen stammen aus dem Dezember 1695 und sind in der Chronik des Achilles Augustus von Lersner überliefert. Seit 1826 existieren kontinuierliche Messreihen, wenn auch für unterschiedliche Stationen. Heute bestehen in Frankfurt mehrere Stationen des Deutschen Wetterdienstes, darunter diejenige am Flughafen, deren Messreihen bis ins Jahr 1949 zurückreichen.

Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet liegen am nördlichen Ende der Oberrheinischen Tiefebene, die klimatisch zu den wärmsten Regionen in Deutschland zählt. Die Jahresmitteltemperatur liegt mit 9,7 °C (Langjähriges Mittel für den Referenzzeitraum 1961 – 1990) über der anderer deutscher Metropolen (Berlin 8,9 °C, Hamburg 9,0 °C, München 7,6 °C).

Das Frankfurter Klima ist deshalb insgesamt recht mild. In der Zeit von November bis Januar gibt es tagsüber im Mittel nur ein bis zwei Sonnenstunden. Im Winter liegt die mittlere Tageshöchsttemperatur im Januar bei etwa 3,8 °C, die mittlere nächtliche Tiefsttemperatur bei − 1,1 °C (Referenzzeitraum 1971 – 2000). Schnee liegt im Januar im Mittel an etwa sieben Tagen; die Schneehöhe liegt nur selten über zehn Zentimeter und der Schnee bleibt meist auch nicht lange liegen. Nur im Taunus, nordwestlich der Stadt, liegt im Winter häufiger Schnee.

Der Sommer ist mit Höchstwerten um 25 °C (an durchschnittlich zehn Tagen im Jahr auch über 30 °C) recht warm; dazu ist es leicht wechselhaft mit gelegentlichen Schauern oder Gewittern, jedoch ist dies mit täglich sieben bis acht Stunden auch die sonnenreichste Zeit. Vor allem in der Innenstadt kann es im Sommer recht schwül werden.

Die wärmsten Monate sind Juni bis August mit durchschnittlich 17,1 bis 19,4 °C und die kältesten Dezember bis Februar mit 1,6 bis 2,7 °C im Mittel. Die Extremwerte liegen bei − 21,6 °C im Januar 1929 und + 39,2 °C im August 2003.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur stieg im Mittel der Jahre 1971 bis 2000 um 0,4 auf 10,1 °C, die mittlere jährliche Niederschlagsmenge betrug 611 mm. In der Innenstadt liegen die mittleren Temperaturen aufgrund des Mikroklimas um etwa 0,6 °C höher als am Flughafen, während die Niederschläge im Lee des Taunus geringer sind als im Umland.

Die vorherrschende Windrichtung ist West.
Der meiste Niederschlag fällt im Juli mit durchschnittlich 63 mm, der geringste im Februar mit 38 mm im Mittel der Jahre 1971 bis 2000.

Stadtgliederung

Stadtbezirke, Stadtteile und Ortsbezirke

Eingemeindungen von Frankfurt am Main

Die Stadt ist statistisch und administrativ in 46 Stadtteile aufgeteilt. Diese wiederum setzen sich aus 121 Stadtbezirken, 448 Wahlbezirken und 6.130 Blöcken zusammen.


Politisch ist die Stadt in 16 Ortsbezirke aufgeteilt, die jeweils einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden haben. Die in den 1970er Jahren eingemeindeten Orte bilden nach wie vor eigene Ortsbezirke.

Der größte Stadtteil nach Fläche und Einwohnerzahl ist Sachsenhausen; es folgen (nach Einwohnerzahl) Nordend und Bockenheim.

Eingemeindungen

Bis 1866 bestand das Stadtgebiet von Frankfurt am Main aus dem "Stadtbezirk" mit den heutigen Stadtteilen Altstadt, Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gutleutviertel, Gallus, Westend, Nordend. Ostend, Riederwald und Sachsenhausen einschließlich des Frankfurter Stadtwaldes sowie aus dem "Landbezirk" mit den acht Dörfern Bornheim, Hausen, Niederursel (zur Hälfte mit dem Großherzogtum Hessen), Bonames, Nieder-Erlenbach, Dortelweil, Oberrad und Niederrad. Nach der Annexion der Freien Stadt Frankfurt durch Preußen bildete deren ehemaliges Territorium den Stadtkreis Frankfurt. Ab 1877 wurden die Gemeinden des Stadtkreises, 1910 auch des 1885 gebildeten Landkreises Frankfurt, nach und nach in die Stadt Frankfurt eingegliedert. Die letzte Eingemeindung erfolgte 1977. Von den ehemaligen Frankfurter Dörfern gehört heute nur Dortelweil nicht wieder zum Stadtgebiet.

"Siehe auch:"



Stadtbild

Panoramaansicht vom Main Tower. Die Blickrichtungen sind Osten (links), Süden (Bildmitte) und Westen (rechts).

Altstadt und Innenstadt

Römerbergs
Stadtzentrum mit Bankenviertel, Katharinenkirche und Hauptwache
Goethe-Denkmal am Goetheplatz
Alte Stadtbibliothek
Palais Quartier (September 2009) an der Zeil, Fertigstellung 2010

Wie bei vielen anderen deutschen Großstädten hat sich Frankfurts Stadtbild nach dem Zweiten Weltkrieg radikal geändert. Dies war bedingt durch die enormen Bombenschäden des Krieges und den darauf folgenden modernen Wiederaufbau, dem die Stadt ein autogerechtes Straßennetz und eine moderne, aber nicht innenstadttypische Altstadtbebauung verdankt. Von der ehemals größten zusammenhängenden Altstadt Deutschlands ist nur noch wenig übrig geblieben, von über 4.000 Fachwerkhäusern überlebte nur eines weitgehend unversehrt, das "Haus Wertheym" am Fahrtor. Um die vorletzte Jahrhundertwende wurden Straßendurchbrüche geschaffen "(Braubachstraße)" und ganze Quartiere abgerissen "(Judengasse)". Die Überreste der historischen Altstadt befinden sich rund um dem Römerberg, einem der bekanntesten Stadtplätze der Bundesrepublik.
Die Grenzen des Stadtviertels Frankfurt-Altstadt entsprechen dem Verlauf der alten Stadtmauer des 12. Jahrhunderts, der sogenannten Staufenmauer. Dies entspricht etwa den Straßenzügen Neue Mainzer Straße-Kaiserstraße-Roßmarkt-Zeil-"Kurt-Schumacher-Straße". In der Altstadt befinden sich auch der Frankfurter Kaiserdom und die berühmte Paulskirche. Ein Grafiker, der das alte Frankfurt des 17. Jahrhunderts detailgetreu in Stadtansichten darstellte, war Matthäus Merian.

Die heutige Innenstadt, 1333 als "Neustadt" gegründet, erlebte im frühen 19. Jahrhundert starke Veränderungen. Die barocke Stadtbefestigung mit ihren großen Bastionen, die seit dem 17. Jahrhundert die "Alt-" und die "Neustadt" umfassten, wurde geschleift und stattdessen die Wallanlagen als ringförmiger Park um die alte Stadt geschaffen. Das Fischerfeld wurde bebaut. Der Stadtplaner Georg Heß verfasste ein Statut, in dem geregelt wurde, wie die Neubauten aussehen sollten. Er verlangte, dass sich die Bauherren an den Stil des Klassizismus zu halten hätten. Ein Beispiel für den Frankfurter Klassizismus ist die 1820 bis 1825 entstandene und 1944 zerstörte Alte Stadtbibliothek, die als „Literaturhaus“ 2005 im Originalzustand wiederaufgebaut worden ist. In der "Wallservitut" wurde 1827 festgelegt, dass die in Spazierwege umgewandelten Wallanlagen nicht bebaut werden dürfen. Diese Bestimmung gilt noch heute, auch wenn die Stadt einzelne Ausnahmen zugelassen hat (Alte Oper, Schauspielhaus, Hilton-Hotel).

