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Deutschland

Europa
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Fakten
Die Bundesrepublik Deutschland ist eine parlamentarische Demokratie mit föderalen Strukturen. Die 16 Bundesländer haben zum Teil ausgeprägte politische, wirtschaftliche, sozio-kulturelle und sprachliche Eigenheiten. Mit einer Fläche von 357 000 Quadratkilometern liegt Deutschland im vorderen Mittelfeld der europäischen Staaten. Zwischen dem südlichsten Punkt in den Allgäuer Alpen bei Oberstdorf und der nördlichsten Spitze der Insel Sylt liegen 880 Kilometer. Das Westende bei Selfkant an der niederländischen Grenze und das Ostende bei Deschka an der Lausitzer Neiße trennen 640 Kilometer.
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Die Bundesrepublik nimmt spätestens seit der Wiedervereinigung der beiden nach dem Weltkrieg getrennten Staatsteile in Ost und West wieder die Rolle einer großen Drehscheibe in Mitteleuropa ein – sowohl als politischer und kultureller Vermittler zwischen Nord- und Süd- sowie West- und Osteuropa, als auch als kontinentaler Transitraum. So hat Deutschland mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden die meisten Nachbarn Europas.

• Amtliche Bezeichnung: Bundesrepublik Deutschland
• Hauptstadt: Berlin
• Einwohner: 81,88 Millionen
• Fläche: 357.104 Quadratkilometer
• Landessprache: Deutsch; offiziell anerkannte Minderheitensprachen: Dänisch, Friesisch, Niederdeutsch, Sorbisch, Romani
• Bevölkerung: 91 % Deutsche (davon rund 10 % mit Migrationshintergrund), die restlichen 9 % verteilen sich auf EU-Bürger (2,1 Millionen), Türken (1,7 Millionen).
• Religion: 30,7 % der Bevölkerung gehören offiziell der römisch-katholischen Kirche an, 30,2 % der Evangelischen Kirche, 3,9 % muslimischen Gemeinden, 3 % der Orthodoxen Kirche, 0,3 % dem buddhistischen Glauben, 106 000 dem jüdischen Glauben..
• Währung: Euro = 100 Cent

Zeittafel


700 000 bis 500 000 v. Chr.: Die Zeitspanne zwischen den ältesten Siedlungsbelegen und der dauerhaften Besiedlung.

40 000 v. Chr.: Die mutmaßlichen Ureinwohner, der Homo heidelbergensis und der Homo neanderthalensis, werden vom aus Afrika zugewanderten Homo sapiens verdrängt – so viel zum Thema „wie deutsch ist Deutschland?“. Möglicherweise ein Grund dafür, warum ängstlichere Zeitgenossen Probleme mit einer modernen Einwanderungspolitik haben.

5000-2000 v. Chr.: Die Himmelsscheibe von Nebra ist ein bedeutender Beleg dafür, dass bereits in der Jungsteinzeit eine ausgefeilte Astronomie betreiben wurde.

1700 bis 1000 v. Chr.: Aus der Bronzezeit sind Gegenstände der Hügelgräber- und Urnenfeldkultur erhalten.

500 v. Chr.: Aus römischen Aufzeichnungen wissen wir, dass Norddeutschland weitgehend germanisch, Süddeutschland keltisch besiedelt ist.

58 v. Chr. ff: Die Gebiete links des Rheins und südlich der Donau gehören wie phasenweise der größte Teil Baden-Württembergs und auch einige Teile Hessens zum Römischen Imperium. Entlang der Grenzziehung des Limes entstehen zahlreiche Römerlager wie in Köln, Trier, Mainz und Regensburg, die zu den ältesten Städten Deutschlands zählen. Der römische Historiker Tacitus verfasste 98 n. Chr. eine Geschichte Germaniens, woraus zu entnehmen ist, dass durch Ansiedlungspolitik und Zuwanderung Mitteleuropa bereits zum damaligen Zeitpunkt ein Schmelztiegel der Völker war.

300: Ansturm der Alemannen, Franken und Sachsen gegen den Limes.

375 bis 395: Nach dem Niedergang Westroms und dem Einfall der Hunnen setzt die Völkerwanderung ein – germanische Stämme dringen immer weiter in den Südwesten vor. Im deutschen Kerngebiet bilden sich einige Hauptstämme wie die Alemannen im Westen, die Bayern im Süden, die Thüringer im Osten und die Sachsen im Norden heraus. Im Gebiet des heutigen Ost- und Mitteldeutschlands siedeln sich slawische Stämme an, die erst im Laufe des Hochmittelalters assimiliert werden.

