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Wissenswertes über Russland

Russland
Von Robert Schöffel   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Das Land mit den Superlativen
Russland hat 14 Nachbarstaaten – gemeinsam mit China ist das Rekord. Die Länge der Landesgrenzen beträgt über 20.000 Kilometer, hinzukommen über 37.000 Kilometer Küstenlinie. Kein Wunder, dass das Land bei dieser Ausdehung eine äußerst bewegte Vergangenheit hat.
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Russland grenzt im Westen an die ehemaligen Sowjetstaaten Ukraine und Weißrussland, im Nordwesten an Finnland und im Süden an Kasachstan, die Mongolei und China. Der nördliche Teil Russlands liegt am Arktischen Meer, im Osten trifft das Land auf das Ochotskische Meer und die Beringsee. Abgegrenzt vom Kernland befindet sich die Exklave „Oblast Kaliningrad“, die an Litauen und Polen grenzt und mit Kaliningrad die westlichste russische Stadt beherbergt. Insgesamt hat Russland 14 Nachbarstaaten – gemeinsam mit China ist das Rekord. Die Länge der Landesgrenzen beträgt über 20.000 Kilometer, hinzukommen über 37.000 Kilometer Küstenlinie. Die Grenze zwischen Europa und Asien verläuft entlang des Uralgebirges und des Kaspischen Meeres.

  • Amtliche Bezeichnung: Russische Föderation
  • Hauptstadt: Moskau
  • Einwohner: 141,9 Millionen
  • Fläche: 17.075.400 Quadratkilometer, davon 3.952.550 in Europa
  • Landessprache: Russische Bevölkerung: 79,8 Prozent Russen, 4 Prozent Tataren, 2,2 Prozent Ukrainer, 1.9 Prozent Armenier, 1,5 Prozent Tschuwaschen, 1,4 Prozent Baschkiren, 0,8 Prozent Deutsche und fast 100 andere Völker
  • Religion: 51 Prozent russisch-orthodox, 7 Prozent islamisch, 12 Prozent andersgläubig, 30 Prozent atheistisch
  • Währung: 1 Rubel = 100 Kopeken

Zeittafel

8. Jahrhundert: Schwedische Wikinger befahren die osteuropäischen Flüsse, gründen Siedlungen und vermischen sich mit der slawischen Bevölkerung. Im Süden strömen Turkvölker, Chasaren und Wolgabulgaren in das Gebiet des heutigen Russland.

882: Vereinigung Nowgorods und Kiews zum Großfürstentum Kiew

988: Kontakte mit dem Byzantinischen Reich führen zur orthodoxen Christianisierung der Kiewer Rus.

1237: Die Mongolen erobern Moskau und das Reich der Wolgabulgaren. 1238 greifen sie die Fürstentümer der Kiewer Rus an und zerstören 1240 Kiew. Der Angriffszug treibt sie bis nach Ungarn, Bulgarien, Österreich und Brandenburg.

1263: Moskau wird zum Fürstentum – der Aufstieg zum geistigen, religiösen und wirtschaftlichen Zentrum Russlands beginnt und die Befreiung von der mongolischen Fremdherrschaft gelingt.

1429: Russland löst sich von der griechischen Kirche.

1547: Großfürst Iwan IV. (Iwan der Schreckliche) wird zum ersten Zaren „der ganzen Rus“ gekrönt. Unter seiner Herrschaft beginnt die Eroberung Sibiriens, im 17. Jahrhundert erreichen die russischen Kosaken den Pazifik.

1682: Unter Peter I. wird Russland eine Großmacht nach westlichem Vorbild.

1710: Das 1703 gegründete St. Petersburg wird zur neuen Hauptstadt und zum Symbol für den russischen Fortschritt und die Öffnung nach Westen.

1721: Russland wird zum Kaiserreich, Peter der Große ist der erste Kaiser des Russischen Imperiums und gilt bis heute als einer der herausragendsten Politiker Russlands. Mit dem Sieg gegen Schweden im über 20 Jahre andauernden Großen Nordischen Krieg erlangt Russland die Vormachtstellung in der Ostsee und wird zu einer europäischen Großmacht.