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Hauptwache zum Mittelpunkt der Stadt. Die Zeil wurde zur Hauptgeschäftsstraße. Die 1678–1681 am Eingang der Zeil errichtete barocke Katharinenkirche, heute die größte evangelische Kirche Frankfurts, ist eng mit der Familie Goethe verbunden.

Eine radikale bauliche Veränderung hat Frankfurt an der Einkaufsstraße Zeil gerade vollzogen. Dort wurde im Februar 2009 auf dem ehemaligen Gelände der Telekom zwischen dem Eschenheimer Tor und der Zeil das exklusive Einkaufszentrum MyZeil eröffnet. Zwei Hochhäuser mit Büro- und Hotelnutzung sowie die Rekonstruktion in einem dem Original ähnlichem Zustand des zwischen 1737 - 1741 erbauten, jedoch 1944 zerstörtem Palais Thurn und Taxis stehen kurz vor der Fertigstellung. Für das Palais Quartier genannte Projekt wurde u. a. das Fernmeldehochhaus, eines der ersten Frankfurter Hochhäuser aus dem Jahr 1956, abgerissen. Die Fertigstellung des Gebäudeensembles ist für Anfang 2010 geplant. Auf dem direkt nördlich angrenzenden Grundstück wurde das 1953 errichtete Rundschau-Haus der Frankfurter Rundschau abgerissen, um Wohn- und Geschäftshäusern Platz zu machen. Das gesamte 2,25 Hektar große Areal soll vom niederländischen Projektentwickler Bouwfonds MAB neu bebaut werden.

Die nächste große Veränderung wird der Abriss des bereits geräumten Technischen Rathaus zwischen Dom und Römerberg einleiten. An dieser Stelle sollen einige ursprüngliche Fachwerkhäuser rekonstruiert werden.

Gründerzeitliche Bezirke

Kaiserstraße im Bahnhofsviertel
Friedberger Warte im Nordend
Koreanischer Pavillon im Grüneburgpark
Ebbelwoi-Viertel in Alt-Sachsenhausen
Seit etwa 1830 entstanden außerhalb der Wallanlagen die Stadtteile Westend, Nordend und Ostend. Nach dem Bau des Hauptbahnhofes entstand in den 1890er-Jahren auch das Bahnhofsviertel auf dem Gelände der drei zuvor direkt westlich an den Anlagenring angrenzenden Westbahnhöfe.

Als Wohngebiete wuchsen vor allem die drei erstgenannten Stadtteile sowie das südlich des Mains gelegene Sachsenhausen enorm. Die Frankfurter Bürger wollten an die frische Luft. Heute lebt gerade mal ein Prozent der Bevölkerung innerhalb der ehemaligen Stadtmauern. Die Bebauung erfolgte entlang breiter Ausfallstraßen wie der Eschersheimer Landstraße oder der Bockenheimer Landstraße. Üblicherweise wurden vier Stockwerke im Wilhelminischen Gründerzeit-Stil gebaut – und dabei die Gebäude des Klassizismus größtenteils abgerissen und ersetzt. Die 1877 und 1895 eingemeindeten Stadtteile Bornheim und Bockenheim wurden in dieses Stadtbild integriert, erhielten neue Straßen und einen Anschluss an die Frankfurter Straßenbahn, konnten aber bis heute ihren eigenen Charakter bewahren. Anfang des 20. Jahrhunderts entstand unter Oberbürgermeister Franz Adickes der Frankfurter Alleenring, eine stark befahrene Ringstraße, welche die gründerzeitlichen Stadtviertel miteinander verband. Er folgt in weiten Bereichen etwa dem Verlauf der alten Frankfurter Landwehr.

Neben den Wallanlagen erhielt die Stadt im 19. Jahrhundert weitere Grünanlagen. Im Stadtteil Nordend-Ost befindet sich zum Beispiel der Bethmannpark mit seinem chinesischen Garten des Himmlischen Friedens. Im Nordend befinden sich der Holzhausenpark und der Günthersburgpark. Weiter westlich im Stadtteil Westend-Nord liegt der Grüneburgpark, in dem sich unter anderem eine griechisch-orthodoxe Kirche und ein koreanischer Garten befinden. Der Palmengarten Frankfurt ist ein seit 1871 bestehender international renommierter Botanischer Garten, der etwa 2500 Pflanzenarten kultiviert. Direkt an diesen anschließend befindet sich der Botanische Garten der Universität. Diese drei aneinander grenzenden Gärten bilden die größte innenstadtnahe Grünanlage Frankfurts. Der Ostpark im Ostend war 1907 der erste Volkspark in Frankfurt und wurde als Erholungsort für die Arbeiter der angrenzenden Industriegebiete konzipiert.

Höchst und die äußeren Stadtteile

Panorama des Mainufers in Höchst

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in mehreren Schritten die nördlich der Innenstadt gelegenen Stadtteile eingemeindet. Einige dieser Stadtteile hatten bereits bis 1866 zum Besitz der Freien Stadt Frankfurt gehört, andere waren zuvor nie mit Frankfurt verbunden. Um 1914 gehörte Frankfurt zu den flächenmäßig größten Städten Deutschlands. In den neuen Stadtvierteln errichtete Ernst May in den 1920er-Jahren große Wohnsiedlungen außerhalb des Alleenrings, die das Neue Frankfurt symbolisieren: Dazu gehören die Siedlungen Praunheim, Römerstadt und Westhausen im Norden, die Siedlung Bornheimer Hang im Osten, die Hellerhofsiedlung sowie die Heimatsiedlung im Süden.

Das Stadtgebiet wuchs 1928 durch Eingemeindungen weiter. Die Stadt Höchst am Main bereicherte Frankfurt um eine Altstadt, die noch heute sehr gut erhalten ist und seit 1972 unter Denkmalschutz steht. Das älteste Gebäude Frankfurts befindet sich ebenfalls dort, die Justinuskirche. Die spätesten Eingemeindungen fanden 1972 und 1977 im Nordosten statt. Diese Stadtteile haben sich zum Teil bis heute ihren ländlichen Charakter bewahrt (Kalbach, Harheim, Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach; dazu im Osten Bergen-Enkheim).

Grüngürtel

Bergen-Enkheim

Der seit 1994 ausgewiesene Frankfurter Grüngürtel ist ein ringförmig um den Stadtkern gelagertes Landschaftsschutzgebiet. Es umfasst mit 8.000 Hektar etwa ein Drittel des Frankfurter Stadtgebiets und soll den weiteren Landschaftsverbrauch durch zersiedelnde Bebauung verhindern. Teile des Grüngürtels gehen nahtlos in den noch größeren Schutz- und Erholungsraum „Regionalpark RheinMain“ über.

Zum Grüngürtel gehört auch der 4.902 Hektar große Frankfurter Stadtwald im Süden der Stadt. Dieser zählt zu den größten innerstädtischen Wäldern in Deutschland und bedeckt die südlichen Teile von Schwanheim, Niederrad, Sachsenhausen und Oberrad sowie den nördlichen Teil des Stadtteils Flughafen.

Daneben zählen die Schwanheimer Düne, das Niddatal und der Niddapark, der Lohrberg, der Huthpark, das Enkheimer Ried, das Seckbacher Ried, der Fechenheimer Mainbogen und zahlreiche Kleingartenanlagen zum Grüngürtel.

Geschichte

Das Standbild Kaiser Karls des Großen vor dem Historischen Museum

→ "Hauptartikel: Geschichte von Frankfurt am Main"

Stadtansicht (etwa 1612)

Frankfurt am Main wurde erstmals am 22. Februar 794 in einer Urkunde Karls des Großen für das Regensburger Kloster St. Emmeram erwähnt. In dem in Latein verfassten Dokument heißt es: "„… actum super fluvium Moin in loco nuncupante Franconofurd“" – "„gegeben (ausgestellt) am Flusse Main in einem Orte, genannt Frankfurt.“" Eine kontinuierliche Besiedlung des Domhügels ist allerdings schon seit jungsteinzeitlicher Zeit nachgewiesen. Am selben Ort entstand in der Folge ein römisches Militärlager und in merowingischer Zeit ein fränkischer Königshof. 843 wurde Frankfurt die zeitweise wichtigste königliche Pfalz der Ostfranken und Ort von Reichstagen. 1220 wurde Frankfurt freie Reichsstadt.