482 bis 751: Merowingisches Frankenreich

800: Die Franken beherrschen nach der blutigen Unterwerfung der Sachsen den größten Teil West- und Mitteleuropas bis zur Nordsee. Karl (der Große) lässt sich in Rom zum Kaiser krönen. Konflikte zwischen seinen Nachfolgern führten im Vertrag von Verdun (843) zur Dreiteilung des Reiches in ein Ostfrankenreich unter König Ludwig Germanicus (später: „dem Deutschen“), ein Westfrankenreich unter König Karl dem Kahlen und das dazwischen liegende so genannte Lotharingien König Lothars I.

2. Februar 962: Otto I. wird in Rom zum Kaiser in der Nachfolger der römischen Cäsaren gekrönt. Bis 1024 regieren die Sächsischen Kaiser.

1024 bis 1125: In die Regierungszeit der Salischen Kaiser fällt der Investiturstreit zwischen Papst und Kaiser, was Friedrich Barbarossa 1077 zum „Gang nach Canossa“ zwingt.

1138 bis 1254: Die Staufischen Kaiser dehnen das Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis Sizilien aus.
13. Jahrhundert: Viele deutsche Städte steigen zu wichtigen wirtschaftlichen Akteuren auf und entwickeln ein selbstbewusstes Patriziertum.

14. Jahrhundert: Der tschechische Reformator und Rektor der Prager Karlsuniversität Jan Hus fordert die katholische Kirche heraus. Beim Konzil zu Konstanz wird er entgegen der Zusicherung freien Geleits verurteilt und verbrannt. Die Hussitenkriege toben vor allem im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet.

15. Jahrhundert: Der Begriff Sacrum Imperium ist für 1157 und der Titel Sacrum Romanum Imperium für 1254 urkundlich belegt. Seit dem späten
15. Jahrhundert setzt sich der Zusatz Deutscher Nation (lat. Nationis Germanicæ) durch – die Schaffung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wird von Historikern als deutsche Staatsgründung interpretiert. Das Ostfrankenreich, fortan als regnum teutonicum bezeichnet, hat zwar nun ein deutsches Kernstaatsgebiet, allerdings ist es in fürstliche Territorien zersplittert. Während sich das Westfrankenreich schrittweise zum französischen Nationalstaat entwickelt, misslingt dem ersten Deutschen Reich wegen seines übernationalen Charakters die Bildung eines Nationalstaats moderner Prägung. Es bleibt ein monarchisch geführtes, ständisches Konglomerat mit dem Kaiser und Reichsständen mit nur wenigen gemeinsamen Reichsinstitutionen. Dennoch oder gerade deswegen umfasste es in seiner größten Ausdehnung fast das gesamte Gebiet des heutigen Mittel- sowie Teile Südeuropas.

1450: Gutenberg erfindet den Buchdruck.

16. Jahrhundert: Unter den Habsburger Kaisern Friedrich III., Maximilian I. und Karl V. formiert sich der in der Frühen Neuzeit fast handlungsunfähige deutsche Staat neu. Reformen wie die Bildung von Reichskreisen und ein Reichskammergerichts sowie die Einführung eines Reichstages, einer allgemeinen Steuer, der „Gemeine Pfennig“, oder des „Ewigen Landfriedens“ sind teilweise erfolgreich. Zwei gegensätzliche Entwicklungen prägen das Jahrhundert. Zum einen setzt sich der begonnene Trend zur Verrechtlichung und Vereinheitlichung des Reiches fort, zum anderen führt die Reformation zur Entstehung von Sollbruchstellen zwischen den deutschen Staaten.

1517/1521: Beginn der Reformation, beim Wormser Edikt wird über Martin Luther die Reichsacht verhängt.

1546: Kaiser Karl V. besiegt den protestantischen Schmalkaldischen Bund.

1555: Der Augsburger Religionsfriede beinhaltet eine Reichsexekutionsordnung, die den Kaiser schwächt, außerdem sieht er die volle Föderalisierung sowie die Aufgabe eines konfessionell einheitliches Reiches vor: Der Fürst bestimmt die Religion (cuius regio, eius religio). Der gescheiterte Karls V. tritt zurück, sein Bruder Ferdinand I. übernimmt das Zepter.

