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Das Zentrum des Balkans
Serbien
Die Republik Serbien befreit sich allmählich aus ihrer Isolation
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Die erhöhten ausländischen Investitionen als Reaktion auf die EU-Beitrittsbemühungen führten zu jährlichen Wachstumsraten von bis zu zehn Prozent (Bruttoinlandsprodukt 2008: 33,86 Mrd. Euro). Serbien ist außerdem Mitglied der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (SMWK), des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens (CEFTA), des Stabilitätspaktes für Südosteuropa bzw. des Regionalen Kooperationsrates als Nachfolgeorganisation (2000), der Vereinten Nationen (2000), der OSZE (2000), von UNIDO (2000), im IWF (2001), der Weltbank (2001), des Europarates (2003) sowie im Programm „Partnership for Peace“ (PfP) der NATO (2006).
Amtliche Bezeichnung: Republik Serbien (SRB, RS), Republika Srbija
Hauptstadt: Belgrad (1,6 Mio. Einwohner)
Einwohner: 7.498.001
Fläche: 77.484 Quadratkilometer
Landessprache: Serbisch (geschrieben sowohl in lateinischer wie in kyrillischer Schrift, wobei die serbischen Behörden im Schriftverkehr zum Gebrauch der kyrillischen Schrift verpflichtet sind), daneben die Sprachen der Minderheiten.
Bevölkerung: 82,8% Serben, 3,9% Ungarn, 2,1% Bosniaken bzw. „ethnische Muslime“, 1,4% Roma, 1,1% „Jugoslawen“, 0,9% Montenegriner, 0,9% Kroaten, 0,8% Slowaken, 0,8% Albaner, 0,5% Vlahen, 0,5% Rumänen, 0,4% Mazedonier, 0,3% Bulgaren, 0,3% Bunjevazen, 0,2% Ukrainer (Ruthenen) und ca. 4.000 Deutsche sowie Angehörige weiterer Gruppen der insgesamt 21 Minderheiten.
Religionen: 85% serbisch-orthodox, 6% römisch-katholisch, 3% muslimisch, 6% andere Gruppen bzw. ohne Angabe.
Währung: Dinar
GESCHICHTSTABELLE
3. Jahrhundert vor Christus: Illyrer, Kelten und etwas später Griechen besiedeln ursprünglich das Gebiet des heutigen Serbien. Die Römer gründen Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. die Provinz Illyrien, die ab dem 3. Jahrhundert Durchzugsgebiet verschiedener Nomadenvölker wird. Nach dem Fall Roms wird Illyrien Teil des Byzantinischen Reiches.
6. Jahrhundert: Byzanz fördert ab 580 die Landnahme der Slawen auf dem Balkan. Die ersten Serben siedeln sich auf dem Gebiet des heutigen Serbien in der Region Raszien an – die Serben waren deshalb lange Zeit auch als Raszier bekannt.
9. Jahrhundert: Unter den entstandenen Fürstentümern von Ostroms Gnaden ist das serbische Fürstentum das bedeutendste. Es erlebte mit dem Župan, dem obersten Mann im Staat, Vlastimir eine erste Blüte in der Hauptstadt Ras bei Novi Pazar.
10. Jahrhundert: Der bulgarische Zar Simeon I. annektiert das Byzanz freundliche Serbien, unter dem Vorwand, einen am bulgarischen Hof aufgewachsenen Urenkel Vlastimirs, Časlav, als Groß-Župan einzusetzen. Časlav kehrt nach Simeons Tod 927 als Befreier nach Serbien zurück, erkennt Byzanz als oberste Autorität an und bekommt Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes. Nach seinem Tod während eines Angriffs der Ungarn zerfällt das serbische Staatsgebilde erneut.
11. Jahrhundert: Der Papst, der die Herrscher an den Rändern seines Einflussgebietes für sich gewinnen möchte, ernennt Mihailo von Zeta zum ersten serbischen König (1077) und macht dessen Land Duklja zum ersten serbischen Königtum.

Stefan Nemanja: der serbische Großžupan wurde nach seinem Tod von der orthodoxen Kirche zum Heiligen erklärt.