Die Goldene Bulle von 1356 bestätigte Frankfurt ab 1356 als ständige Wahlstadt der römischen Könige, nachdem hier schon seit 1147 die meisten Königswahlen stattgefunden hatten. Ab 1562 wurde der Kaiser auch in Frankfurt gekrönt, als letzter 1792 der Habsburger Franz II.

1806 mit dem Ende des Alten Reiches fiel Frankfurt unter die Herrschaft des Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg, der es mit seinen Fürstentümern Regensburg und Aschaffenburg zu einem selbständigen Staat innerhalb des Rheinbunds vereinigte. 1810 trat Dalberg Regensburg an Bayern ab und wurde mit den Gebieten von Hanau und Fulda entschädigt. Zusammen mit der Stadt Frankfurt und dem Aschaffenburger Gebiet bildete dieser Territorialkomplex schließlich von 1810 bis 1813 das kurzlebige Großherzogtum Frankfurt.

Mit dem Zusammenbruch des napoleonischen Systems wurde Frankfurt am 14. Dezember 1813 von den siegreichen Alliierten einer provisorischen Verwaltung unter dem Präfekten Friedrich Maximilian von Günderrode unterstellt.

Die Nationalversammlung in der Paulskirche 1848

Auf dem Wiener Kongress plante das Königreich Bayern die Annexion Frankfurts, doch beschloss der Kongress am 8. Juni 1815 die Wiederherstellung Frankfurts als Freie Stadt innerhalb des Deutschen Bundes. Es war damit neben Hamburg, Bremen und Lübeck eine von vier Freien Städten, die ihre traditionelle Stadtfreiheit bis in die Zeit der Moderne behaupten konnten. Der Bundestag des Deutschen Bundes richtete sich in Frankfurt ein. 1848 kam es in den deutschen Staaten zur Märzrevolution. Die einberufene Nationalversammlung tagte in der Frankfurter Paulskirche.

Im Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 blieb Frankfurt bundestreu. Die öffentliche Meinung stand eher auf Seiten Österreichs und des Kaisers, obwohl es auch in Frankfurt schon länger Stimmen gab, die aus wirtschaftlichen und außenpolitischen Gründen für einen freiwilligen Anschluss an Preußen plädierten. Am 18. Juli wurde die Stadt von der preußischen Rheinarmee besetzt und mit schweren Kontributionen belegt. Am 2. Oktober annektierte Preußen die Stadt, die damit endgültig ihre Unabhängigkeit verlor; Frankfurt wurde dem Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau zugeordnet, die Zahlung der Kontributionen später erlassen. 1868 führte Preußen in Frankfurt die Magistratsverfassung mit einem Oberbürgermeister als Stadtoberhaupt ein. Als versöhnendes Symbol wurde 1871 in Frankfurt der Deutsch-Französische Krieg mit dem Frankfurter Frieden offiziell beendet.

Für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zu einem Industriezentrum mit raschem Bevölkerungswachstum war die Annexion vorteilhaft. Frankfurt gemeindete zwischen 1877 und 1910 in mehreren Etappen zahlreiche umliegende Orte ein und vergrößerte seine Fläche von 70 auf 135 Quadratkilometer. Damit wurde es schließlich sogar Anfang des 20. Jahrhunderts für kurze Zeit Deutschlands flächengrößte Stadt. Mit dem raschen Bevölkerungswachstum baute die Stadt ihre öffentliche Infrastruktur aus, darunter zahlreiche Schulen, mehrere Mainbrücken, Wasserversorgung, Kanalisation, eine moderne Berufsfeuerwehr, Vieh- und Schlachthof, die Markthalle, Straßenbahnen, Bahnhöfe und Häfen. Nachdem sich die Industrie zunächst vor allem in Bockenheim, entlang der Mainzer Landstraße und in Sachsenhausen angesiedelt hatte, entstand 1909 bis 1912 der Osthafen mit einem Industriegebiet, dessen neu erschlossene Fläche so groß war wie das gesamte Ende des 19. Jahrhunderts bebaute Stadtgebiet nördlich des Mains. Neben den traditionellen Frankfurter Branchen, Gießereien und Metallwaren, Schriftgießereien und Druckereien, entstanden nun Brauereien, chemische Fabriken und, nach der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung 1891, auch eine Elektroindustrie. 1914 wurde die von Frankfurter Bürgern gestiftete Universität eröffnet.

Dom und zerstörte Altstadt sowie nördliches Sachsenhausen, März 1945
Im Ersten Weltkrieg blieb Frankfurt von Zerstörungen verschont, litt aber aufgrund seiner Lage als preußische Grenzstadt mit hessischem und bayrischem Hinterland unter einer schlechten Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs. Infolge der Novemberrevolution 1918 kam es zu Unruhen und zeitweiligen Straßenkämpfen, die bis Ende 1919 anhielten.

In den 1920er Jahren erlebte Frankfurt eine kulturelle Blüte, unter anderem durch seine Theater und das städtebauliche Programm des Neuen Frankfurt. 1925 fand im neu erbauten Waldstadion die erste internationale Arbeiterolympiade statt.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden 11.134 Juden aus Frankfurt deportiert und ermordet. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten alliierte Luftangriffe etwa 70 Prozent der Gebäude, darunter fast die komplette Alt- und Innenstadt. Das bis 1944 nahezu geschlossen mittelalterliche Stadtbild – in dieser Form bereits damals einzigartig für eine deutsche Großstadt – ging dadurch verloren, da der Wiederaufbau in den 1950er-Jahren sich nicht an den alten Strukturen orientierte. Weite Teile der einstigen Altstadt werden bis heute von den damals entstandenen nüchternen Zweckbauten und Verkehrsachsen geprägt.

Nach Kriegsende richtete die amerikanische Militärregierung in der Stadt ihren Hauptsitz ein. Anschließend wurde Frankfurt zum Verwaltungssitz der Trizone. Bei der Wahl zur Bundeshauptstadt unterlag Frankfurt am 10. Mai 1949 gegen Konrad Adenauers Favoriten Bonn.Mit 33:29 Stimmen im Parlamentarischen Rat, sowie mit 200:176 Stimmen am 3. November 1949 im Bundestag. Ein Parlamentsgebäude war in Frankfurt bereits gebaut worden. Es beherbergt heute den Hessischen Rundfunk. In der Nachkriegszeit entwickelte sich die Stadt erneut zu einer wirtschaftlichen Metropole und wurde 1998 Sitz der Europäischen Zentralbank.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung von Frankfurt am Main

→ "Hauptartikel:" Einwohnerentwicklung von Frankfurt am Main

Angaben über die Einwohnerentwicklung Frankfurts basieren bis ins 19. Jahrhundert auf ungenauen Schätzungen, erst ab etwa 1810 auf Volkszählungsergebnissen und amtlichen Statistiken. Im Mittelalter gehörte Frankfurt mit rund 10.000 Einwohnern zu den mittelgroßen deutschen Städten. Im 17. Jahrhundert überschritt die Einwohnerzahl 20.000, Mitte des 18. Jahrhunderts 30.000 und um 1810 40.000. Bis zum Ende der Freien Stadt Frankfurt 1866 stieg die Stadtbevölkerung auf über 90.000, von denen rund 78.000 innerhalb der Wallanlagen wohnten. Heute leben hier noch etwa 7000 Menschen.

1875 hatte Frankfurt 100.000 Einwohner. Etwa ab 1880 gehörte es zu den 10 größten Städten Deutschlands. 1910 stand es mit 414.576 Einwohnern an neunter Stelle in Deutschland und an vierter unter den preußischen Großstädten. Bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges stieg die Stadtbevölkerung auf 553.464.