1580 bis 1618: Nach anfänglicher Befriedung der Situation durch die Trennung der Konfessionen führt die Verselbstständigung der konfessionell gespalteten Länder zu neuen Spannungen und schließlich zur faktischen Handlungsunfähigkeit des Reiches. 1608 gründen sechs Fürsten die Protestantische Union, der sich weitere anschließen. Als Reaktion bildet sich 1609 die Katholische Liga.

1618 bis 1648: In dieser explosiven Stimmung führt der Prager Fenstersturz, der rüde Rauswurf kaiserlicher Gesandter aus der Burg Hradschin, zum Ausbruch des verheerenden Dreißigjährigen Krieges, in dessen Folge durch militärische Operationen, marodierende Söldner und vor allem Hunger und Seuchen die europäischen Bevölkerung um die Hälfte dezimiert wird. Die beste Schilderung des Kriegsalltags gelingt Grimmelshausen in seinem Schelmenroman „Simplicius Simplicissimus“.

1648: Der Westfälische Friede stellt die Territorialherrschaften mit den verschiedenen Konfessionen auf eine einheitliche rechtliche Basis. Dem Kaiser bleibt eine zunehmend repräsentative Funktion als Symbol der Reichseinheit.

1658: Kaiser Leopold gelingt im Rahmen der neuen vertraglichen Möglichkeiten eine ausgleichende und vereinnahmende Politik.

1701: Preußen wird Königreich und wächst wie die habsburgischen Erblande zunehmend aus dem Reichsverband heraus. Der Dualismus der zwei mächtigsten Länder mündet in zwei Schlesische, den Österreichischen Erbfolge- und den Siebenjährigen Krieg.

18. Jahrhundert: Das Zeitalter der Aufklärung rüttelt an den Grundfesten des Reiches mit seiner konservativen Funktion als Bewahrer religiöser Gewissheiten und einer ständischen Gesellschaftsordnung. Die unglückliche, österreich-zentrierte Politik Kaiser Joseph II., mit dem Versuch Bayern zu annektieren, ermöglicht Preußens Friedrich II. sich als Gegenkaiser und Schutzmacht der deutschen Länder zu etablieren.

1805: Der Sieg Napoleons bei der Dreikaiserschlacht im mährischen Austerlitz (Slavkov u Brana) markiert das Ende des Deutschen Reiches. Napoleon Bonaparte erklärt dem Chefdiplomaten Charles Maurice Talleyrand: „Es wird keinen Reichstag mehr geben; denn Regensburg soll Bayern gehören; es wird auch kein Deutsches Reich mehr geben.“

12. Juli 1806: Kurmainz, Bayern, Württemberg, Baden, Hessen-Darmstadt, Nassau, Kleve-Berg und weitere Fürstentümer gründen den Rheinbund – von Napoleons Gnaden – und erklären am 1. August den Austritt aus dem Reich.

1814/15: Nach der endgültigen Niederlage Napoleons versucht der Wiener Kongress die Uhr zurückzudrehen. Der Deutsche Bund wird aus der Taufe gehoben.

1. März 1848: Auftakt der Märzrevolution durch die Besetzung des Ständehauses des badischen Landtags in Karlsruhe. Aufstände führen zum Rücktritt maßgeblicher konservativer Kreise wie des österreichischen Staatskanzlers Fürst Metternichs. Am 6. März 1848 akzeptiert der preußische König Friedrich Wilhelm IV. zunächst die Einrichtung der Frankfurter Nationalversammlung. Die dort ausgearbeitete Paulskirchenverfassung, die als Staatsform für Deutschland eine konstitutionelle Monarchie vorsieht, und die Kaiserkrone lehnt er jedoch ab. Der Maiaufstand 1849 wird niedergeschlagen.

1866: Das Gerangel um die Vormacht im Deutschen Bund führt zum Preußisch-österreichischen Krieg, in dem sich das besser organisierte Preußen durchsetzt, den Deutschen Bund auflöst, den Norddeutschen Bund ins Leben ruft und eine kleindeutsche Lösung ohne Österreich anstrebt.

