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Das Land der Themenvielfalt

Slowenien
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Neun Ferienstraßen durchziehen den slowenischen Zwergstaat in den Alpen
Klein aber oho, das kann man den Slowenen mit Fug und Recht nachsagen. Während etwa in Deutschland jede Neuschöpfung einer Ferienstraße einem Staatsakt gleicht, über dem Verbände, Kommunen und Regierungen Jahre brüten, bis schließlich eine kärgliche Beschilderung steht, haben sich die Neu-Europäer bei der Erfindung von Themenstraßen als besonders wief erwiesen: Nicht weniger als neun Touren schlagen die Tourismusexperten dem neugierigen Slowenien-Erkunder vor.
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Wandern & Lernen: Über 100 verschiedene Lehrpfade führen durch Sloweniens dichte Wälder und informieren auf mehrsprachigen Tafeln über die Waldflora und -fauna, Naturerscheinungen, traditionelle Handwerksgewerbe und die Forstwirtschaft. Die Lehrpfade sind in der Regel nicht länger als zwei Stunden Fußmarsch.

Natur- & Kulturerbe:
Die reiche slowenische Kulturgeschichte, Schauplätze der Entstehung bekannter slowenischer Erzählungen und Legenden lernt man auf den beschilderten „Wegen des Natur- und Kulturerbes“ kennen lernen – allein oder in Begleitung von lokalen Führern.

Weinstraßen: Die Weinrebe wurde schon vor mehreren tausend Jahren von den Illyrern und Kelten ins Gebiet des heutigen Sloweniens eingeführt, von den Römern gefördert und seither von den Slawen und Slowenen gepflegt. In Maribor befindet sich der älteste Weinstock der Welt, der noch immer alljährlich Früchte trägt. Diese Tradition zeigt sich bei den heutigen slowenischen Weinen, die zur Weltspitze gehören.

Smaragdstraße:
In den erfrischenden Strudeln, Wasserlöchern und Stromschnellen der Soča lässt sich die intakte Natur des bezaubernden Soča-Tales erleben. Die Feinheit der Idrijaer Klöppelspitzen lässt sich ebenso ertasten wie die schneeweiße Glätte der Aragoniten in der Ravenska-Höhle. Die Frische des Krn-Gebirges darf mit einem Tropfen des edlen Pinela verfeinert werden. Umso beeindruckender wirkt das Märchen vom Bergmandl im Antoni-Stollen.

Bernsteinstraße:
Auf dieser Handelsstraße waren die mächtigen Grafen von Celje und die Flößer auf der Drau unterwegs. Ihre Nachkommen laden zu Floßfahrten von Dravograd nach Vuzenica. Die Hochgebirgsbauern im Logartal servieren typische Hausmannskost, und die alten Köhler zeigen, wie man einen Kohlenmeiler anlegt. Die fleißigen Gärtner in den Parks Mozirski gaj und Arboretum Volčji potok verzaubern mit Blumenmeeren voller Rosen und Tulpen, die Mariborer Winzer laden zu Weinlesen in die Weinberge.

Hausiererstraße:
Langsam und mit Genuss ist das Motto einer Reise auf dem grünen Weg der ehemaligen Hausierer. Schließlich ist das Wahrzeichen des Ausgangspunktes Višnja gora eine gefesselte Schnecke. Auf dem Weg entlang des Flusslaufs mit seinen Stromschnellen liegen Muljava mit einem Freilufttheater, vorbei an den mächtigen Burgen Žužemberk und Soteska und dem malerischen Novo mesto bis zur Quelle der Krka in der Region Dolenjska.

Sonnenstraße:
Lass die Sonne in dein Herz – zum Beispiel beim Besuch der Liebesinsel auf der Mur bei Beltinci. Zur Auswahl stehen auch die berühmten Ptujer Masken, Kurent genannt. Und von all den slowenischen Kirchen findet man auf diesem Weg die kleinste, die mit der berühmten Rotunde. Auf Herz und Nieren getestet werden wollen die Thermalquellen in Lendava, Banovci, Moravci, Radenci, Ptuj, Podčetrtek und Čatež an der Sava.

Windstraße: Nach dem windumtosten Ritt auf dem Surfbrett, geht es weiter mit der gemütlichen Elektrobahn zur Grotte Postojna. Ein frischer kultureller Wind bläst in der Galerie Lojze Spacal in Štanjel, und der bedeutende Architekt Jože Plečnik hat in Ljubljana viel Wind um seine Bauten entfacht. Lassen sie sich auch den Wind auf dem Rücken eines weißen Lipizzaners um die Nase wehen, wenn dieser dem Sonnenuntergang entgegenreitet – zauberhaft , wie der Hexenberg Slivnica bei Cerknica.

Goldhornstraße: Mächtige Gegensätze begegnen dem Wanderer auf dieser Straße. Schroffe Felszacken und weiche Kuppen, dramatische Schluchten und stille Bergseen. Der Weg führt von der mittelalterlichen Altstadt von Škofja Loka hoch zu den hochalpinen Terrassen des Zali log, über das mondäne Kurbad Bled ins verträumte Bohinj, von der bewaldeten Pokljuka auf die nackten Felsen im Triglav Nationalpark. Mineralienfreunde schwören auf den „Geologischen Weg“ durch die Dovžan-Schlucht, Hobbyhistoriker auf die Rupnik Linie, die meisten Naturfreunde aber auf den Golica Wanderweg, besonders im Frühjahr, wenn die Narzissen blühen. Alle treffen sich aber in einer Bleder Kavarna auf Kaffee und Cremeschnitten.


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