Im Zweiten Weltkrieg kamen mehr als 4.800 Zivilisten und 12.700 Frankfurter Soldaten ums Leben, fast 12.000 jüdische Einwohner Frankfurts (von ehemals 30.000) wurden im Holocaust ermordet. Ende 1945 lebten noch 358.000 Menschen in der Stadt, in der etwa die Hälfte der Wohnungen durch den Krieg zerstört worden war.

1951 überschritt die Einwohnerzahl wieder den Stand von 1939 und erreichte 1963 mit 691.257 ihren historischen Höchststand. Durch Wanderungsverluste ins Umland nahm die Zahl der Einwohner bis 1986 auf 592.411 ab, seitdem stieg sie wieder um etwa 12,2 % auf 664.838 (31. Dezember 2008), wobei die jährlich Zunahme der letzten vier Jahre im Durchschnitt etwa 7000 Personen betrug. Diese Trendumkehr ist verbunden mit einer überproportionalen Zunahme der Einpersonenhaushalte und der Ausweisung neuer Siedlungs- und Wohngebiete für Miet- und Eigentumswohnungen sowie bezahlbaren Eigenheimen.Statistisches Landesamt

Gemäß der "Frankfurter Bevölkerungsprognose 2020" vom 30. Juni 2003, die auf den eigenen Fortschreibungsdaten des "Bürgeramtes Statistik und Wahlen" basiert und alle Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz in Frankfurt erfasst, soll die Einwohnerzahl bis 2020 auf etwa 669.000 steigen. Diese Zahl wurde jedoch bereits Ende 2007 erreicht. Nach der aktuellen Fortschreibung der Stadt lag die Einwohnerzahl am 31. Dezember 2008 bei 672.607.

Religionen und Weltanschauungen

→ "Hauptartikel: Religionen in Frankfurt am Main"

Der Kaiserdom St. Bartholomäus ist die größte Kirche der Stadt

Westendsynagoge, die größte Frankfurter Synagoge

Nuur-Moschee, die erste Ahmadiyya-Moschee in Frankfurt

In Frankfurt existieren zahlreiche religiöse und weltanschauliche Gruppierungen, die nicht alle offiziell registriert sind. Viele Frankfurter, vor allem Atheisten, Agnostiker und Muslime, sind zudem organisatorisch ungebunden.

Bereits im siebten Jahrhundert existierte an der Stelle des Domes eine kleine Kirche. Seit Ende des 12. Jahrhunderts entstanden in rascher Folge zahlreiche weitere Kirchen und Kapellen, teils als Stiftungen Frankfurter Bürger, teils als Ordensniederlassungen.

1533 führte die Freie Reichsstadt die Reformation ein. Nach dem Augsburger Interim von 1548 wurden die katholischen Stiftskirchen und Klöster in Frankfurt an die katholische Kirche zurückgegeben, um den Konflikt mit dem katholischen Kaiser zu vermeiden und die städtischen Privilegien (vor allem die Messen und die Kaiserwahlen) nicht zu gefährden. Die wenigen verbliebenen Katholiken hatten seit dem Augsburger Religionsfrieden von 1552 Glaubensfreiheit, konnten jedoch bis 1806 nur in Ausnahmefällen das Bürgerrecht erwerben. Aus Frankreich kamen sogenannte Réfugiés, verfolgte Hugenotten, die die erste Gemeinde von Réfugiés in Deutschland im Jahre 1554 entstehen ließen.
Die Reformierte Kirche durfte in Frankfurt erst ab 1786 eigene Kirchen errichten. 1866 schloss sie sich mit der lutherischen Kirche zu einer Frankfurter Landeskirche zusammen. Durch Zuwanderung im 18., vor allem aber im 19. und 20. Jahrhundert konnten die Katholiken zahlenmäßig nahezu wieder zu den Protestanten aufschließen.

Frankfurts evangelisch-lutherische Gemeinden gehören seit 1945 zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (außer Bergen-Enkheim, das zur evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehört). Die katholischen Gemeinden gehören mehrheitlich zum Bistum Limburg, Bergen-Enkheim zum Bistum Fulda sowie Harheim, Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach zum Bistum Mainz.

Neben den beiden großen christlichen Konfessionen sind auch orthodoxe Kirchen, altorientalische Kirchen, Freikirchen und andere christliche Glaubensgemeinschaften in Frankfurt vertreten, darunter die Altkatholische Kirche, die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas.

Eine Jüdische Gemeinde wird in Frankfurt erstmals 1150 erwähnt. Zweimal, 1241 und 1349, wurden die Frankfurter Juden im Mittelalter Opfer von Pogromen. Von 1462 bis 1796 mussten sie in einem Ghetto, der Judengasse, leben. Erst 1806 wurden sie den übrigen Konfessionen gleichberechtigt. 1864 gewährte Frankfurt den Juden als einer der ersten deutschen Staaten die uneingeschränkte Gleichberechtigung.

Um 1930 lebten etwa 28.000 Juden in Frankfurt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden fast alle deportiert oder vertrieben, die vier großen Synagogen während der Novemberpogrome 1938 zerstört. 11.134 Frankfurter Juden wurden während des Holocaust ermordet. Bei Kriegsende hatten nur etwa 160 in der Stadt überlebt. Bereits kurz nach Kriegsende wurde von deportierten osteuropäischen Juden eine neue jüdische Gemeinde gegründet. Sie ist heute mit ungefähr 7.200 Mitgliedern eine der großen Gemeinden in der Bundesrepublik. Größte Frankfurter Synagoge ist die Westendsynagoge.

Die 1959 in Sachsenhausen erbaute Nuur-Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat war die erste Moschee Frankfurts und die dritte Deutschlands. Inzwischen gibt es in Frankfurt eine Reihe weiterer Moscheen verschiedener islamischer Glaubensgemeinschaften.

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) hat ihren Hauptsitz für das Gebiet "Europa Mitte" in Frankfurt am Main und zwei Gemeinden in Höchst und Eckenheim. Der Frankfurt-Tempel in Friedrichsdorf war 1987 der erste mormonische Tempel in der damaligen Bundesrepublik. Außerhalb Frankfurts, in Hofheim-Langenhain, liegt seit 1964 auch das einzige Haus der Andacht der Glaubensgemeinschaft der Bahai in Europa. Daneben existiert im Zentrum Frankfurts die 1845 gegründete und als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannte freireligiöse Unitarische Freie Religionsgemeinde mit über 1.000 Mitgliedern.

Politik

Petra Roth

→ "Hauptartikel: Politik in Frankfurt am Main"

Die Satzung von Frankfurt und die Hessische Gemeindeordnung bestimmen heute den konstitutionellen Aufbau der Stadt.

Frankfurt wird zurzeit von einer Koalition aus CDU und Grünen unter Oberbürgermeisterin Petra Roth regiert.

Frankfurt ist seit der Bundestagswahl 2002 in die Wahlkreise 182 und 183 aufgeteilt. Direktmandate bekamen Matthias Zimmer (CDU) und Erika Steinbach (CDU). Über die Landesliste zogen Hans-Joachim Otto (FDP) und Omid Nouripour (Grüne), sowie Wolfgang Gehrcke (Die Linke) in den Bundestag ein.

"Siehe auch:" Liste der Stadtoberhäupter von Frankfurt am Main

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften gibt es mit folgenden StädtenQuellen: des Rates der Gemeinden und Regionen Europas, der Stadt Frankfurt:

* 20px Lyon, Frankreich, seit 1960
* 20px Birmingham, Vereinigtes Königreich, seit 1966
* 20px Mailand, Italien, seit 1970
* 20px Guangzhou (Kanton), Volksrepublik China, seit 1988
* 20px Budapest, Ungarn, seit 1990
* 20px Prag, Tschechien, seit 1990
* 20px Granada, Nicaragua, seit 1991
* 20px Krakau, Polen, seit 1991

Ferner besteht seit 1967 eine Partnerschaft zwischen dem damals noch selbständigen Stadtteil Nieder-Eschbach und der Stadt Deuil-la-Barre (Frankreich).

Freundschaftsverträge gibt es mit folgenden Städten:



Seit 2006 besteht zudem ein Städtekontakt mit der südchinesischen Stadt Shenzhen zur Förderung der wirtschaftlichen Kooperation, seit 2007 auch mit Tianjin und Peking.

