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Deutscher Forscher: «Cassini» lieferte Vielfalt an neuen Ergebnissen

Lettland
22.09.2017
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Riga (dpa) - Mit der Saturn-Mission der Raumsonde «Cassini» ist für den deutschen Forscher Sascha Kempf auch eine Epoche zu Ende gegangen. «Cassini ist die letzte wirkliche Erkundungsmission gewesen - eine Mission, die an einen Ort geschickt wurde, über den man so gut wie gar nichts wusste», sagte Kempf der Deutschen Presse-Agentur am Rande des europäischen Planetenforscherkongresses in Riga. Die Sonde hatte sich nach mehr als zehn Jahren Forschung vergangene Woche kontrolliert in den Planeten gestürzt.

«Cassini hat uns zum allerersten Mal wirklich erlaubt, diese Dinge im Detail zu untersuchen», sagte der an der University of Colorado Boulder in den USA tätige Kempf. «Das ist mit Sicherheit die Mission, die die größte Vielfalt an verschiedenen neuen unerwarteten und erwarteten Ergebnissen geliefert hat.» 

«Cassini» war 1997 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet und 2004 in der Umlaufbahn des Saturn angekommen. Zu den Entdeckungen des Raumgefährts zählten etwa ein Ozean auf dem Mond Enceladus, der möglicherweise Leben dort zulassen könnte, und flüssige Methan-Seen auf dem Mond Titan. An der rund 3,2 Milliarden Dollar teuren Mission waren Tausende Mitarbeiter aus 17 Ländern beteiligt. 

Kempf, der lange auch am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg forschte, war für die Messungen des Staubanalysegeräts an Bord der «Cassini» mitverantwortlich.

Der Abschied von «Cassini» war nötig geworden, weil der Treibstoff der 2125 Kilogramm schweren Sonde so gut wie verbraucht war. Bei ihrem Absturz sollte sie wie ein Meteor auseinanderbrechen und die Teile dann in der Atmosphäre verglühen. Bis zuletzt hatten mehrere wissenschaftliche Instrumente an Bord Daten zur Erde gesendet.

Nach Angaben von Kempf gibt es bereits neue Pläne und Vorschläge für Missionen, die auf den Erkenntnissen von «Cassini» aufbauen. Auch die Technologie dafür sei vorhanden. «Wir wissen jetzt, welche Fragen wir zu stellen haben und darauf freuen wir uns», sagte der Forscher.

 

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