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Exeter

Großbritannien, Exeter
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"Exeter" (Kornisch Karesk) ist die Hauptstadt der Grafschaft Devon im Südwesten Englands und war früher die Hauptstadt von Cornwall. 2001 zählte die Stadt 111.000 Einwohner. Exeter liegt an einer Furt des Flusses Exe, einige Kilometer nördlich der Mündung in den Ärmelkanal.

Geschichte

Antike und Mittelalter

Im Jahre 50 v. Chr. gründeten die Römer die Stadt Isca Dumnoniorum an derjenigen Stelle, wo sich bereits eine kleine Siedlung der keltischen Ureinwohner befand. Eine Stadtmauer wurde errichtet. Isca war die südwestlichste befestigte Siedlung der Römer in England. Zahlreiche Abschnitte der römischen Stadtmauer sind bis heute erhalten geblieben. Es gibt Überreste eines römischen Bades; wegen der unmittelbaren Nähe zur Kathedrale wurde es aber nur teilweise ausgegraben und ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Isca war der südliche Ausgangspunkt einer Römerstraße, die in nordöstlicher Richtung bis nach Lincoln ("Lindum") führte, via Bath ("Aquae Sulis"), Cirencester ("Corinium") und Leicester ("Ratae Coritanorum").

Im Jahre 876 wurde die Stadt durch die Dänen angegriffen, 1068 durch die normannischen Truppen unter Wilhelm dem Eroberer. Während des englischen Bürgerkriegs (1642 bis 1649) stand Exeter auf der Seite der Monarchisten.

Industrielle Revolution und Moderne

Zu Beginn der Industriellen Revolution entwickelte sich Exeter aufgrund der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte aus der Umgebung sowie wegen der Wasserkraft der schnell fließenden Exe. Als jedoch die Dampfmaschine die Wasserkraft ablöste, war Exeter zu weit von den Kohle- und Eisenvorkommen entfernt, um die Industrie weiter zu entwickeln. Die Stadt verlor zwar etwas an Bedeutung, blieb aber von riesigen, hässlichen Industrieanlagen verschont. Dies ist der Grund, warum Exeter heute zu den Städten mit der höchsten Lebensqualität in Großbritannien zählt.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt große Schäden durch Bombardierungen der deutschen Luftwaffe. Viele historische Gebäude, inklusive der Kathedrale wurden beschädigt oder sogar ganz zerstört. In den 1950er Jahren wurden die meisten Gebäude originalgetreu wieder aufgebaut. Kritiker bemängeln jedoch, dass zu viele nur teilweise zerstörte Gebäude abgerissen wurden, die Qualität der rekonstruierten Gebäude mangelhaft war und dass dem motorisierten Verkehr zu viele Konzessionen gemacht wurden. So seien zum Beispiel einige historische Blickachsen auf die Kathedrale dem Wiederaufbau geopfert worden. Dies hatte zur Folge, dass Exeter im Gegensatz zu Bath zwar für seine schönen Gebäude, nicht aber für einen schönen Stadtkern bekannt ist. Das Problem wurde erkannt und ein behutsamer Stadtumbau, bei dem einige Fehler der 1950er Jahre korrigiert werden sollen, wird zur Zeit (2008) geplant.

Sehenswürdigkeiten
Kathedrale St. Peter
Zu den Sehenswürdigkeiten von Exeter zählen folgende Gebäude:

* Kathedrale St. Peter (Exeter), errichtet ab 1112, als der Bischofssitz vom nahe gelegenen Crediton (Geburtsort von Bonifatius, dem Apostel der Deutschen) hierher verlegt wurde, weil die Stadtmauern besseren Schutz vor „Piraten“ (wahrscheinlich Wikinger) boten. Dort steht auch eine Statue von Richard Hooker, einem im 16. Jahrhundert in Exeter geboren anglikanischen Theologen.
* Ruine des Schlosses Rougemont. Das Schloss wurde bald nach der normannischen Eroberung errichtet. Teile davon wurden bis vor einigen Jahren als Gerichtsgebäude verwendet.
* die Guildhall, das älteste öffentliche Gebäude Englands, das noch immer verwendet wird
* das Zollhaus im attraktiven Hafenviertel
* Die Parliament Street, welche bis 2007 als schmalste Straße der Welt galt
* das ehemalige Kloster St. Nicholas in der Mint Lane
* zahlreiche mittelalterliche Kirchen wie z.B. St. Mary Steps mit einer kunstvollen Turmuhr
Deckengewölbe der Kathedrale