Stadthaushalt

Frankfurt hatte nach einer großzügigen öffentlichen Baupolitik in den 1980er-Jahren unter den CDU-Oberbürgermeistern Walter Wallmann und Wolfram Brück zeitweise die höchste Pro-Kopf-Verschuldung (ohne Stadtstaaten) Deutschlands (1993: 4.600 Euro pro Kopf). Die Verschuldung ging allerdings danach deutlich zurück, vor allem seit Mitte der 1990er-Jahre aufgrund des damaligen Sparkurses des Magistrats und seit 2000 aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung und einer vergleichsweise gemäßigten Ausgabenpolitik.

Aktueller Haushalt (2006):
Die Verschuldung lag im Jahr 2006 bei nur noch rund 2.200 Euro pro Kopf und damit auf dem sechsten Platz unter den fünfzehn größten deutschen Städten (Bremen etwa 17.000, Berlin etwa 16.000, Hamburg etwa 13.000, Köln etwa 3.800, München rund 2.700 Euro pro Kopf). (PDF, 44 kB, Zugriff am 2. November 2006) Die hohen Steuereinnahmen und eine besonnene Steuerpolitik führen allmählich zu einem konsolidierten Haushalt, was eine Seltenheit in Deutschland darstellt.

Eckdaten Haushalt 2007:

* Gesamtvolumen: 2,54 Milliarden Euro (aktuell 2,89 Milliarden Euro)
* Personalkosten der Stadt: 458 Millionen Euro
* Ausgaben insgesamt: 2,49 Milliarden Euro

Nach Berechnungen von 2007 wuchs die Frankfurter Wirtschaft wesentlich stärker als erwartet, so wird nun ein Überschuss von 350 Millionen Euro eingenommen.

* Die Stadt ermittelte an Besitztümern unter anderem:

1.145 Kilometer Straße; 44.266 Grundstücke; etwa 1.800 Gebäude; 58,6 Kilometer U-Bahn-Gleise; etwa 2.500 Pflanzenarten im Palmengarten; etwa 4.500 Tiere aus 580 Arten im Zoo; 4.902 Hektar Stadtwald.

Am 13. Juni 2008 veröffentlichte die Stadt ihre Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2007, mit der die Umstellung auf kaufmännische Buchführung eingeleitet wird. Die Stadt Frankfurt verfügt demnach über ein Vermögen von 12,52 Milliarden Euro, wovon 11,8 Milliarden auf das Anlagevermögen entfallen. Das städtische Eigenkapital liegt bei 8,29 Milliarden, das entspricht einer Eigenkapitalquote von 66,2 Prozent. Die Verbindlichkeiten lagen bei 1,8 Milliarden, die im Wesentlichen zur Deckung von Pensionsansprüchen gebildeten Rückstellungen bei 1,2 Milliarden., Bericht in der F.A.Z. vom 14. Juni 2008

Eine der wichtigsten Steuerquellen der Stadt Frankfurt ist die Gewerbesteuer: 2008 wurde ein Rekordwert von 1,64 Milliarden Euro eingenommen. Damit hat Frankfurt nach München (1,9 Mrd. Euro) die bundesweit höchsten Einnahmen aus der Gewerbesteuer, jedoch ist München gemessen an der Einwohnerzahl fast doppelt so groß wie Frankfurt. Ähnlich große Städte wie Stuttgart oder Dortmund erzielen nur etwa die Hälfte bzw. ein Fünftel der Frankfurter Einnahmen.

Wirtschaft und Standortfaktoren

Flughafen Frankfurt am Main

Das Bankenviertel von der Zeilgalerie aus gesehen

Frankfurter Wertpapierbörse

Zentrale der Deutschen Bank

Zentrale der Commerzbank

Zentrale der DZ Bank

Laut einer 2001 erstellten Rangliste der Universität Liverpool kann Frankfurt als die produktivste Stadt Europas (nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf) gelten (vor Karlsruhe, Paris und München).Nick Swift: ". citymayors.com (Zugriff am 1. November 2006) Die Stadt ist heute eine der reichsten und leistungsfähigsten Metropolen Europas. Das macht sich auch an der hohen Anzahl internationaler Unternehmensvertretungen bemerkbar. In einer jährlichen Studie ("European Cities Monitor", 2009) von Cushman & Wakefield hält Frankfurt seit 20 Jahren den dritten Platz als bester Standort für internationale Konzerne in Europa (nach London und Paris).http://www.cushwake.com/sites/landing/citiesmonitor/European-cities-monitor-2009-holding.pdf Für das Bundesland Hessen hat Frankfurt eine zentrale Bedeutung, 40 Prozent der 4,24 Milliarden Euro Gewerbesteuereinnahmen in Hessen stammen aus Frankfurt.

Arbeiten in Frankfurt

In Frankfurt am Main waren 2007 604.536 Menschen erwerbstätig.Quelle: "Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder", im Internet abrufbar unter http://www.statistik-portal.de/Statistik-Portal/publ.asp Frankfurt ist damit die Stadt mit der höchsten Arbeitsplatzdichte und den meisten Pendlern in Deutschland. Die Zahl der täglichen Einpendler lag 2008 bei 323.550, die der Auspendler bei 65.606 Quelle: (PDF, 229kB) Rund 71.000 Menschen arbeiten allein am Frankfurter Flughafen, der größten Arbeitsstätte Deutschlands.

Die hohe Wirtschaftskraft der Stadt schlägt sich in den Kassen umliegender Städte und Gemeinden des Speckgürtels hauptsächlich im Vordertaunus nieder, die von überdurchschnittlichen Steuerzahlungen ihrer in Frankfurt verdienenden Pendler profitieren. Die Stadt hat zudem die höchste Bruttowertschöpfung und das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner sowie pro Erwerbstätigen unter allen deutschen Großstädten.. Siehe auch (PDF, 37kB)

Lebensqualität

Laut einer Untersuchung des Unternehmens Marsh & McLennan Companies von 2009 belegt Frankfurt in einer Rangliste internationaler Großstädte mit der höchsten Lebensqualität weltweit den achten, in Deutschland (nach Düsseldorf und München) den dritten Platz. Eine ähnliche Untersuchung von The Economist (2009) sieht Frankfurt weltweit auf Platz 19, in Deutschland nur geschlagen von Hamburg auf Platz 14. Eine Bürgerbefragung der Stadt Frankfurt im Dezember 2008 ergab, dass 64 Prozent aller Frankfurter Bürger allgemein zufrieden oder sehr zufrieden mit der Stadt sind, lediglich 7 Prozent gaben an, sie seien mit der Stadt unzufrieden. Seit 1993 ist damit der Anteil der Zufriedenen um 20 Prozent gestiegen während der Anteil der Unzufriedenen um 7 Prozent abnahm. 81 Prozent der Frankfurter leben gerne in ihrer Stadt, 16 Prozent würden lieber woanders wohnen. Die Zufriedenheit mit der öffentlichen Sicherheit in Frankfurt beträgt 35 Prozent (1993: lediglich 9 Prozent), unzufrieden sind 26 Prozent (1993: 64 Prozent).

Andererseits steht Frankfurt seit Jahren an der Spitze der Kriminalitätsstatistik aller Kommunen in Deutschland und wird als "Kriminalitätshauptstadt" bezeichnet, da in der Stadt die meisten Straftaten bezogen auf die Einwohnerzahl registriert werden (2008 waren es 15.976 Delikte je 100.000 Einwohner).Quelle: Diese Erhebung, die nur die Einwohnerzahl zu Grunde legt, wird jedoch regelmäßig kritisiert, da sie wichtige Faktoren außer Acht lässt: Im Falle Frankfurts ist zum einen anzuführen, dass alle Straftaten, die am Flughafen registriert werden (z. B. Schmuggel und Passvergehen), mit in die Statistik einfließen, da sich der Flughafen im Stadtgebiet befindet - im Gegensatz zum Beispiel zum Flughafen München, der nicht im Münchner Stadtgebiet liegt - zum anderen finden die Dreihunderttausend Pendler, die sich täglich in der Stadt aufhalten, keine Berücksichtigung.