1870/71: Nach dem gewonnen Deutsch-Französischen Krieg erklärt sich König Wilhelm I. im Versailler Spiegelsaal zum Deutschen Kaiser und ruft das (zweite) Deutsche Reich aus. Mit der demonstrativ chauvinistischen Reichsgründung werden zeitgleich Gebietsansprüche durchgesetzt, die entweder auf keinen oder sehr labilen historischen Legitimationen beruhen: West-, und Ostpreußen, das polnischsprachige Gebiet Posen und Schleswig, deutsch- und französischsprachige Teilgebiete der Regionen Lothringen und Elsass werden deutsch. Reichskanzler wird der gleichermaßen geschickte wie skrupellose Machtstratege Otto von Bismarck.

1888: Auf den Schultern des neuen jungen Kaisers Wilhelm II. ruhen viele Hoffnungen, die er enttäuscht. Zuerst demontiert er den Junker Bismarck als Kanzler, dann manövriert er das Deutsche Reich in den Ersten Weltkrieg.

1914 bis 1918: Mehr als zwei Millionen deutsche Soldaten sterben im Ersten Weltkrieg, rund 800 000 Zivilisten erleiden den Hungertod. Die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ (George Kennan) fordert etwa 17 Millionen Menschenleben.

9. November 1918: Ausrufung der Republik. Mit der Kapitulation und der Novemberrevolution endet das Kaiserreich, das der „Weimarer Republik“ ein schweres Erbe hinterlässt. Das neue demokratische Deutschland muss einige Gebiete abtreten, vor allem aber exorbitante Reparationszahlungen leisten, was die antidemokratischen Kräfte insbesondere in der ersten Phase der Inflation und dann nach der Weltwirtschaftskrise ab 1929 stärkt. Dazwischen blüht in einem kurzen, aber heftigen Flirt der Deutschen mit dem liberalen Weltgeist der „Goldenen Zwanziger Jahre“ vor allem Berlin zur neuen europäischen Kulturmetropole auf – Kunst (Neue Sachlichkeit und Expressionismus), Musik (Kurt Weill) und (vor allem jüdische) Filmemacher setzen internationale Trends.

1929: In der Folge des „Schwarzen Donnerstags“ an der New Yorker Börse erlebt auch die deutsche Wirtschaft einen dramatischen Einbruch. 1932 wenden sich immer mehr der sechs Millionen Arbeitslosen der faschistischen Bewegung Adolf Hitlers zu, dessen Nationalsozialistische Arbeiterpartei (NSDAP) zur stärksten politischen Partei aufsteigt.

30. Januar 1933: Adolf Hitler wird mit Hilfe des konservativen Steigbügelhalters Franz von Papen Reichskanzler und erreicht sein Ziel, die Demokratie demokratisch abzuschaffen.

1933/34: Die Nationalsozialisten errichten einen totalitären Einparteienstaat unter Führung Hitlers. Politische Gegner wie Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter werden in Konzentrationslager gesperrt. Die völlige Gleichschaltung der öffentlichen Meinung gehört zum Auftrag des Propagandaministers Joseph Goebbels.

1935: Verabschiedung der „Nürnberger Rasengesetze“. Wie in seinem in Festungshaft verfassten Machwerk „Mein Kampf“ für jedermann nachlesbar beschrieben verfolgt der Diktator als Hauptziele die Vernichtung der europäischen Juden, die Gewinnung von Lebensraum im Osten durch Ermordung und Umsiedlung „slawischer Völker“ und die Errichtung eines „1000-jährigen Reiches“ unter deutscher Führung. Schrittweise testet er die Grenzen der westlichen Geduld aus, indem er Rüstungsverbote ignoriert, 1935 die Wiedereingliederung des Saarlands initiiert, 1938 den „Anschluss“ Österreichs durchsetzt und in einem diktierten Münchner Abkommen das so genannte Sudetenland, das seit 1000 Jahren Teil des böhmischen Staates ist, annektiert. Die so genannte Appeasement-Politik insbesondere Englands wird von Historikern als Einladung zu weiteren Aggressionen kritisiert.

März 1939: Die Wehrmacht marschiert in die so genannte „Resttschechei“ ein, die Deutschen errichten das Protektorat Böhmen und Mähren und tolerieren die Bildung eines faschistischen slowakischen Marionettenstaates. Der vom Westen tief enttäuschte tschechoslowakische Präsident Edvard Beneš emigriert nach London – hier reift bereits dessen folgenschwere Entscheidung heran, dass mit den Deutschböhmen kein Tschechoslowakischer Staat zu machen und dass auf den Westen kein Verlass sei.

