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Bozen
Italien, Bozen
"Bozen" (italienisch "Bolzano" "örtlich" , ladinisch "Bulsan" oder "Balsan", Südtirolerisch oder , lateinisch "Bauzanum") ist die Landeshauptstadt Südtirols, einer autonomen Provinz in Italien, und als solche Sitz der Südtiroler Landesregierung und des Südtiroler Landtags. Seit 1964 ist Bozen Bischofssitz der neugeschaffenen Diözese Bozen-Brixen, seit 1998 mit der Freien Universität Bozen Universitätsstadt. In Bozen mündet der Fluss Talfer in den Eisack, der seinerseits südlich der Stadt in der Etsch aufgeht.
Gliederung
Klimadiagramm von Bozen
Bozen besteht aus fünf Stadtteilen (siehe Infobox), die wiederum mehrere historische Stadtviertel und ehemals selbstständige Gemeinden umfassen.
Die ehemals selbständigen Landgemeinden Zwölfmalgreien und Gries wurden 1911 bzw. 1925 eingemeindet. Sie bilden bis heute eigene Katastralgemeinden.
Das historische Bozen bestand nur aus der heutigen zwischen Talfer und Eisack bzw. Zollstange und Wangergasse gelegenen Altstadt. Trotzdem wohnte 1910 etwa 45 % der Bozner Bevölkerung im räumlich beengten Altstadtbereich.
Die jüngeren Stadtteile Europa-Neustift und Don Bosco-Neugries sind im Weichbild von Gries entstanden. Das Stadtviertel Oberau-Haslach gehörte früher zu Zwölfmalgreien und bestand aus den Ortsteilen Haslach, Oberau und St. Jakob-Unterau mit dem sog. Grutzen.
Geschichte
Antike und frühes Mittelalter
Dom von Bozen
Bozen aus der Luft
Das Bozner Rathaus (1907)
Der Talkessel von Bozen war im frühen Mittelalter wegen seiner Sümpfe und häufigen Überschwemmungen unbewohnbar. Es gab jedoch schon zu Römerzeiten neben einer Straßenstation namens Pons Drusi (benannt nach Drusus, der auf seinem Germanienfeldzug vermutlich hier vorbeigekommen ist) eine Siedlung in der Umgebung des heutigen Domes (siehe Bild), wo man Reste einer frühchristlichen Kirche und einiger Gebäude aus dieser Zeit gefunden hat. Diese Siedlung hieß wahrscheinlich Bauzanum, wohl nach einem der ersten Bewohner, der Bauzus oder ähnlich geheißen hat. Die Militärstation lag wahrscheinlich an der Brücke über den Eisack, in der Nähe der heutigen Ortschaft Kardaun, von dort ging die Straße über Rentsch auf den Ritten. Die Siedlungen im Tal wurden während der Völkerwanderung zugunsten befestigter Anlagen an erhöhter Stelle aufgegeben. In jener Zeit hat es vermutlich auf dem Virgl eine Burg namens Bozen gegeben. Für diese Burg ist ab dem 7. Jahrhundert ein bairischer Graf von Bozen bekannt. Davor war die Gegend von romanisierten Rätern bewohnt und stand zeitweise unter dem Einfluss der Langobarden. Hier hat auch Herzog Tassilo III. die Gründung des Klosters Innichen beschlossen. Zeugnis davon gibt freilich nur mehr die Vigiliuskirche am Virgl, die aus jener Zeit stammt und somit die älteste bestehende Kirche im Raum Bozen ist. Ihr Name weist darauf hin, dass die Kirche von Romanen oder Langobarden errichtet wurde, da der Heilige Vigilius ein Bischof von Trient war.
Mittelalter und Neuzeit
Bozner Lauben
In der Folge gab es eine Grafschaft Bozen, die später aber an das Hochstift von Trient überging. Die Bischöfe haben die Siedlung wieder ins Tal verlegt und die Gründung eines Marktes angeregt.
Bozen ist seit seiner Gründung und Erhebung zur StadtHeinrich Gottfried Philipp Gengler: "Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter", Erlangen 1863, . vor mehr als 800 Jahren eine Handelsstadt, die günstig zwischen den ehemals bedeutenden Handelsdrehkreuzen Venedig und Augsburg liegt. Zu den viermal im Jahr veranstalteten Messen kamen Handelsleute aus Nord und Süd. Deshalb wurde 1635 der Merkantilmagistrat (Handelsgericht) gegründet, der in Marktzeiten aus je 2 deutschen und italienischen Räten (von den Kaufleuten aus ihren Kreisen bestimmt) gebildet wurde.