Wirtschaft

Exeter besitzt vor allem Leichtindustrie und ist der Sitz des Met Office, des britischen Wetterdienstes und einer der wichtigsten und größten meteorologischen Einrichtungen der Welt. Unübertroffen sind seine hervorragenden Seewetterdienste für alle Weltmeere. Er wurde in jüngerer Vergangenheit von der Grafschaft Berkshire hierher verlegt.

Verkehr

Der Hauptbahnhof ist Exeter St. David"s. Es gibt zwei Eisenbahnlinien nach London, eine schnellere über Taunton und eine etwas langsamere über Salisbury. Weitere Hauptlinien führen nordwärts nach Bristol und Birmingham sowie westwärts nach Plymouth und in die Grafschaft Cornwall.

Exeter ist der Endpunkt der Autobahn M5 aus Richtung Birmingham und Bristol.

Exeter besitzt einen kleinen, internationalen Flughafen, der als Heimatflughafen der Fluggesellschaft Flybe fungiert. Es gibt Linienflüge nach Toronto (saisonal), Amsterdam und Paris, zu britischen und irischen Städten, auf die Kanalinseln sowie auf die Scilly-Inseln. Daneben werden auch häufig Charterflüge angeboten, hauptsächlich zu Feriendestinationen wie den Balearen oder den Kanarischen Inseln.

Bildung

Eine der größten Arbeitgeber der Stadt ist die University of Exeter. Die bekannteste Studentin ist sicherlich Joanne K. Rowling, die Autorin der Harry-Potter-Romane, die hier Französisch studierte.

Die University of Plymouth hat hier einen Außenstandort. In Exeter befinden sich auch mehrere namhafte Sprachschulen. Seit 2004 ist Exeter Sitz des Britischen Wetterdienstes MetOffice, der sich vorher in Bracknell befand.

Kultur

Das Originalmanuskript eines der wichtigsten Zeugnisse angelsächsischer Literatur, das aus dem 10. Jahrhundert stammende Exeter Book, wird in der Kathedrale aufbewahrt. Das Exeter Book ist eines von vier Manuskripten, die zusammen praktisch die ganze erhaltene Poesie in Altenglisch beinhalten. Es enthält die höher bewerteten Kurzgedichte, einige religiöse Themen sowie einige leicht verrückte Rätsel.

Die "Inquisitio Eliensis" oder "Exon Domesday" (benannt nach dem Aufbewahrungsort Exeter) ist einer der Bände des Domesday Book.

Der Chor der Kathedrale ist landesweit bekannt, und die Kathedrale selbst ist häufig Auftrittsort für Gastorchester.

Die Shakespeare-Aufführungen des Northcott-Theaters in den Ruinen des Schlosses Rougemont werden im ganzen Land hoch geschätzt.

Söhne und Töchter der Stadt
* Thomas Bodley, Staatsmann und Gelehrter
* William Kingdon Clifford, Philosoph und Mathematiker
* Beth Gibbons, Sängerin der englischen Trip Hop-Gruppe Portishead
* Matthew Goode,Theater- und Filmschauspieler
* Nicholas Hilliard, Maler
* Richard Hooker, anglikanischer Theologe und Reformator
* Chris Martin, Sänger der Britpop-Gruppe Coldplay
* Henrietta Anne Stuart, französische Herzogin
* William Temple (Erzbischof), Erzbischof von Canterbury von 1942 bis 1944

Partnerstädte

* Rennes, Frankreich
* Bad Homburg vor der Höhe, Deutschland
* Jaroslawl, Russland
* Terracina, Italien


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 14.11.2019 10:32 von den Wikipedia-Autoren.
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