13. Jahrhundert: Ein weiterer serbischer Nationalheiliger, der Heilige Sava von Serbien, überzeugt Papst Honorius III., seinen Bruder Stefan 1217 zum König zu krönen und die von seinem Vater begründete Dynastie der Nemanjiden zu bestätigen. Dieser bekommt den Beinamen Prvovenčani, der Erstgekrönte. Auf Savas geht auch die Gründung der autonomen Serbisch-orthodoxen Kirche zurück, die in der langen Zeit der osmanischen Herrschaft das Rückgrat des serbischen Selbstbewusstseins bildet.
14. Jahrhundert: Stefan Uroš IV. Dušan (1331–1355) wird mächtigster aller serbischen Herrscher, gewinnt fast ganz Albanien und die letzten unabhängigen Gebiete Makedoniens dazu. Sein Reich mit der Hauptstadt Skopje erstreckt sich von der Donau bis zum Golf von Korinth, von der Grenze zur unabhängigen Republik Dubrovnik bis kurz vor Sofia. 1345 ernennt sich Stefan Uroš IV. Dušan selbst zum Kaiser Serbiens und des Römerreichs und erhebt damit Anspruch auf den Thron von Byzanz. Sein Konkurrent Johannes Cantacuzenus ruft deshalb die Osmanen zur Hilfe und stellt die Weichen für deren Eindringen auf den Balkan. Nach dem Tod Dušans
1355 gelingt es seinem Sohn Stefan Uroš V. (1355–1371), genannt der Schwache, nicht, das Reich zusammenhalten. Der Feudalstaat im 14. Jahrhundert, der von der Donau bis an die Ägäis reicht, wird als Großserbisches Reich bezeichnet – Symbol für einen serbischen Idealstaat während der langen osmanischen Herrschaft, das freilich ausblendet, dass das mittelalterliche Großserbien ein Vielvölkerreich in der Tradition des byzantinischen Kaisertums ist.
1371 besiegen die Osmanen die Serben in der Schlacht an der Marica (Fluss im heutigen Bulgarien), einige lokale Herrscher unterwerfen sich und dürfen noch eine Zeit lang von einem unabhängigen Serbien träumen. Am 15. Juni 1389 treffen Serben und Osmanen in der legendären Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo polje) zusammen: Hohe Verluste auf beiden Seiten – darunter die beiden Anführer Fürst Lazar und Sultan Murad – lassen zunächst Raum für Interpretationen. Doch die serbischen Ressourcen sind erschöpft, die Türken eignen sich Serbien Schritt für Schritt als Vasallenstaat an. Die Amselfeld-Rede Slobodan Milošević" zur 600-Jahr-Feier der Schlacht am 28. Juni 1989 in Gazimestan wird als Auftakt der serbischen Radikalisierung der 1980er Jahre interpretiert.
15. Jahrhundert: Die rasche Heiligsprechung Lazars sichert dessen Sohn Stefan Lazarević die führende Position im Vasallenstaat, die er sich mit militärischer Unterstützung für Sultan Bayezid verdient. Bei der Niederlage gegen die Mongolen in der Schlacht bei Angora (Ankara) 1402 nutzt er dann die Gefangennahme des Sultans. Der byzantinische Kaiser Manuel II. Palaiologos verleiht Stefan den Titel Despot. Unter ungarischer Oberherrschaft eignet er sich im Donauraum und in Südungarn neue Gebiete an, darunter Belgrad, das er zur Hauptstadt ausbaut. Der Friedensvertrag mit dem neuen Sultan Mehmed I. ermöglicht es dem Despoten, die meisten serbischen Länder erneut zu vereinigen. Der Sohn des heiligen Lazars öffnet Serbien für die Werte der Renaissance und des Humanismus und ermöglicht den Städten einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Nach der Schlacht bei Warna (1444) und der 2. Schlacht am Amselfeld (1448) wird Serbien zur Pufferzone zwischen christlichem Abendland und islamischem Morgenland und avanciert zum Mediator zwischen den Parteien. Nach dem Tod des letzten Sohnes von Stefans Neffen Đurađ Branković und der Einnahme Smederevos 1459 wird Serbien dann allerdings dem Osmanischen Reich für mehrere Jahrhunderte einverleibt.