1. September 1939: Hitler erklärt unter dem nachgewiesenermaßen erfundenen Vorwand, polnische Soldaten hätten das Feuer eröffnet, Polen den Krieg. Erst jetzt erklären Großbritannien und Frankreich Deutschland den Krieg – mit der „Blitzkrieg“-Taktik überrollt die Wehrmacht Frankreich, die Benelux-Staaten und Skandinavien ehe sie sich im Zweifrontenkrieg mit der Sowjetunion zermürbt.

1939 bis 1945: Deutschland exportiert mit Unterstützung der Wehrmacht und der Waffen SS den nationalsozialistischen Rassenwahn, der zur Errichtung von Konzentrationslagern in ganz Europa und dem Völkermord an Juden, Roma und anderer von der irrwitzigen Ideologie als minderwertig eingestufter Völker und Bevölkerungsgruppen wie Homosexuelle oder Behinderte. Auf der Wannseekonferenz 1942 beschließt das Regime die so genannte „Endlösung der Judenfrage“, die zur planmäßigen Massenvergasung im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau führt. Insgesamt werden etwa sechs Millionen jüdische Männer, Frauen und Kinder ermordet – viele von ihnen wissen bis zur amtlichen Erfassung nicht einmal, dass sie jüdische Vorfahren hatten. Der von Deutschland gewollte Krieg fordert in sechs Jahren 55 Millionen Tote. Eine ganze Generation ist von körperlichen und seelischen Kriegsverletzungen gezeichnet. Vor während und nach dem Krieg befinden sich Millionen von Menschen auf der Flucht.

1945: Auf Jalta und in Potsdam beschließen die Siegermächte die Einteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen. Das so genannte Sudetenland wird wieder Teil der Tschechoslowakei. Die polnische Grenze wird nach Westen verschoben (Oder-Neiße-Linie), Österreich wird wieder ein selbstständiger Staat. In den Nürnberger Prozessen werden die Hauptverantwortlichen für die nationalsozialistischen Verbrechen verurteilt – sofern sie sich nicht vorher absetzen konnten. Eine erst konsequente, dann immer nachsichtigere „Entnazifizierungspolitik“ soll die Deutschen zu Demokraten erziehen. Der sich verschärfende ideologische Konflikt zwischen Ost und West mündet in einen Kalten Krieg der Ideologien – was die Entstehung zweier deutscher Staaten beförderte.

23. Mai 1949: Gründung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) als Zusammenschluss der drei westlichen Besatzungszonen.
7. Oktober 1949: Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im sowjetischen Sektor.

1949 bis 1961: Ein Eiserner Vorhang zieht sich durch Mitteleuropa und spaltet auch Deutschland, das durch den Bau der Berliner Mauer 1961 zum Symbol der deutsch-deutschen Teilung wird. In der DDR sehen sich Intellektuelle wie Bert Brecht oder Stephan Heym, die bewusst in das vermeintlich „bessere Deutschland“ umsiedeln, vom totalitären Stalinismus sowjetischer Prägung einerseits und der kleinbürgerlich-spießigen Adaption durch die ostdeutsche Funktionärsriege andererseits um ihre Hoffnungen auf einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz betrogen. In Westdeutschland dagegen führt das schnelle Wirtschaftswunder nach der Währungsreform zu hohen Zustimmungsraten zum neuen System und zur schnellen Verdrängung unbequemer Schuldfragen.
Beide deutschen Staaten werden im ersten Nachkriegsjahrzehnt institutionell in die jeweiligen Systeme integriert und erlangen damit Schritt für Schritt Souveränitätsrechte zurück. Die DDR wird nach Niederschlagung des Volksaufstandes 1953 Mitglied des Warschauer Paktes, die BRD schließt sich 1955 dem Nordatlantischen Verteidigungsbündnis (NATO) an. Mit der Aufhebung des Besatzungsstatuts am 5. Mai 1955 krönt Bundeskanzler Konrad Adenauer seine politische Lebensleistung mit der Rückgewinnung der vollen Souveränität. Die begonnene wirtschaftliche Integration Westeuropas erhält nach Gründung der Montanunion und der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS/1951) sowie 1957 durch die Römischen Verträge einen neuen Schub: Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) startet mit Belgien, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden.
1969 bis 1982: Nach der geglückten Westintegration steht die Aussöhnung mit den osteuropäischen Nachbarn auf der politischen Agenda der Bundesrepublik – und die so genannte Normalisierung im Verhältnis zur DDR. Die sozialliberale Koalition zunächst unter Bundeskanzler Willy Brandt, dann unter Helmut Schmidt, erreicht durch eine pragmatische Politik gegenüber den Ostblockstaaten auch Erleichterungen im innerdeutschen Reiseverkehr. Der gegenseitige Austausch führt 1975 zur Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte, in der alle Teilnehmerstaaten (die USA, Kanada, die Sowjetunion und alle europäischen Staaten mit Ausnahme von Albanien) die Nachkriegsordnung und die Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten anerkennen – darauf berufen sich anschließend zahlreiche Dissidentengruppen wie die Bürgerrechtsbewegung in der DDR oder Charta 77 in der ehemaligen ČSSR.