Merkantilmuseum: einziges Renaissancegebäude der Stadt und Sitz des ehemaligen Merkantilmagistrates
Der Eisack in Bozen
Das Bozner Becken fasziniert mit seinem einzigartigen Burgenreichtum. Rund 40 Burganlagen auf engstem Raum bilden die größte Burgendichte Europas.
Seit dem 12. Jahrhundert wurden im Bozner Becken von adeliger Hand Burgen errichtet, meist an exponierten Punkten, um Prestige, Reichtum und weltliche Macht dieser Familien sichtbar zu machen. Anlagen wie Greifenstein, Rafenstein oder Weineck wurden an strategisch günstig gelegenen Stellen erbaut und verbanden den Anspruch politischer Macht mit Funktionen der Rechtsprechung und Steuereinhebung. Abgaben wurden großteils in Naturalabgaben geleistet, weshalb im Burgbereich auch Ställe und Lager für Getreide und Wein vorhanden waren.
Im Spätmittelalter verlagerte sich die politisch-ökonomische Macht in die Städte Bozen, Meran und Brixen und an den landesfürstlichen Hof nach Schloss Tirol (ab ca. 1420 nach Innsbruck). Gleichzeitig etablierten sich die Märkte und setzte sich die Geldwirtschaft definitiv durch. Das 14. und 15. Jahrhundert bedeutete somit einen Funktionswandel für die Burgen im Bozner Raum. Viele von ihnen wurden dem Verfall preisgegeben. Dieses Schicksal traf beispielsweise die Burg am Johanneskofel und Walbenstein. Andere Burgen, wie Schloss Runkelstein, Haselburg oder Schloss Maretsch wurden im Stil der Gotik und Renaissance zu Schlössern umgebaut.
Die wohlhabenden Bürger jener Zeit haben sich selbst auch einige Denkmäler gesetzt, so finden in der Pfarrkirche (seit 1964 Conkathedrale) mehr Leute Platz als in jeder anderen Kirche zwischen Verona und München. Die Kaufmannsfamilie Vintler hat 1388 mit dem Ankauf von Schloss Runkelstein versucht, eine dem Adelsrange gleichrangige Stellung zu erlangen.
Gleichzeitig mit der Stadt etablierten sich um Bozen zwei Landgemeinden (Zwölfmalgreien und Gries), die im 19. bzw. 20. Jahrhundert eingemeindet wurden.
1381 erhielt Bozen von Herzog Leopold III. von Österreich zusammen mit einem Ratsprivileg sein Stadtwappen: Es zeigt den umgekehrten österreichischen Bindenschild als Zeichen der landesfürstlichen Zugehörigkeit der Stadt, wobei der rote Balken mit einem sechszackigen goldenen Stern belegt ist, vermutlich als Hinweis auf die Gottesmutter Maria ("stella maris"), die Hauptpatronin der Stadtpfarrkirche.
20. Jahrhundert
Gebäude aus den 30er-Jahren
Faschistisches Siegesdenkmal
Nach dem Sieg Italiens über Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg wurde Südtirol und damit auch Bozen 1918 von Italien zunächst besetzt und später annektiert. In der Zeit des Faschismus wurden viele Italiener aus südlichen Regionen nach Bozen umgesiedelt, während zahlreiche deutsche Bozener – wie in Südtirol allgemein – zwischen Auswanderung und rücksichtsloser Assimilierung wählen mussten (siehe dazu: Option).
Um die Italianisierung Südtirols voranzutreiben und den Italienern Arbeit zu geben, wurde in Bozen ein bedeutendes Industriegebiet errichtet. Die Einwohnerzahl wuchs sprunghaft an. Für die italienischen Einwanderer wurden auch Siedlungen im ländlichen Stil errichtet, die häufig über einen Garten verfügten. Diese Majorisierungspolitik wurde auch von der Republik Italien nach dem Krieg bis zur Gewährung eines Autonomiestatuts fortgesetzt, so dass heute über 70 % der etwa 100.000 Einwohner italienischer Muttersprache sind. Als deutlich sichtbares Zeichen der Italianisierung und des Sieges im Ersten Weltkrieg über Österreich-Ungarn errichtete die italienische faschistische Regierung 1928 mitten in der Stadt ein "Siegesdenkmal" als Triumphbogen sowie den " Gerichtsplatz" mit dem "Haus des Faschismus".