Ansässige Unternehmen

In kaum einer anderen deutschen Stadt gibt es so viele international führende Unternehmen aus den verschiedensten Branchen, darunter Chemiekonzerne, Werbeagenturen (u. a. die Deutschland-Zentrale von Saatchi & Saatchi sowie eine Niederlassung von JWT), Softwareunternehmen und Call-Center. Die Konzernentwicklung sowie weitere bedeutende Abteilungen der Deutschen Bahn und die Tochtergesellschaft DB Netz befinden sich in der DB-Zentrale im Gallus. Frankfurt galt durch die Hoechst AG jahrelang als „Apotheke der Welt“. Der Industriepark Höchst ist einer der drei größten Standorte der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Europa. Auch finden sich in Frankfurt die Deutschland-Zentralen von großen Lebensmittelkonzernen wie Nestlé und Ferrero, sowie der Sitz der größten Brauereigruppe Deutschlands, der Radeberger Gruppe. Mit KPMG hat eine der vier größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ihren Europa-Sitz in Frankfurt. PricewaterhouseCoopers hat seine Deutschland-Zentrale in Frankfurt, Deloitte Touche Tohmatsu eine Niederlassung und Ernst & Young eine Niederlassung jenseits der Stadtgrenze in Eschborn. Einige der größten Unternehmensberatungen wie McKinsey, Boston Consulting Group und Bain & Company sind ebenfalls in der Stadt vertreten.

Finanzsektor

Frankfurt am Main ist als internationaler Finanzstandort und Börsenplatz weltweit bekannt. Im Frankfurter Bankenviertel in der Innenstadt befinden sich die Unternehmenszentralen der beiden größten deutschen Banken . Die Zentrale der Deutschen Bank liegt an der Mainzer Landstraße in der Nähe der Taunusanlage. Der Konzernsitz der Commerzbank ist das zweithöchste Bürogebäude Europas. Die Dresdner Bank wurde am 11. Mai 2009 auf die Commerzbank verschmolzen, besteht aber vorerst als Marke weiter.

Die DZ Bank ist ein Zentralinstitut des genossenschaftlichen Finanzsektors. Die fünftgrößte Bank und größte Allfinanz-Gruppe Deutschlands hat ihren Sitz im Westend Tower an der Mainzer Landstraße. Zudem sind ihre Tochtergesellschaften Union Investment, DVB Bank und die Reisebank in Frankfurt beheimat. Die Frankfurter Volksbank ist die zweitgrößte Volksbank Deutschlands.

Ebenso findet sich die größte deutsche Direktbank, die ING-DiBa, in Frankfurt. Zudem haben einige bedeutende Privatbanken ihren Hauptsitz oder ihre Deutschlandzentrale in Frankfurt, diese sind u. a. die SEB AG, das Bankhaus Metzler, Hauck & Aufhäuser, Delbrück Bethmann Maffei, die BHF-Bank und die Corealcredit Bank.

Unter den öffentlichen-rechtlichen Kreditinstituten haben die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die DekaBank, die Rentenbank und die Frankfurter Sparkasse ihren Sitz in Frankfurt.

Die meisten der beinahe 300 weiteren Banken sind keine inländischen Unternehmen.

Mit den von der Deutsche Börse AG betriebenen Handelsplattformen "Frankfurter Wertpapierbörse" und "XETRA" ist Frankfurt der zweitgrößte Aktienmarkt Europas und wickelt den Löwenanteil des deutschen Wertpapierhandels ab. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist die Deutsche Börse AG die größte Börse der Welt.

Bau- und Immobilienwirtschaft

Rund 11.300 Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft sind in Frankfurt ansässig mit zusammen knapp 29.900 Beschäftigten (Stand 2008). 1999 hatte die Branche noch über 36.000 Menschen beschäftigt. Zu den größten Unternehmen zählen DTZ Zadelhoff, Jones LangLaSalle, Atisreal, Bilfinger Berger, Hochtief, Porr Deutschland, Techem, Nassauische Heimstätte, ABG Frankfurt Holding, Wayss & Freytag, WISAG, Ed. Züblin und Albert Speer & Partner. – Studie der IHK Frankfurt Rhein-Main (PDF, 6,0 MB) Der grunderwerbsteuerpflichtige Immobilienumsatz betrug 2008 über 4 Milliarden Euro.

Einzelhandel

Zeil (rechts) vom Main Tower gesehen. Die neu entstandenen Hochhäuser sind Teil des PalaisQuartieres, zu dem auch das Einkaufszentrum MyZeil gehört.

Die 600 Meter lange Zeil in der Innenstadt ist die bekannteste und umsatzstärkste Einkaufsstraße in Frankfurt. Mit rund 14.000 Passanten pro Stunde (Stichtag 12. Mai 2007) hat sie laut IHK Frankfurt am Main die dritthöchste Besucherfrequenz im bundesweiten Vergleich. – IHK: Kennzahlen zum Einzelhandel Den dritten Platz nimmt die Zeil auch im bundesweiten Mietpreis-Vergleich für Einzelhandelsflächen ein. Ein Ladenbesitzer zahlt hier zwischen 220 bis 250 €/m². Im Februar 2009 wurde hier das neue Einkaufszentrum MyZeil im Palais Quartier eröffnet.

Während die auf der Zeil ansässigen Geschäfte in der günstigen bis mittleren Preiskatogerie liegen, ist die nahe gelegene Goethestraße für ihre Luxusmarken bekannt. Weitere wichtige Einzelhandelsstandorte in Frankfurt sind das Nordwestzentrum in der Nordweststadt, eines der größten Einkaufszentren Deutschlands, das Hessen-Center im Stadtteil Bergen-Enkheim und das unmittelbar an der Stadtgrenze gelegene Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach.

Darüber hinaus gibt es diverse Einkaufsstraßen in den Stadtteilen, wie die Berger Straße in Bornheim, die Schweizer Straße in Sachsenhausen, die Leipziger Straße in Bockenheim, die Königsteiner Straße in Höchst oder der Oeder Weg, der sich von der Innenstadt in das Nordend erstreckt.

Automobilhersteller

Frankfurt ist Sitz zahlreicher Deutschland- und Europazentralen ausländischer Automobilkonzerne, wie Fiat (mit Alfa Romeo und Lancia) und Kia. Vor den Toren der Stadt residieren neben Opel in Rüsselsheim auch noch Jaguar (Schwalbach a. Ts.) und Saab (Rüsselsheim). Im angrenzenden Mörfelden hat Seat Deutschland seinen Hauptsitz. Der japanische Hersteller Mazda betreibt in Oberursel ein Designzentrum. In Offenbach am Main ist der Sitz der Nordeuropa-Zentrale sowie der Entwicklungs- und Designabteilung von Honda und der europäischen Vertriebszentrale von Hyundai.

Darüber hinaus ist auch die Zulieferindustrie stark vertreten. So ist die Continental AG mit Produktions-, Verwaltungs- und Entwicklungsstandorten in Frankfurt, Eschborn, Schwalbach, Karben und Friedberg vertreten. Die Automobil-Hersteller und Zulieferer der Region haben sich im "Automotive Cluster Rhein Main Neckar" zusammengeschlossen.

IT- und Telekommunikationsunternehmen

Frankfurt ist der Sitz zahlreicher Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche. Dazu zählen große konzerngebundene Unternehmen wie T-Systems, Finanz Informatik, DB Systel und Lufthansa Systems. Die Telekommunikationsdienstleister Colt und Level 3 sowie der Telekommunikationsausrüster Avaya haben hier ihre Deutschlandzentrale. Die zentrale Registrierung für Deutschland-bezogene Domainnamen erfolgt bei der DENIC. Das Internationale Netzmanagement-Center (INMC) am Europaturm koordiniert und sichert den Betrieb des globalen Sprach- und Datennetzwerkes der Deutschen Telekom AG. Die Firma Crytek ist ein renommierter Entwickler von Computerspielen, ebenso haben Atari-Deutschland und Konami-Europe hier ihren Sitz. Eine besonders hohe Konzentration von IT-Unternehmen findet sich in ehemaligen Industriegebieten entlang der Hanauer Landstraße, der Mainzer Landstraße und der Gutleutstraße. Im Großraum Frankfurt finden sich IT-Unternehmen vor allem in Bad Homburg, Eschborn, Kronberg, Langen und Neu-Isenburg.

