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Die Konstruktion eines Subkontinents

Europa
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Europa ist kein natürliches Gebilde: Grenzziehung durch den russischen Zaren
Europa ist ein Subkontinent, der zusammen mit Asien den Kontinent Eurasien bildet. Die politische, historische und kulturelle Definition ist umstritten, entsprechend lassen sich vielfältige europäische Konzepte identifizieren. Vor diesem Hintergrund kann keine exakte Zahl an europäischen Ländern angegeben werden – bis zu 50 Staaten können je nach Lesart dazu gezählt werden. Eine eindeutige geographische oder geologische Grenze zwischen Europa und Asien gibt es nicht, nur eine mehr oder minder willkürlich gezogene. Der aus Stralsund stammende, in der schwedischen Armee dienende Kartograph Philip Johan von Strahlenberg hatte als russischer Kriegsgefangener im Auftrag des Zaren 1711 bis 1721 den Verlauf einer neuen Ostgrenze entlang des Uralgebirges und -flusses gezogen. Auch die Namensbedeutung ist nicht eindeutig zu klären – das altgriechische Kompositum bedeutet so viel wie „weite Sicht / weites Gesicht“. Sprachforscher vermuten eine semitische Wurzel und schlagen den phönizischen Begriff erob für „dunkel, Abend“ vor: Was als „Abendland“ durchaus Sinn macht.
Galerie
„Europa und der Stier“, Gustave Moreaus.

700 Millionen Europäer
Akzeptiert man diese künstliche Grenzziehung bringt es Europa auf eine Fläche von etwa 10,5 Millionen Quadratkilometern – der zweitkleinste „Kontinent“ nach Australien. Auf der Halbinsel Nordkinn in Norwegen befindet sich der nördlichste Punkt des europäischen Festlands, zirka 3800 Kilometer weiter südlich markiert die Punta de Tarifa in Spanien den Kontrapunkt. Ganz im Westen des Subkontinents gelegen ist das Cabo da Roca in Portugal. Der Ural darf sich, wie oben beschrieben, 6000 Kilometer ostwärts als kontinentale Außengrenze bezeichnen lassen. 700 Millionen Einwohner teilen sich das vor allem in Mitteleuropa dichtbesiedelte Gebiet. 90 Prozent seiner Einwohner sprechen indogermanische Sprachen, wozu neben den germanischen auch die baltischen, keltischen, romanischen, slawischen Sprachen sowie das Albanische, das Griechische und Romani zählen. Daneben werden in Europa uralische Sprachen gesprochen, zu denen unter anderem das Estnische, das Finnische, das Ungarische und Sami gehört. Zu den hier benutzten Turksprachen zählen neben dem Türkischen auch Gaugisisch und Tatarisch. Semitischer Herkunft ist die Sprache der Malteser.

Rund Dreiviertel der Europäer zählen sich zu einer der christlichen Konfessionen (katholisch, protestantisch, orthodox). Im ersten Jahrhundert nach Christus fasst diese kleinasiatische Religion auf dem Kontinent Fuß. Zirka acht Prozent sind Muslime, vorwiegend in den europäischen Teilen Russlands (25 Millionen), im europäischen Gebiet der Türkei (5,9 Millionen), Bosnien-Herzegowina (2,2 Millionen), Albanien (zirka 2 Millionen) und muslimische Einwanderer und deren Nachkommen in Frankreich (5,5 Millionen), Deutschland (über 4 Millionen), Großbritannien (1,8 Millionen) und Italien (1 Million). Im 8. Jahrhundert hatten die Araber eine vergleichsweise tolerante Herrschaft auf der iberischen Halbinsel errichtet – und wurden durch eine blutige Reconquista in mehreren Anläufen zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert zurückgedrängt und vertrieben. Nach dem Holocaust, dem während des Zweiten Weltkriegs etwa sechs Millionen europäische Juden zum Opfer fielen, sind heute weniger als ein Prozent der europäischen Bevölkerung jüdischen Glaubens (knapp zwei Millionen). Der Hinduismus, Buddhismus und andere Religionen sind insgesamt mit weniger als einem Prozent vertreten. Dagegen sind 17 Prozent der Europäer konfessionslos, wobei sich die Hochburgen in Estland, Tschechien, den Niederlanden, Russland und Ostdeutschland befinden. Nach der European Values Study bezeichneten sich darüberhinaus weit mehr als unreligiös: ungefähr ein Drittel aller Europäer hat den Glauben an Gott verloren. Fünf  Prozent sind überzeugte Atheisten.

Geschichtstabelle

1,8 Millionen Jahre v. Chr.: Älteste Fossilfunde aus Georgien (außerhalb der heute anerkannten Grenzen) werden als „Homo georgicus“ bezeichnet.

1,2 Millionen Jahre v. Chr.: Knochen der Gattung Homo aus dieser Zeit stammen aus der Sierra de Atapuerca in Spanien.

600 000 v. Chr.:
Besiedlung nördlich der Alpen durch den Homo heidelbergensis.

40 000 v. Chr.: Der Homo sapiens gelangt nach Europa und verdrängt die Neandertaler.

12 000 bis 1200 v. Chr.: In der Jungstein- und der Bronzezeit beschleunigt sich vor allem im Mittelmeerraum der kulturelle und wirtschaftliche Fortschritt, und breitet sich Richtung Norden und Osten aus.

