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Drama in den Wellen

Europa
27.11.2011
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Prinz William rettet Schiffbrüchige
Für Flight Lieutenant Wales ist es der bisher größte Einsatz: Doch Prinz William kann nicht allen helfen. Nach dem Sinken eines Frachters vor Wales kommen zwei Schiffbrüchige mit dem Leben davon, einer stirbt. Fünf weitere werden vermisst.
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London (dpa) - Prinz William, Rettungspilot bei der königlichen Luftwaffe, hat mit seinem Hubschrauber zwei Seeleute vor dem Ertrinken gerettet. Für einen anderen Seemann der achtköpfigen Schiffsbesatzung des Frachters «Swanland» kam dagegen jede Hilfe zu spät. Fünf Matrosen wurden am Sonntagabend noch vermisst. Die Überlebenschancen in der rauen, etwa 14 Grad kalten Irischen See schwanden von Stunde zu Stunde.
Im Rahmen seiner Ausbildung zum Militärpiloten war Prinz William bisher nur in friedlichen Einsätzen.

«Wir sind sehr besorgt über die Vermissten», sagte ein Sprecher der Küstenwache. Am Sonntagabend wurde die Suche abgebrochen. Ob am Montag weitergesucht wird, sollte kurzfristig entschieden werden.

Für Prinz William (29) und seine Kollegen, die auf der Luftwaffenbasis Anglesey im Norden von Wales Nachtdienst schoben, kam der Alarm um zwei Uhr nachts. Eine gigantische Welle hatte die «Swanland» getroffen. Das Schiff brach auseinander, der Frachter schlug leck, Meerwasser drang ein.

Die Besatzung setzte einen Notruf ab: «Wir sinken!» Für zwei Mitglieder der überwiegend aus Russland stammenden Mannschaft wurde ein aufblasbares Floß zum Lebensretter. Videobilder aus dem Rettungshubschrauber zeigen, wie die Matrosen in einem Floß treiben und verzweifelt um Hilfe rufen. Von dem Floß wurden sie an einem Seil in den Hubschrauber gezogen, in dem Flight Lieutenant Wales, wie William in der Armee heißt, als Copilot seinen Dienst tat.

Die Retter fanden später nur noch Trümmerteile, die auf der Wasseroberfläche schwammen. Die Helfer sichteten auch zwei leere Rettungsfloße, beschrieb ein Sprecher der Küstenwache im walisischen Holyhead das Szenario. Zwar hätten zumindest einige der Vermissten Taucheranzüge an. Aber die Wetterbedingungen auf See seien schwierig. Die beiden Überlebenden wurden ins Krankenhaus gebracht.
Prinz William und seine Frau Kate.

Das Schiff hatte 3000 Tonnen Sandstein geladen und Kurs auf die Isle of Wight genommen. Schon im August 2010 war die «Swanland» einmal in Seenot geraten, damals vor der Küste von Cornwall im Südwesten Englands. Das 81 Meter lange Schiff ist auf den Cook-Inseln registriert und gehört einem Eigner in Großbritannien. Die Reederei wollte zunächst keine Angaben zu dem Unglück machen.

Für Prinz William war die mehrstündige royale Rettungsaktion auf hoher See in seiner jungen Karriere als Rettungspilot der bisher spektakulärste Einsatz. Bisher musste er schon Kranke von Bohrinseln holen oder überforderte Bergsteiger aus den Hügeln von Wales bergen. Im Februar geht es für William auf die Falklandinseln vor Südamerika, wo er auf einem britischen Militärstützpunkt stationiert sein wird.

 

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