Im Zweiten Weltkrieg prägte sich die deutsche Besatzung mit einem "KZ Durchgangslager Bozen" und dem Hauptquartier der Operationszone Alpenvorland in Bozens Geschichte ein. Das KZ war Ausgangspunkt von mindestens 13 Deportations-Zügen mit italienischen Juden und Widerstandskämpfern.
Bahnhofsfassade unter Mussolini erbaut
Siegesplatz ehem. Friedensplatz
Das Leben zwischen den Sprach- bzw. Volksgruppen verläuft auch heute noch nicht immer problemlos und ist manchmal spannungsgeladen. Eine der jüngeren Auseinandersetzungen ist die Benennung des sogenannten "Siegesplatzes". Er wurde von der Bozener Gemeindeverwaltung zunächst in "Friedensplatz" umbenannt, um damit einen Stein des Anstoßes zu beseitigen. Daraufhin initiierten einige italienische Parteien, mit an vorderster Front die postfaschistische Alleanza Nazionale, eine Volksbefragung – mit dem Ergebnis, dass aufgrund des Abstimmungsverhaltens der italienischen Mehrheitsbevölkerung der Friedensplatz 2003 wieder in Siegesplatz zurückbenannt werden musste.
1964 wurden die Grenzen der Kirchendiözese Brixen so abgeändert, dass sie für ganz Südtirol zuständig ist. Bozen wurde dadurch Bischofssitz der Diözese Bozen-Brixen.
International ist Bozen besonders durch die Entdeckung des Ötzi (offiziell „Mann vom Hauslabjoch“) in den Südtiroler Alpen bekannt geworden, der im Südtiroler Archäologiemuseum aufbewahrt wird.
Wirtschaft
Per Stichtag 22. Oktober 2001 waren in Bozen 61.376 Mitarbeiter in 11.672 Arbeitsstätten angestellt. Öffentliche Körperschaften haben mit 315 Arbeitsstätten und 13.835 Angestellten hierbei einen nicht unwesentlichen Anteil. 2.308 Angestellte sind bei Non-Profit-Organisationen tätig. Bozen ist vor Meran (35.000), Bruneck (10.700) und Brixen (20.000) der größte Arbeitsstandort Südtirols. Am Mazziniplatz 23 befindet sich der Sitz der Rundfunkgesellschaft Rai Sender Bozen.
Außerdem gehört Bozen zu den größten Weinbaugebieten Südtirols. Bozens Weine werden besonders in St. Magdalena, Guntschna und Gries produziert.
Verkehr
Die Drahtseilbahn 1932
Bozen liegt an der Brennerautobahn und ist somit sowohl nach Süden als auch nach Norden an das europäische Autobahnnetz angebunden. Über die Brennerbahn kann man Innsbruck, München, Mailand, Venedig und Rom direkt erreichen. Die Bahnstrecke Bozen–Meran verbindet die Stadt mit Meran und dem Vinschgau. Des weiteren hat Bozen einen Flughafen, der Linienflüge nach Rom (Air Alps) gewährleistet. Regionale Buslinien fahren in alle Bezirke und Täler Südtirols. Die Verkehrsleistungen im Stadtgebiet von Bozen bzw. dem näherem Umfeld wurden früher durch umweltfreundliche Straßenbahnen und Lokalbahnen (z. B. Überetscher Bahn) erbracht, wobei die Straßenbahn Bozen 1909 eröffnet und 1948 wieder eingestellt wurde. Lediglich die ehemalige Talstrecke der Rittnerbahn hatte bis zur Einstellung deren Zahnradbetriebes im Jahr 1966 Bestand. Drei Seilbahnen verbinden zwei Gemeinden und eine Fraktion von Bozen mit der Stadt.
Bozen mit der Brennerautobahn und Panorama Richtung Stadt.
Der innerstädtische öffentliche Verkehr wird heute mit meist methangasbetriebenen Bussen abgewickelt. Die Altstadt ist für den privaten Verkehr gesperrt. Erwähnenswert sind auch noch zwei Standseilbahnen, Virglbahn und Guntschnabahn welche die Stadt mit den Naherholungsgebieten verbanden.