700 v. Chr. bis 347:
Das Zusammentreffen griechischer, römischer und christlicher Kultur schaffen einen kulturellen Überbau, der Europa bis heute mitprägt. Das Römische Weltreich wirkte dabei als Katalysator, da es in fast ganz Europa bis zum Limes einen politischen Rahmen schaffte, indem sich die neue Religion des Christentums schnell ausbreiten konnte. Unter Kaiser Theodosius I. schließlich wird es zur Staatsreligion erhoben.

400-800: Nach dem Zusammenbruch des Imperium Romanum im Westen, überlebt das zunehmend griechisch geprägte oströmische Kaisertum im Byzantinischen Reich bis 1453. Während der Völkerwanderung dringen vor allem germanische Stämme in das westliche Europa vor und bilden den Grundstein für die Nationen England (Angelsachsen), Frankreich (Franken), Spanien (Goten). Missionare verbreiten das Christentum seit dem Frühmittelalter, so dass die Christianisierung Europas im Spätmittelalter bereits abgeschlossen war.

800-1054:
Seit der Krönung Karls des Großen 800 zum ersten neuen römischen Kaiser im Westen und dessen Konkurrenz zum byzantinischen Kaiser in Konstantinopel steuert Europa auf seinen ersten Ost-West-Konflikt zu. Die jeweiligen Einflusssphären spalten den Subkontinent zunächst in ein westlich-katholisches und ein östlich-orthodoxes Europa – der Bruch zwischen Papst und orthodoxer Kirche wird 1054 vollzogen.

11. bis 15. Jahrhundert: Kaiser und Papst streiten seit dem so genannten Investiturstreit im 11. Jahrhundert um die politische Vorherrschaft. Die Wiederentdeckung der Antike in der Renaissance und mit ihr die Blüte der Wissenschaft und Kunst stellt den Menschen in den Mittelpunkt der Welt – der Humanismus reformiert die Religion. Seit dem 15. Jahrhundert beginnen die europäische Seefahrer-Nationen Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Portugal, Russland und Spanien koloniale Imperien auf allen anderen Kontinenten zu errichten – die christliche Missionierung, brutale Unterdrückung bis zum Völkermord an den Ureinwohnern, die wirtschaftliche Ausbeutung, der Sklavenhandel, und künstliche Grenzziehungen haben tiefe Spuren bis heute hinterlassen.

16.- 17. Jahrhundert: Die Reformation spaltet die Kirche erneut in „rechtgläubige“ Katholiken und Protestanten. Der Religionskonflikt führt in die Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges 1618 bis 1648, der weite Teile Mitteleuropas verwüstet.

18. Jahrhundert: Die Aufklärung fordert Toleranz, die Achtung der Menschenwürde, Gleichheit und Freiheit für alle Menschen. In Frankreich setzt die Französische Revolution 1789 dieses Konzept zunächst für das Bürgertum durch – ehe die Revolution mit den blutrünstigen Jakobinern ihre eigenen Kinder frisst und vom kleinen korsischen General Napoléon in ein plebejisches Kaisertum transformiert wird.

19. Jahrhundert: Nach Kaiser Napoléons Waterloo stellen die konservativen Siegermächte beim Wiener Kongress vorübergehend die vorrevolutionären Zustände wieder her. Die Industrialisierung verändert das Leben breiter Bevölkerungsschichten, sorgt für eine nie gekannte Landflucht und die Entstehung eines verelendeten Proletariats. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler wie Karl Marx und Friedrich Engels entwickeln aus der Beobachtung der herrschenden Zustände die politische Philosophie des Kommunismus. Gleichzeitig bahnt sich mit der Entstehung der Sozialdemokratie ein dritter Weg an, auf dem die Rechte der Arbeiter parlamentarischer korrekt erkämpft werden sollen.

20. Jahrhundert: Der Nationalismus und Imperialismus der Großmächte entfesselt den Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918). Nach einer kurzen Zwischenkriegszeit richtet das nationalsozialistische Deutschland zusammen mit seinen faschistischen Verbündeten im Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945) gewaltige Zerstörungen in Europa und darüberhinaus an. Etwa 60 Millionen Menschen verlieren ihr Leben; sechs Millionen Juden werden planmäßig ermordet.

1945-1988:
Der Kalte Krieg spaltet Europa in die von der Sowjetunion dominierten sozialistischen Staaten in Mittel- und Osteuropa sowie die von den USA unterstützten demokratisch-kapitalistischen Länder westlich des Eisernen Vorhangs – mit einem schmalen Korridor einiger weniger neutraler Staaten dazwischen.

1989: Michail Gorbatschows Glasnost und Perestroika führen in der Konsequenz zum Zusammenbruch der pseudosozialistischen Regime, zum Fall der Berliner Mauer 1989, zur deutschen Wiedervereinigung und europäischen Annäherung.

1990-2010: In einer beispielslosen Erweiterungswelle wächst die Europäische Union auf 27 Staaten, Tendenz weiter steigend. Einzig die Schwierigkeiten bei der Umsetzung durch das schnelle Wachstum dringend benötigter Strukturreformen, die mit dem Kompromissvertrag von Lissabon, der 2010 als eine Art Vorstufe einer Europäischen Verfassung in Kraft tritt, schließlich nach einer langen Hängepartie verabschiedet werden, bremsen das EU-Wachstum.

Fakten
 

 

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