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Fougères: Ein wirklicher Traum

Frankreich, Fougères
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Die Poetenstadt Fougères besitzt die größte Festung Europas mit Mittelalterfestival
„Ich würde gerne jeden fragen: Haben Sie Fougères gesehen?“, schrieb Victor Hugo 1836 begeistert in einem Brief an seinen Maler-Freund Louis Boulanger. Das Zitat befindet sich an der Kirche Saint Léonard oben in der Neustadt und ist nur der Auftakt einer ganzen Serie von literarischen Wegbegleitern, mit denen sich diese poetische, in die Farbe des grauen Natursteins gehüllte Stadt schmückt.
Galerie
Die wahrlich majestätische Schlossanlage von Fougères.

Die Kirche des Schutzpatrons der Gefangenen, St. Leonhard, betritt man durch das Portal an der neogotischen Ostfassade aus grauem heimischen Granits, der sich farblich vom älteren Kirchturm (1675) abhebt. Das Haupt- und die beiden Seitenschiffe entstanden im 15. und 16. Jahrhundert. Die prächtige Nordfassade spiegelt den inneren Aufbau der aneinandergereihten Kapellen wieder, die jeweils von einem Giebel gekrönt sind – so konnte die Kirche nach Bevölkerungsexplosion in Folge der industriellen Revolution ohne großen Aufwand erweitert werden.

Ältestes Glasfenster der Bretagne
Blick auf die Kirche Saínt Léonard.
Mehrere Bombenangriffe zerstörten 1944 große Teile der alten Glasfenster, die zum Teil rekonstruiert wurden. Doch Fragmente der Originale, wie die großartige „Auferstehung des Lazarus“ in der Nordkapelle, entstanden unter dem Einfluss der italienischen Renaissance, sind in einzelnen Kapellen noch zu entdecken. So etwa befindet sich in der Kapelle das älteste erhaltene Glasfenster der Bretagne, ein Medaillon mit Details aus dem Leben des Hl. Benedikt aus dem 12. Jahrhundert aus der Abtei Saint-Denis. Großformatige Gemälde aus der Mitte des 19. Jahrhunderts der führenden französischen Romantiker, Achille und Eugène Deveria, Freunde Victor Hugos, zieren die Eingangskapellen.

„Wir träumen ein Leben, wir leben ein anderes, aber das wir träumen, ist das Wirkliche." Diese verträumte These ist wenige hundert Meter von der Kirche nordwärts die blumengeschmückte Straße entlang an der Place Jean Guéhenno zu lesen und stammt vom Mitglied der Academie française, geboren 1890 in Fougères, nach dem dieser Platz mit einigen schönen Freisitzen benannt ist. Am anderen Ende derselben öffnet sich erneut ein Platz, wo wir uns mit der Statue des Marquis de la Rouërie, einem Helden der Amerikanischen Revolution und Verteidiger der bretonischen Identität sowie Gründer der Bretonischen Vereinigung (1751-1793) bekannt machen dürfen.

Erholungsgebiet für Schuhfabrikanten
Bevor wir uns müde geworden mit dem Auto zur Altstadt, dem Bourg Vieil, hinunter zu dem etwas abgelegenen Schloss begeben, passieren wir noch am Kreisel die Reiterstatue des Général de Lariboiserie, 1759 in Fougères geboren, 1812 in Königsberg verstorben, und genießen den Blick auf den Jardin du Val Nancon: Im 14. Jahrhundert hatte eine Stadtmauer die Tour Montfromery im Osten und das Schloss im Westen verbunden. Im 19. Jahrhundert verlangte die wachsende Zahl von Schuhfabriken und das Bevölkerungswachstum eine Öffnung des zu eng gewordenen steinernen Anzugs. Und so wurde dieser Garten hier im Stadtgraben als Erholungsgebiet für müde Arbeiter angelegt.

Die Altstadt am Fuß der Burg atmet einen ganz anderen Geist, als der nach einem Brand im 18. Jahrhundert wiederaufgebaute Bourg Neuf oben. Die schönen, am Fluß gelegenen Fachwerkhäuser im Quartier Marchix um den gleichnamigen Platz herum erinnern an das Petite France in Strasbourg. Und dann blickt man fassungslos auf die nicht enden wollende Mauer des Château, der größten Festungsanlage Europas. Bis zur Invasion der Franzosen 1488 hatten die Bretonen hier ihre Unabhängigkeit verteidigt.

Schloss Fougères-sur-Bièvre von Osten.
Auch Frankreichs Nationaldichter zeigte sich beeindruckt. Kein Wunder: Das Schloss ist ein großartiges Baudenkmal mittelalterlicher Wehrarchitektur des 12. bis 15. Jahrhunderts. Den kreisrunden Grundriss der Anlage mit einer Fläche von zwei Hektar umlaufen mit 13 Türmen flankierte Wälle, die im Laufe des 15. Jahrhunderts verstärkt und mit Schießscharten für Kanonen erweitert wurden. Diese atemberaubende Traumkulisse musste einfach ein Mittelalterspektakel anziehen: Im Juli und August täglich von 10 bis 19 Uhr, im Mai, Juni und September 10 bis 13 Uhr und 14 bis 19 Uhr außer Montag, und im Oktober und April 10 bis 12.30 Uhr und 14 bis 17.30 Uhr außer Montag, inszenieren die Macher von „Fabuleux Château de Fourgères“ eine eineinhalbstündige Zeitreise in die Bretagne des 11. bis 15. Jahrhunderts. Information auf www.chateau-fourgeres.com, Telefon +33 (0)2 99 99 79 59.


Dieser Artikel ist Teil der Tour "Tour de Bretagne"
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