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Chaos lauert auf euch...

Russland, Nabereschnyje Tschelny
22.02.2012
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Russen warten auf den neuen Putin - und feiern bei Kamaz
Seit zwölf Jahren gilt Wladimir Putin als der mächtigste Mann in Russland. Nun rüstet sich der 59-Jährige, die Rohstoff- und Atommacht für mindestens sechs weitere Jahre als Präsident zu führen. Doch noch nie gab es für den Ex-Geheimdienstchef so viel Gegenwind wie jetzt.
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Nabereschnye Tschelny (dpa) - Es ist ein Fest unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen für Wladimir Putin. Schon Stunden, bevor der 59-Jährige in die Fabrik des Lastwagenbauers Kamaz kommt, stehen die Arbeiter Schlange. Sie passieren in ihren sauberen Blaumännern Metallrahmen. Leibesvisitation wegen Putin. Und sie stehen noch einmal an, um Fähnchen und Schirmmützen und Luftballons, alles in tiefem Blau, in Empfang zu nehmen.
Wahlkampf 2012 in Russland - Putin präsentiert sich auf allen Kanälen als der Retter vor drohendem Chaos.

In der Großstadt Nabereschnye Tschelny, rund anderthalb Flugstunden östlich von Moskau, ist die Aufregung wegen des Besuchs groß. Zu Hunderten beziehen die Arbeiter ihre Posten auf abgezäunten Flächen des Werksgeländes. Warten auf Putin, den Mann, der seit zwölf Jahren zunächst als Präsident jetzt als Premier das größte Land der Erde regiert.

In dem Kamaz-Werk in der Teilrepublik Tatarstan rollt an diesem Tag der zweimillionste Lastwagen vom Band. Es ist ein Festtag nicht nur für Kamaz, sondern für die gesamte, zu tiefsten Sowjetzeiten errichtete Neubausiedlung, in der rund 500 000 Menschen leben. Putin wird auf der Festbühne von den Höhen und Tiefen sprechen, die Kamaz und die Stadt selbst durchgemacht haben.

Er wird sich offiziell nicht als Kandidat für die Präsidentenwahl am 4. März präsentieren. Aber seine Anwesenheit soll zeigen, dass es ihm mit zu verdanken ist, dass hier gefeiert wird, dass Kamaz, an dem auch der Stuttgarter Daimler-Konzern Anteile hält, nicht auf der Strecke geblieben ist.

Es ist Putins Schwerpunktthema vor seiner geplanten Rückkehr in den Kreml: der Blick auf die Zeit vor seinem Machtantritt, als das Land Ende der 1990er Jahre am Boden lag. Immer wieder warnt er landauf, landab vor neuem Chaos, vor einer Krise, sollte nicht er, sondern ein anderer die Rohstoff- und Atommacht führen.

Kommentatoren kritisieren bisweilen diesen rückwärtsgewandten Stil des früheren KGB-Offiziers und Ex-Geheimdienstchefs, den Wählern Angst zu machen. Auch das Staatsfernsehen schürt solche Sorgen und zeigt als abschreckendes Beispiel Bilder von immer neuer Gewalt nach den Revolutionen in der arabischen Welt. Revolution will hier niemand.

Das Machtlager hat einen «neuen Putin» für die dritte Präsidentschaft angekündigt. Nur was das heißt, weiß noch keiner. «Putin hat viel für dieses Land getan. Es gibt vor allem Stabilität», lobt die Kamaz-Monteurin Raissa Iwanowna, die seit mehr als 30 Jahren im Werk arbeitet. Sie steht mit Kollegen hinter einer brusthohen Absperrung. In einem Sicherheitskorridor vor der Bühne warten Journalisten, die den Regierungschef auf seinen Reisen begleiten.

Die Einwohner in Nabereschnye Tschelny verfolgen wie viele im Land gespannt die größten Proteste seit Putins Erscheinen auf der politischen Bühne im August 1999. Dass er nach diesen beispiellosen Aktionen in vielen Städten erstmals überhaupt Gegenwind in solcher Stärke bekommt, entgeht niemandem mehr.

Doch auch auf die Frage, wer, wenn nicht Putin, hat im Grunde keiner eine Antwort. Was die Kamaz-Arbeiter von ihm halten? «Ist es erlaubt, darauf lieber nicht zu antworten», fragt eine Frau. Ihr Blick ist unruhig. Es ist nicht der Ort, im Beisein von Brigadiers und Staatsmedien den wohl künftigen Kremlchef zu kritisieren.

Was Zehntausende zuletzt auf die Straße getrieben hat, ist auch die Art, mit der die Machtführung politische Entscheidungen trifft. Als Premier Putin im September mit Kremlchef Dmitri Medwedew verkündet, sie wollten nach der Wahl die Ämter tauschen, erzürnt dies sogar Teile der Elite. Putin steht in der Kritik, im Alleingang und ohne Beratung Zukunftsfragen zu entscheiden.

«Großes Land - starker Führer!» - heißt es etwa auf den Wahlplakaten für Putin. Poster der anderen vier Kandidaten sind in dieser nach Kasan zweitgrößten Stadt Tatarstans nicht zu sehen. Sogar Putin-Fotos trägt die Wahlwerbung - anders als im Zentrum von Moskau, wo diesmal nur sein Name und Losungen stehen, weil Gegner die Porträts nur zu gerne verunglimpfen.
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