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Die Sprache der Anderen

Europa
02.11.2011
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Hans-Peter Friedrich gibt Bescheid
Die erste Sprache junger Türken in der Bundesrepublik muss aus Sicht von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) Deutsch und nicht Türkisch sein. Damit widersprach er am Mittwoch im ZDF-«Morgenmagazin» dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan.
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Berlin (dpa) - Dieser hatte in der «Bild»-Zeitung (Mittwoch) erneut gefordert, junge Türken sollten zuerst Türkisch lernen: «Wenn ein Kind eine neue Sprache erlernen will, muss es die eigene Sprache gut können», argumentierte Erdogan. Dazu sagte Friedrich: «Daraus kann man schon erkennen, dass er das nicht so richtig erfasst hat: Ihre eigene Sprache ist ja jetzt eigentlich Deutsch.» Dies habe Erdogan «noch nicht so ganz verinnerlicht».
Ausreichende Deutschkenntnisse sind nur Spitze des Eisbergs mit dem Namen Integrationsprozess.

Friedrich sagte, das Erlernen der deutschen Sprache sei eine zentrale Voraussetzung, um die zu hohe Zahl von Schulabbrechern zu senken und die Basis für beruflichen Erfolg zu legen. Die Schulabbrecherzahl müsse sinken. «Das ist ein Potenzial an jungen Menschen, das uns nicht verloren gehen darf.»

Der Innenminister wies zugleich die Forderung zurück, die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft für dauerhaft in Deutschland lebende Ausländer zu schaffen, um ihre Integration zu verbessern. «Ich glaube nicht, dass das etwas ändern würde, im Gegenteil.» Wer in Deutschland dauerhaft bleiben wolle, solle die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen. «Und dann sind sie eben keine Türken mehr. Ich glaube, die Entscheidung muss man in seinem Leben irgendwann mal treffen.»

Mit einem Festakt erinnern die Bundesregierung und Erdogan heute (Mittwoch/11.30) an den 50. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens. Die Bundesrepublik hatte dieses am 30. Oktober 1961 mit der Türkei geschlossen, um dringend benötigte Arbeitskräfte nach Deutschland zu holen. Viele der damaligen Gastarbeiter ließen ihre Familien nachziehen. Heute leben in Deutschland mehr als 2,5 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln.


 

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