Verbände und Normenkommissionen

Auch Verbände wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI), der Verband der Photoindustrie, der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) mit der angeschlossenen elektrotechnischen Normenkommission (DKE im DIN und VDE), der Verband der Köche Deutschlands, der Bundesverband des Deutschen Versandhandels und der Verband der Automobilindustrie (VDA) siedelten sich in Frankfurt an. Der VDA richtet auch alle zwei Jahre die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt aus. Zudem hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der auch die Buchmesse organisiert, seinen Sitz in Frankfurt. Die DECHEMA "Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V.", eine gemeinnützige wissenschaftlich-technische Gesellschaft, verleiht zahlreiche wissenschaftliche Preise und organisiert alle drei Jahre zusammen mit der Messe Frankfurt die Achema, die weltgrößte Messe für Chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie.

Gewerkschaften

Die Arbeitnehmerseite ist in Frankfurt mit dem Hauptsitz der Gewerkschaften IG Metall, der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer und der IG Bauen-Agrar-Umwelt vertreten.

Messeturm am Messegelände

Messe

Handelsmessen finden in Frankfurt am Main seit dem Mittelalter statt. 1240 gewährte Kaiser Friedrich II. der Stadt das Messeprivileg, unter dessen Schutz sich die alljährlich stattfindende Herbstmesse zur Drehscheibe für den europäischen Fernhandel entwickelte. 1330 kam die Frühjahrsmesse hinzu. Mit Leipzig, dem zweiten großen Messestandort im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (Leipziger Messe), war Frankfurt durch eine Fernstraße, die Via Regia, verbunden. Nach einer Zeit des Niedergangs seit dem 18. Jahrhundert konnte die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder an die alte Messetradition anknüpfen.

Wichtige Messen in Frankfurt sind u. a. die Frankfurter Buchmesse, die Internationale Automobilausstellung, die Achema und die Ambiente Frankfurt. Die traditionsreichste Messe, die heute "Tendence" genannte Herbstmesse, hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren.

Jüngere wirtschaftliche Entwicklung

Eine Studiengruppe von Ökonomen untersucht jährlich im Auftrag von MasterCard die wichtigsten Geschäftszentren der Welt. Frankfurt am Main kam dabei 2007 auf den siebten Platz, weit vor allen anderen deutschen Standorten, da diese mehr national als global ausgerichtet sind. Die Bedeutung der Globalisierung für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zeigt sich auch in einem umfassenden Strukturwandel, dem die Frankfurter Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten ausgesetzt war.

Ab 1988 waren fünf, zwischen 1990 und 1996 sogar 6 von 30 DAX-Unternehmen in Frankfurt ansässig, darunter drei Banken (Commerzbank AG, Deutsche Bank AG, Dresdner Bank AG) und drei Industriekonzerne (Degussa AG, Hoechst AG und Metallgesellschaft). Mitte 2007 gibt es in Frankfurt nur noch drei Dax-Konzerne, zwei Banken (Commerzbank und Deutsche Bank) und ein Dienstleistungsunternehmen (Deutsche Börse). Der Strukturwandel hatte in den 1980er-Jahren zunächst die in Frankfurt traditionell sehr starke Metall- und Elektrobranche erfasst. Unternehmen wie Hartmann & Braun, Vereinigte Deutsche Metallwerke, Demag, Naxos-Union, Adlerwerke oder VDO legten ihre Frankfurter Werke still bzw. verlagerten ihren Sitz, zumeist nach Fusionen oder Übernahmen. Der ehemals zweitgrößte deutsche Elektronikkonzern AEG wurde 1982 nach einem Vergleich von Daimler-Benz übernommen und 1996 nach jahrelangem wirtschaftlichem Niedergang liquidiert. Die Metallgesellschaft verlegte nach ihrer Umfirmierung als GEA Group 2005 ihren Sitz nach Bochum.

Obwohl Frankfurt einer der größten Standorte der Chemie- und Pharmaindustrie in Europa ist, hat heute keines der großen Unternehmen mehr seinen Sitz in Frankfurt. Die Hoechst AG war in den 1970er- und 1980er-Jahren zeitweise das nach Umsatz größte Chemie- und Pharmaunternehmen der Welt. 1997 spaltete sie sich unter ihrem Vorstandsvorsitzenden Jürgen Dormann in mehrere Unternehmen auf, die nach verschiedenen Fusionen und Übernahmen heute aus den USA (Celanese), der Schweiz (Clariant) und Frankreich (Sanofi-aventis) geführt werden. Der Industriepark Höchst, das ehemalige Werksgelände in Höchst, ist jedoch nach wie vor einer der drei größten Chemiestandorte Europas und hat heute mehr Arbeitsplätze als in den 1990er-Jahren.

1995 wurde die Cassella AG in Fechenheim, einst einer der größten Hersteller von Farbstoffen, auf die Hoechst AG verschmolzen. Der Geschäftsbereich fiel 1997 bei der Aufteilung von Hoechst an Clariant. Das ehemalige Cassella-Werk an der Mainkur besteht noch heute als Sitz der AllessaChemie GmbH. Der Name des Unternehmens enthält ein Ananym von Cassella.

Die Degussa verlegte 2001 ihren Sitz nach Düsseldorf und gehört heute zum Essener Evonik-Konzern.

Die Deutsche Bahn verlegte im Zuge der Wiedervereinigung im Jahr 2000 ihre Konzernzentrale nach Berlin, die Konzernentwicklung und andere zentrale Abteilungen sowie die Tochtergesellschaften DB Netz und DB Systel sind jedoch weiterhin in Frankfurt ansässig.

Die hohe Gewerbesteuer, die hohen Büromieten und die hohen Grundstückspreise Frankfurts brachten einige Unternehmen dazu, in den Speckgürtel vor die Tore der Stadt auszuweichen. So errichtete die Deutsche Bank ihr neues Rechenzentrum in den 1990er-Jahren in Eschborn, die BHF-Bank ihr Rechenzentrum 1997 in Offenbach.

Nach der im Herbst 2009 erschienenen Konjunkturumfrage der IHK Frankfurt am Main hat sich die Stimmung trotz der Finanzmarktkrise in nahezu allen Wirtschaftsbereichen merklich verbessert. .

Kaufkraft

Trotz des Strukturwandels behauptete Frankfurt seine Position beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und Erwerbstätigen in den Jahren 2002 bis 2007 unter den deutschen Großstädten, ebenso bei der Lebensqualität und der Zuzugsattraktivität. Der Rückgang klassischer Industrien wurde zum einen kompensiert durch Wachstum im Dienstleistungssektor, darunter Unternehmen wie Fraport und Deutsche Börse, zum anderen durch Neuansiedlungen der Deutschland- oder Europazentralen ausländischer Großunternehmen, z. B. in der Automobil- und IT-Industrie. Die Stadt versucht eine einseitige Ausrichtung auf die Finanzbranche zu vermeiden und unterstützt z. B. den Ausbau Frankfurts als Forschungsstandort der Biotechnologie. Bei Kriterien wie Zuwachs an Einwohnern, Arbeitslosenrate oder BIP pro Einwohner und Erwerbstätigen hat Frankfurt daher seine starke Stellung behalten. Die Einkommen sind die höchsten Deutschlands. Die meisten besserverdienenden Arbeitskräfte wohnen allerdings in den direkt an Frankfurt angrenzenden großen und dichtbesiedelten Landkreisen des Vordertaunus. Trotzdem weist auch Frankfurt mit 111,6 einen überdurchschnittlich hohen Kaufkraftindex auf.