16. Jahrhundert: Serbien wird erst zum Sandžak Smederevos, nach der Einnahme der Hauptstadt 1521 zum Sandžak Belgrad. Die folgende politische Neuordnung des Landes prägt die Landkarte des Balkans bis heute: Die südlichen Gebiete wurden zum Sandžak von Kosovo, die südwestlichen um das alte Raszien zum Sandžak Novi Pazar, das später dem Vilayet von Bosnien angeschlossen wird. Die Küstengebiete werden dem Sandžak von Shkoder-Skutari angegliedert. Das endgültige Aus für den serbischen Widerstand kommt mit der Niederlage der Ungarn gegen die Osmanen 1526 bei Mohács. Bis dahin hatten sich viele Serben im südungarischen Grenzgebiet konzentriert und den Militärriegel von Matthias Corvinus unterstützt.
17. Jahrhundert: Obwohl sich viele Serben den neuen Machthabern anpassen und zum Islam übertreten, überlebt das serbische Nationalgefühl in den orthodoxen Klöstern. Zwischen 1593 und 1607 formiert sich erneut eine Widerstandbewegung in der Vojvodina, die blutig niedergeschlagen wird. Zusammen mit österreichischen Truppen dringen 1689 noch einmal serbische Aufständische bis nach Sarajevo und Skopje vor, müssen sich aber anschließend zusammen mit den Habsburgern zurückziehen. Die anschließend einsetzende Fluchtbewegung geht als „seobe“ (Wanderungen) in die Geschichte ein. Die Flüchtlinge lassen sich hauptsächlich in Südungarn nieder, einige in Budapest, in Szentendre, andere lassen sich von Katharina der Großen in die Ukraine locken, wo die Provinzen Nova Serbia und Slovjanoserbia entstehen.
18. Jahrhundert: Zwischen 1718 und 1739 gelingt es dem Hause Habsburg, das Gebiet nördlich der Save zu kontrollieren. Anschließend setzen sich erneut die Osmanen durch. Doch bis Ende des Jahrhunderts entwickelt sich eine starke Unabhängigkeitsbewegung, die bald nicht mehr zu beherrschen ist.
19. Jahrhundert: Unter Führung Đjorđje Petrović, im Volksmund schwarzer Georg (Karadjordje) genannt, gelingt im Ersten Serbischen Aufstand (1804) die Befreiung weiter Teile Serbiens. Nach einem osmanischen Massaker an 72 serbischen Dorfältesten bilden die Separatisten eine serbische Regierung, krönen einen serbischen Prinzen und gründen ein Parlament und den Vorläufer der Universität Belgrad. 1813 gelingt den Osmanen eine kurzfristige Rückeroberung, bis 1815 der Zweite Serbische Aufstand unter Miloš Obrenović ausbricht. 1816 verständigen sich Osmanen und Serben auf einen Vertrag zur Stabilisierung der gegenseitigen Beziehungen. Der Gründer des neuen Herrscherhauses Obrenović sichert seine Macht auch nach Innen ab, indem er den 1817 zurückgekehrten Karađorđe ermorden lässt.
In einer Urkunde erkennt Sultan Mahmud II. 1830 Miloš Obrenović als obersten Knjas der Serben an, 1833 folgt eine weitere Stärkung der Autonomierechte des Fürstentums. 1867 gelingt Fürst Mihailo Obrenović der endgültige Sieg über die Osmanen. Schritt für Schritt erweitert er das Gebiet um Belgrad in den Jahren 1831-1833 in alle Himmelsrichtungen. Der Berliner Kongress 1878 bestätigt die Unabhängigkeit des Fürstentums Serbien und spricht diesem außerdem im Süden das Gebiet um Vranje, heute Pčinjski Okrug, zu. 1882 proklamiert Milan I. das Königreich Serbien als Rechtsnachfolger des Fürstentums.

Das Attentat von Sarajevo, bei dem Thronfolger von Österreich-Ungarn Franz Ferdinand ums Leben kam, gilt als Auslöser des Ersten Weltkriegs.