1762:
Katharina die Große wird Zarin des Russischen Reiches und betreibt die Expansionspolitik ihres Vorgängers Peter des Großen rigoros weiter.

1812: Napoleons Truppen fallen in Russland ein und erobern Moskau, werden dann jedoch vernichtend geschlagen. Zar Alexander I. wird als Retter Europas gefeiert.

19. Jahrhundert: Trotz erheblicher Industrieleistung gerät Russland immer mehr ins Hintertreffen gegenüber anderen europäischen Mächten. Während in den großen Städten Reichtum herrschte, verharrte das übrige Land in der Armut und Sozialordnung der Feudalherrschaft. Hinzukamen Niederlangen im Krimkrieg 1853 – 1856) und im Krieg gegenJapan (1905). Reformen durch Zar Nikolaus II. bleiben jedoch aus.

1914: Russland tritt in den Ersten Weltkrieg ein und wird von einer patriotischen Welle in der Bevölkerung getragen. Nach einem zermürbenden Stellungskrieg brechen jedoch die Fronten des Russischen Reiches zusammen, zudem hat die Bevölkerung an Hunger zu leiden.

1917: Die russische Revolution bricht aus. In der Hauptstadt St. Petersburg kommt es zu Aufständen der Arbeiter und Bauern, die blutig niedergeschlagen werden. Die Demonstranten stürmen daraufhin den Zarensitz und zwingen Nikolaus II. zum Abdanken. Nach einer kurzzeitigen republikanischen Herrschaft leiten Lenin, Leo Trotzki und die Bolschewiki die Oktoberrevolution ein. Die Machtübernahme der Kommunisten macht den Weg frei für den Aufbau eines sozialistischen Staates.

1939: Die Sowjetunion schließt zu Beginn des zweiten Weltkriegs einen Nichtangriffspakt mit den Deutschen.

1941: Deutschland überfällt die Sowjetunion, woraufhin diese an der Seite der Alliierten gegen das Nazi-Regime kämpft. In den ersten Kriegsmonaten verliert die Rote Armee Millionen von Soldaten, bei der Belagerung Leningrads durch deutsche und finnische Soldaten verhungern über eine Million Zivilisten.

1942: Die deutsche Armee greift Stalingrad an, wird Anfang 1943 jedoch eingekesselt und zur Kapitulation gezwungen. Es ist der Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg.

1945: Die Sowjetunion bekommt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Potsdamer Abkommen unter anderem das nördliche Ostpreußen sowie die Inselgruppe Kurilen von Japan zugesprochen.

1947: Der Kalte Krieg zwischen der Sowjetunion und den Westmächten beginnt. Bis in die 1980er Jahre wird ein Kampf um politische und ökonomische Einflussnahmen ausgetragen. Im Kampf zwischen den zwei Systemen kommt es zu mehreren Stellvertreterkriegen und zu einem Wettrüsten, das einige Male nur knapp an einem offen ausgetragenen Krieg vorbeischrammt.

1987: Der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow leitet den Prozess zum Umbau des politischen und wirtschaftlichen Systems ein (Perestroika). Zudem tritt er für eine Politik der Transparenz ein (Glasnost). Sein Ziel ist es, die Unabhängigkeitsbestrebungen von mehreren Teilrepubliken zu unterbinden.

1991: Konservative Kommunisten putschen in Moskau gegen Gorbatschow und seine Reformpolitik. Der neue Präsident Boris Jelzin und Vertreter der Sowjetrepubliken beschließen daraufhin die Auflösung der Sowjetunion zum 31. Dezember 1991. Jelzin wird zum ersten Präsidenten der Russischen Föderation. Unter ihm werden Teile der Wirtschaft privatisiert und demokratische Reformen durchgeführt. Es kommt jedoch zu hoher Inflation und politischer Destabilisierung.

2000: Wladimir Putin wird neuer Präsident Russlands. Unter seiner Führung verbessert sich die wirtschaftliche und innenpolitische Lager Russlands. Nach außen hin gibt es jedoch immer wieder Konflikte mit abtrünnigen Republiken wie Tschetschenien und Georgien.
Fakten
 

 

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