Verkehr und Infrastruktur

Die Stadt Frankfurt am Main ist dank ihrer zentralen Lage einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Europa. Hier treffen Bahn, Straßenverkehr, Binnenschifffahrt und Luftverkehr aufeinander. Nach einer Untersuchung von Marsh & McLennan Companies (2009) hat Frankfurt die achtbeste Infrastruktur aller Städte weltweit (bezogen u.a. auf Luftverkehr, öffentlicher Personennahverkehr und Verkehrsbelastung) und liegt damit vor Weltstädten wie London, Paris, Sydney, Tokio oder New York. In Deutschland schneiden lediglich München (Platz 2) und Düsseldorf (Platz 6) besser ab.

In Frankfurt wurde 1909 die erste Fluggesellschaft der Welt (DELAG) gegründet.

Flughafen

→ "Hauptartikel: Flughafen Frankfurt am Main"

Flughafen und Frankfurter Kreuz

Hauptbahnhof

S-Bahn Rhein-Main

U-Bahn

Straßenbahn

Osthafen

Die Stadt verfügt mit dem Flughafen Frankfurt am Main über einen der größten internationalen Flughäfen der Welt. In Europa ist er gemessen an der Zahl der Passagiere der drittgrößte nach den Flughäfen London-Heathrow und Paris-Charles de Gaulle. Beim Frachtaufkommen steht der Frankfurter Flughafen an erster Stelle in Europa. Im Jahr 2007 wurden 54,2 Millionen Passagiere und 2,1 Millionen Tonnen Fracht befördert.

Anders als es der Name vermuten lässt, befindet sich der Flughafen Frankfurt-Hahn nicht in Frankfurt, sondern liegt etwa 120 Kilometer westlich in Lautzenhausen (Rheinland-Pfalz). Der elfgrößte Passagierflughafen Deutschlands transportierte 2007 4,0 Millionen Fluggäste.

Der Flugplatz Frankfurt-Egelsbach liegt ebenfalls nicht im Frankfurter Stadtgebiet, sondern 17 Kilometer südlich in Egelsbach.

Straße

→ "Hauptartikel: Wichtige Straßen und Plätze in Frankfurt am Main"

Am Frankfurter Kreuz in der Nähe des Flughafens kreuzen sich die Autobahnen A 5 (Hattenbacher Dreieck–Basel) und A 3 (Arnheim–Linz). Es ist mit etwa 310.000 Fahrzeugen pro Tag das meist befahrene Autobahnkreuz in Deutschland.

Weitere an Frankfurt angeschlossene Autobahnen sind die A 66, die im Westen bis Wiesbaden und im Osten bis Fulda führt, die kurze A 648 als wichtiger Zubringer zum Messegelände und der Innenstadt sowie die A 661, die in Nord-Süd-Richtung von Oberursel nach Egelsbach verläuft. Die A 5 im Westen, die A 661 im Nordosten und die A 3 im Süden umgeben Frankfurt als Autobahnring. Dieser Autobahnring begrenzt die am 1. Oktober 2008 eingerichtete Umweltzone.Quelle:

In kommunalen Besitz befinden sich 1.145 Kilometer Straße.

Frankfurt hat mit 715 Autos pro 1.000 Einwohner die größte Autodichte aller deutschen Großstädte.

Durch zahlreiche Stadtautobahnen (teilweise als Bundesautobahn, teilweise als autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraßen) ist die Stadtregion für den Individualverkehr gut erschlossen.

Mehrere Fernbuslinien verbinden Frankfurt unter anderem mit Berlin, Hamburg, Mannheim und München.

Eisenbahn

→ "Hauptartikel: Eisenbahnverkehr in Frankfurt am Main"

Im Bahnverkehr besitzt Frankfurt mit dem Frankfurter Hauptbahnhof einen der verkehrsreichsten Personenbahnhöfe Europas. Die Deutsche Bahn bezeichnet ihn als die wichtigste Verkehrsdrehscheibe im Eisenbahnverkehr in Deutschland.Quelle: Mit 13 Linien ist er der wichtigste Knotenpunkt im nationalen ICE-Netz.

Mit etwa 350.000 Fahrgästen und Besuchern pro Tag belegt er in Deutschland zusammen mit dem Münchener Hauptbahnhof den zweiten Platz nach dem Hamburger Hauptbahnhof (etwa 450.000 Fahrgäste und Besucher täglich). Seiner Fläche nach gehört er zusammen mit dem Leipziger Hauptbahnhof und dem Zürcher Hauptbahnhof zu den größten Bahnhöfen Europas.
Seit dem Jahr 2002 ist die ICE-Neubaustrecke nach Köln in Betrieb, die die Fahrzeit zwischen beiden Städten auf 1¼ Stunden verkürzt. Zudem existiert eine Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Paris im Rahmen des Rhealys-Projekts. Passagiere können in weniger als vier Stunden zwischen dem Frankfurter Hauptbahnhof und dem Gare de l’Est in Paris verkehren.

Mit dem Flughafen-Fernbahnhof existiert auf dem Stadtgebiet ein weiterer Bahnhof von herausragender Bedeutung vor allem im Hochgeschwindigkeitsnetz. Zusammen mit dem Südbahnhof sorgt er für eine Entlastung des an der Kapazitätsgrenze operierenden Hauptbahnhofs.

Die Bedeutung im Güterverkehr auf der Schiene ist allerdings zurückgegangen: Die Deutsche Bahn hatte 1996 beschlossen, den großen Hauptgüterbahnhof im Westen Frankfurts zu schließen. Die freien Flächen werden heute teilweise von der angrenzenden Frankfurter Messe genutzt; zudem entsteht auf dem Areal der neue Stadtteil Europaviertel. Mit dem Ostbahnhof ist heute nur noch ein kleinerer Rangierbahnhof im Betrieb.

Öffentlicher Nahverkehr

→ "Hauptartikel: Nahverkehr in Frankfurt am Main"

Das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Frankfurt und der Region besteht aus dem S-Bahn-Netz, der teilweise zur U-Bahn ausgebauten Stadtbahn, der Straßenbahn, Stadtbussen sowie mehreren Vorort- und Regionalbahnen.
Von neun S-Bahn-Linien befahren acht den sieben Stationen umfassenden City-Tunnel durch die Innenstadt. An den Stationen Hauptbahnhof, Hauptwache, Konstablerwache und Südbahnhof bilden S- und U-Bahn gemeinsame unterirdische Schnellbahnknoten.

Das größte Verkehrsunternehmen für die lokalen Verkehrsmittel in der Stadt ist die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). Die Lokale Nahverkehrsgesellschaft traffiQ GmbH übernimmt die Koordination und Bestellung des lokalen Nahverkehrsangebots. Sie ist Partner des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der für die regionalen Verkehre und ein einheitliches Tarifsystem zuständig ist.

Am Frankfurter Flughafen entstand 1994 die 3,8 km lange vollautomatische fahrerlose Hochbahn SkyLine. Sie verbindet die beiden Terminals und soll durch eine neue Verbindung zwischen Fernbahnhof und zukünftigem Terminal 3 erweitert werden.

Binnenschifffahrt

→ "Hauptartikel: Häfen in Frankfurt am Main"

In der Binnenschifffahrt ist Frankfurt über den Rhein mit den wichtigen Industrieregionen in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden und über den Main-Donau-Kanal mit dem südöstlichen Mitteleuropa verbunden.
Frankfurt besitzt nach der Umwandlung des Westhafens in ein Wohn- und Büroquartier noch den Osthafen, den Flusshafen Gutleutstraße und den Hafen des Industrieparks Höchst.

Elektronische Kommunikation

Auch für das Internet stellt Frankfurt einen wichtigen Standort dar. Unter anderem befindet sich hier der größte deutsche Internet-Knoten DE-CIX und die DENIC, die Domainregistrierungsstelle für die Top-Level-Domain „.de“. Gemessen am gesamten durchschnittlichen Datenverkehr ist der DE-CIX weltweit die Nummer zwei.

Krankenhäuser

In der Stadt befinden sich 27 Kliniken.

* Siehe: :
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