1914-1918: Das von serbischen Nationalisten des Geheimbundes „Schwarze Hand“ angezettelte Attentat auf den Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Este löst eine Kettenreaktion aus, die direkt in den Ersten Weltkrieg führt. Serbien versucht, an der Seite der „Entente cordiale“ zwischen Frankreich und England die Gunst der Stunde zu nutzen, um aus dem Habsburger Staatenverbund die südslawischen Völker herauszulösen und in einem neuen, panslawischen Staat zu vereinigen. Trotz hoher Verluste geht Serbien nach der Niederlage der Mittelmächte als Gewinner hervor.
1919-1938: Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen verschmilzt 1929 zu Jugoslawien, übersetzt Südslawien, mit etwa der Ausdehnung wie bis 1990. Nicht alle Völker sind über den stark auf Serbien zugeschnittenen, gemeinsamen Staat glücklich. König Alexander I. fällt 1934 zusammen mit dem französischen Außenminister einem Attentat in Marseille zum Opfer, bei dem die kroatische faschistische Ustascha und mazedonische Nationalisten die Fäden ziehen. Innenpolitisch entwickelt sich Jugoslawien immer stärker zu einer autoritären Königsdiktatur.
1939-1945: Unter massivem Druck tritt das neutrale Jugoslawien erst 1941 dem Drei-Mächte-Abkommen bei und löst damit innenpolitische Unruhen aus. Die gestürzte Regierung Cvetković-Maček flieht nach Griechenland, die deutsche Luftwaffe bombardiert Belgrad. 20 000 zivile Opfer sind erst der Auftakt einer brutalen Vergeltungsaktion, die zur Zerschlagung Jugoslawiens führt. Nach dem Überfall der Wehrmacht auf Russland verstärken die Partisanen der Kommunistischen Partei Jugoslawiens ihren Widerstand – auch gegen die ebenfalls opponierenden Monarchisten. Der von den Partisanen Titos geführte Volksbefreiungskampf NOB (Narodna Oslobodilačka Borba) gewinnt an Durchschlagskraft, nachdem die Rote Armee 1944 in Serbien einmarschiert.
1945-1980: Serbien geht als eine von sechs Teilrepubliken in der Volksrepublik Jugoslawien auf. Nach dem Tod Titos, des starken Mannes der jugoslawischen Idee, beginnt ab 1980 der schleichende Erosionsprozess. In allen Teilrepubliken, besonders in Slowenien, Kroatien, Bosnien und dem Kosovo, beflügelt die Wirtschaftskrise separatistische Strömungen.
1981-1990: Der Aufstand der Kosovo-Albaner 1981 führt zur ersten irreparablen jugoslawischen Staatskrise. Die verschlechterte Situation der serbischen Bevölkerung im Kosovo und der von Slobodan Milošević angefachte serbische Nationalismus lassen die Zustimmungsraten zur Beschneidung der kosovarischen Autonomie in die Höhe schnellen. Mit dessen martialischer Rede zur 600-Jahrfeier der Schlacht auf dem Amselfeld gilt das Tischtuch zwischen den jugoslawischen Völkern als endgültig zerrissen. Kroaten und Slowenen plädieren offen für den Austritt. Ein geheimes Abkommen zwischen Franjo Tuđman und Slobodan Milošević sieht die Teilung Bosnien-Herzegowinas vor.
1991-1995: Die Unabhängigkeitserklärung Sloweniens, Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas mündet in die Jugoslawienkriege. Die jugoslawische Volksarmee verhält sich in Slowenien neutral, greift aber in Kroatien und Bosnien zugunsten der Serben ein. Ethnische Säuberungen besonders im Bosnienkrieg führen zu einem UNO-Embargo gegen die Bundesrepublik Jugoslawien. Anfängliche Gebietsgewinne der bosnischen Serben werden nach einer Gegenoffensive und dem Abkommen von Dayton egalisiert. 700 000 Serben fliehen aus Kroatien und Bosnien.