1983 bis 1989: Zahlreiche Faktoren führen in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu den – weitgehend – gewaltfreien Revolutionen in Osteuropa. Dazu gehört an erster Stelle die Glasnost- und Perestrojka-Politik Michail Gorbatschows, der seit 1985 eine Abkehr von der Breschnew-Doktrin vollzieht. Die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der bisherigen Satellitenstaaten bringt neue Freiräume für die Bürgerrechtsbewegungen in Mittel- und Osteuropa wie Solidarność in Polen, wo die Gewerkschaftsbewegung um Lech Wałęsa den ersten Regimewechsel am Runden Tisch erzwingt. Motiviert von diesem Erfolg und der Nichteinmischung der UdSSR erreichen die Oppositionsbewegungen in den anderen realsozialistischen Regimen in immer kürzeren Abständen die Ausschreibung freier Wahlen. Die – in dieser Form wohl versehentliche – Öffnung der Berliner Mauer in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 führt der Weltöffentlichkeit das Scheitern der letzten realsozialistischen Bastion in Europa vor Augen.

1990 bis 2010: Die Wiedervereinigung wird durch den verfassungsmäßigen Beitritt der „fünf neuen Bundesländer“ zum Geltungsbereich des Grundgesetzes vollzogen. Berlin wird trotz kontroverser Diskussionen wieder Hauptstadt. Der vor der politischen Wende angeschlagene Helmut Kohl schafft als „Kanzler der Einheit“ eine triumphale Wiederwahl bei der Bundestagswahl 1990 – auch mit dem Versprechen, im Osten Deutschlands „blühende Landschaften“ zu schaffen. Trotz enormer Investitionen, die zum Teil in dunklen Kanälen versichern, führt die Deindustrialisierung der neuen Länder, ein spürbarer Reformstau und anhaltend hohe Massenarbeitslosigkeit nach 16 Jahren christliberaler Koalition zu einem Regierungswechsel.
Erstmals übernimmt in Deutschland eine Regierung aus SPD und Grünen unter Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer die Regierungsgeschäfte – die Generation der so genannten 68er ist nach einem langen Marsch durch die Institutionen ganz oben angekommen. Ausgerechnet ihr bleibt es vorbehalten, Deutschland in die ersten militärischen Auslandseinsätze nach dem Zweiten Weltkrieg zu führen und mit einschneidenden Sozialreformen die eigenen Anhänger zu spalten. Die Entstehung einer gewerkschaftsnahen Bewegung, der WASG, in Westdeutschland, die schließlich mit der ostdeutschen Nachfolgepartei der SED, der PDS, zur Partei „Die Linke“ fusioniert, trägt maßgeblich zur Abwahl der Schröder-Regierung bei den vorgezogenen Bundestagswahlen 2005 bei. Nach einer Legislaturperiode mit einer Großen Koalition aus den geschrumpften Volksparteien CDU/CSU und SPD unter Führung von Angela Merkel, der ersten Bundeskanzlerin aus den neuen Bundesländern, kehrt 2009 wieder parteipolitische Normalität ein: Die Wunschpartner CDU/CSU und FDP versuchen die Folgen der weltweiten Finanzkrise in den Griff zu bekommen und überraschen zu Beginn ihrer Regierungszeit mit der Ankündigung von Steuererleichterungen trotz leerer Haushaltskassen.

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