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Engels

Russland, Engels
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"Engels" (; bis 1931 "Pokrowsk" / / dt. "Kosakenstadt") ist eine Stadt in der russischen Oblast Saratow. Sie war von 1924 bis 1941 die Hauptstadt der Wolgadeutschen Republik.

Geografie
Verbindungsbrücke nach Saratow
Engels liegt am Ufer der Wolga, direkt gegenüber der größeren Stadt Saratow. Die Stadt ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Rajon Engels und mit etwa 200.000 Einwohnern drittgrößte Stadt des Oblast Saratow. Engels liegt im europäischen Teil Russlands, ca. 850 km südöstlich von Moskau.

Geschichte
Sägemühle in Engels (1928)
Bis zur Gründung der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen im Jahre 1924 hieß die Stadt Pokrowsk und wurde dann nach Friedrich Engels umbenannt. Engels war während der Zeit der Wolgadeutschen die Hauptstadt zunächst der gleichnamigen Kommune, dann der Wolgadeutschen Republik. Seit 1931 existierte in Engels ein „Deutsches Staatstheater“ mit einem Fassungsvermögen von circa 800 Plätzen, das vor allem von deutschen Laienspielzirkeln getragen wurde. Ab 1936 nahmen sich deutsche Emigranten wie Erwin Piscator und Bernhard Reich des Theaters an, dem angesichts der Stalinschen Säuberungen jedoch keine Dauer beschieden war.Peter Diezel: Deutsches Staatstheater Engels. Erwin Piscator, Maxim Vallentin und die Verleumdung der deutschen Emigranten als „bourgeoise Nationalisten“. In: Karl Eimermacher, Astrid Volpert (Hrsg.): "Stürmische Aufbrüche und enttäuschte Hoffnungen. Russen und Deutsche in der Zwischenkriegszeit". Paderborn: Fink 2006. S. 987-1020. – Peter Diezel: "Schnittstelle Moskau". Berlin: Edition Schwarzdruck 2008. S. 26-35. In Engels bestand das Kriegsgefangenenlager "368" für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.Maschke, Erich (Hrsg.): "Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges." Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.

In der Stadt herrscht ein russisch-südländisches Flair, Verkehrschaos und Bauten aus dem 19. Jahrhundert prägen das Bild der Innenstadt. Sie ist durch eine drei Kilometer lange Brücke von Saratow mit Saratow verbunden, und in ihrem Zentrum befindet sich in der Tat ein großes Friedrich-Engels-Denkmal.

Eine benachbarte Kleinstadt in der Region Engels trägt den Namen Marx.

Wirtschaft
In Engels konzentrieren sich Betriebe aus der Automobilindustrie. Es befinden sich Herstellerfirmen von Oberleitungsbussen (das Werk "Trolsa" (Тролза)), Eisenbahnwaggons, Spezialfahrzeugen und Transportmaschinen in der Stadt.
Die früher dominierende chemische Industrie hat dagegen weitgehend den Betrieb eingestellt.

Auch mehrere deutsche Unternehmen haben Niederlassungen oder Produktionsstandorte in Engels. Größter Betrieb in Engels ist die Firma OAO „Robert Bosch Saratow“, die Zündkerzen, Steuergeräte, Kabelbäume und anderes für die russische Automobilindustrie und den europäischen Markt herstellt.
Die Firma Henkel stellt in Engels Waschpulver und chemische Produkte für die Automobilindustrie her.

Militär
Kriegsdenkmal in Engels
Die russischen Streitkräfte betreiben mehrere Niederlassungen in der näheren Umgebung von Engels. Dazu gehört auch der Militärflugplatz Engels-2 mit angeschlossener Kaserne. Nach der Restrukturierung sind auf dem Militärflughafen 14 Nuklearlangstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-160 stationiert. Die Maschinen gehören zum 121. Schweren Bomberregiment (zugehörig zur 22. Schweren Bomberdivision). Seit Juni 2008 fliegen auch Langstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-95MS und Tupolew Tu-22M3 von dem Stützpunkt aus Patrouillenflüge über die Arktis und über dem Atlantik. Hierzu werden die Bomber von Tankflugzeugen vom Typ Iljuschin Il-78 aufgetankt.

Weiterführende Bildungseinrichtungen
* Regionalzentrum für Kadervorbereitung der Moskauer Universität für Verbraucherkooperation
* Technologisches Institut der Saratower Staatlichen Technischen Universität

Sehenswürdigkeiten
* Das Gebäude des Lesesaals der Zentralen Bibliothek, das 1909 errichtet wurde
* Die 1825 errichtete Dreifaltigkeits-Kirche (Троицкая)
* Heimatmuseum
* Lew-Kassil-Museum

Söhne und Töchter der Stadt
* Gennadi Korban (* 1949), Ringer
* Juri Georgijewitsch Schargin (* 1960), Kosmonaut
* Alfred Schnittke (1934–1998), Komponist und Pianist deutscher Abstammung
* Wera Stramkouskaja (* 1958), Menschenrechtsaktivistin

Literatur

* Peter Diezel: Theater im sowjetischen Exil. In: "Verfolgung und Exil deutschsprachiger Theaterkünstler". München: K.G. Saur 1999 (Handbuch des deutschsprachigen Exiltheaters 1933-1945. Bd. 1). S. 289-318.
* Hermann Haarmann, Lothar Schirmer, Dagmar Walach: "Das „Engels“-Projekt. Ein antifaschistisches Theater deutscher Emigranten in der Sowjetunion (1936-1941)". Worms: Heintz 1975.
* Bernhard Reich: "Im Wettlauf mit der Zeit. Erinnerungen aus fünf Jahrzehnten deutscher Theatergeschichte". Berlin: Henschel 1970.


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 21.08.2019 21:22 von den Wikipedia-Autoren.
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