1995-1998: Das Abkommen von Dayton regelt die Neuordnung Jugoslawiens nach dem Krieg. Bosnien und Herzegowina bleibt mit der Hauptstadt Sarajevo als ungeteilter Staat in den anerkannten Grenzen bestehen – der souveräne Staat setzt sich aus zwei Teilrepubliken, der Republika Srpska (Serbische Republik) mit 49 % und der (bosniakisch-kroatischen) Föderation von Bosnien und Herzegowina mit 51 % des Territoriums zusammen.
1998-1999: Bereits seit 1996 operiert – je nach Perspektive – die albanische Terrororganisation oder Befreiungsarmee UÇK im Kosovo. Nachdem die Kosovo-Albaner die serbischen Präsidentschaftswahlen 1997 fast geschlossen boykottieren, verstärkt die UÇK ihre Aktionen. Es gelingt ihr im Verlauf des Jahres 1998 die Kontrolle in der Region Drenica zu übernehmen. Anschließend starten serbische Sicherheitskräfte und Armeeeinheiten eine Gegenoffensive, die mit der Zerschlagung des Kerns der UÇK-Einheiten in der Region Drenica endet. Nach neuerlichem Aufflammen der Gefechte im Frühjahr 1999 setzt die NATO unter Führung der USA der serbischen Führung ein Ultimatum, das die Serben verstreichen lassen. Die NATO beginnt daraufhin am 24. März 1999 mit der 78-tägigen Bombardierung der Bundesrepublik Jugoslawien. Unter dem Druck der Bombardierungen stimmt die jugoslawische Regierung am 10. Juni 1999 der UN-Resolution 1244 zu und unterzeichnete das Abkommen von Kumanovo. Nach dem Rückzug der jugoslawischen Armee und Polizei flüchten über 200.000 Serben aus der Provinz, der Großteil der verbliebenen Serben wird vertrieben, Hunderte ermordet. Die Übergriffe der Albaner richten sich auch gegen andere Minderheiten vor allem gegen die Roma.
2000-2005: Die Ära Milošević beendet die Wahl Vojislav Koštunicas zum serbischen Präsidenten am 24. September 2000. Zwar erklärt sich der ehemalige Volkstribun zunächst zum Wahlsieger, zieht sich aber nach mehrtägigen Protesten der Demokratischen Opposition und der Besetzung des Parlaments am 5. Oktober zurück. Die oppositionelle DOS erringt bei den Parlamentswahlen im Dezember 2000 einen klaren Sieg. Der pro-westliche Zoran Đinđić wird Im Januar 2001 zum neuen Ministerpräsidenten gewählt, Slobodan Milošević am 29. Juni 2001 an den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag ausgeliefert. Als Racheaktion des alten Establishments kann die die Ermordung Đinđić am 12. März 2003 von Tätern aus dem Umfeld der ehemaligen „Roten Barette“ gedeutet werden.
2006-2010: Nachdem Montenegro nach der Volksabstimmung am 21. Mai 2006 die Unabhängigkeit erklärt, folgt am 5. Juni 2006 auch das serbische Parlament in Belgrad diesem Schritt. Serbien wird Nachfolger des Staatenbundes. Am 10. November wird nach jahrelanger Debatte und einer Volksabstimmung die neue Verfassung vom Parlament gebilligt. Nach den Wahlen vom 21. Januar 2007 einigen sich Serbiens Demokraten auf eine Regierungsbildung mit Vojislav Koštunica als Ministerpräsidenten. Das Parlament im Kosovo ruft am 17. Februar 2008 die Unabhängigkeit der Provinz aus. Die serbische Regierung und das Parlament akzeptieren diesen völkerrechtlich umstrittenen Schritt bis heute nicht. Nach Neuwahlen kommt es im Juli 2008 zu einer Koalitionsregierung unter Führung der regierenden Demokratischen Partei zusammen mit der Sozialistischen Partei. Wenige Tage später wird der mutmaßliche Kriegsverbrecher Radovan Karadžić in Belgrad verhaftet und ausgeliefert. Damit ist der Weg zur Ratifizierung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA) mit der EU frei.
Fakten
Kommentare zu diesem Artikel
Der Autor sollte sich mal die Rede von Milosevic übersetzen lassen, dann begreift er auch, dass diese sicher nicht zur Radikalisierung hätte beitragen können. Auf die Aussage bin ich einst auch reingefallen...
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