In den vergangenen Jahren wurden zudem die Radwege systematisch zu einem funktionierenden Netz ausgebaut. Als Markenzeichen können die zweibahnigen Fahrradstreifen mit Mittelstreifen und Gegenverkehr gelten, die baulich vom Autoverkehr getrennt sind. Dadurch liegt der Fahrradanteil inzwischen bei 23 Prozent.
Kultur und Bildung
Neuer Trakt der Universität Bozen
In Bozen gibt es aufgrund der drei Sprachen (deutsch, italienisch, ladinisch) zahlreiche Schulen. So wird die im 19. Jahrhundert gebaute Johann-Wolfgang-von-Goethe-Schule, die im Jahre 1908 mit dem Unterrichtsbetrieb begann, nunmehr als fünfklassige Grundschule geführt. Zu den weiterführenden Schulen gehört das Humanistische Gymnasium „Walther v. d. Vogelweide“ (600 Schüler) mit klassischem Lyzeum (ursprünglich nur für Mädchen), die technisch ausgerichtete Gewerbeoberschule („Max Valier“), die wirtschaftlich ausgerichtete Handelsoberschule "Heinrich Kunter" (795 Schüler), das Realgymnasium (Wissenschaftliches Lyzeum), das Sprachenlyzeum (seit 1985), das Kunstlyzeum (seit 1992) und die musikalische Fachrichtung (seit 2003). Seit 1780 besteht – mit einigen Unterbrechungen – ein öffentliches Gymnasium des Franziskanerordens, welches auch die Mittelschule umfasst.
1954 wurde das Südtiroler Kulturinstitut gegründet. Hier werden Kontakte zum deutschen Kulturraum gepflegt, es finden Theatergastspiele, Gastkonzerte, Ausstellungen, Autorenlesungen und wissenschaftliche Tagungen statt.
Seit 1998 ist Bozen Sitz der Freien Universität Bozen (FUB) und somit Universitätsstadt. Die "Freie Universität Bozen" bietet dreisprachige Studiengänge in den Sprachen Deutsch, Italienisch und Englisch an. Erwähnenswert ist auch die Europäische Akademie EURAC, eine parauniversitäre Forschungseinrichtung mit Schwerpunkt Sprachminderheiten und Umwelt.
Neben der Universität beherbergt Bozen auch die nach Claudia de’ Medici benannte Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe "Claudiana".
Weltbekannt ist auch die ZeLIG, eine dreijährige und dreisprachige Schule für Dokumentarfilm, Fernsehen und Neue Medien.
"Internationaler Klavierwettbewerb Ferruccio Busoni"
Der Internationale Klavierwettbewerb Ferruccio Busoni wird seit 1949 in Bozen durchgeführt. Der Bewerb ist programmatisch nach dem italienischstämmigen Pianisten Ferruccio Busoni (1866–1924) benannt, der hauptsächlich in Leipzig und Berlin wirkte und in Person und Oeuvre die italienische und deutsche Musikkultur aufs Engste verknüpfte.
Musik
Die Stadtkapelle Bozen durfte im Jahr 2008 Südtirol beim Österreichischen Blasmusikwettbewerb in Feldkirchen in Kärnten vertreten und wurde in diesem Jahr österreichischer Bundessieger.
Sport
Die Stadt Bozen beherbergt jedes Jahr mehrere sportliche Events und ist Geburtsort vieler Sportler. Laut einigen Studien ist Bozen im Vergleich zu den anderen italienischen Städten, in der die Bevölkerung am meisten sportliche Aktivitäten betreibt. Bozen ist auch Sitz des italienischen Faustball Verbands.
Sportanlagen
* Eiswelle/Palaonda - Hockeystadion. Bis vor den Olympiaden in Turin war es das größte Hockeystadium Italiens mit 7220 Plätzen.
* Drusus-Stadion - Fußballstadion. Kapazität von 3000 Zuschauer.
* Europastadion - American Football Stadium. Kunstrasen und eine Kapazität von 3000 Sitzplätzen.
* Stadthalle/Palasport - Beherbergt mit seinen 2608 Sitzplätzen die meisten sportlichen Events, Konzerte und Vorstellungen (auch TV-Shows)
* Sportpalast
Eishockey
Zusammen mit Mailand und Canazei hat Bozen die Eishockey Weltmeisterschaft von 1994 beherbergt. Die lokale Eishockeymannschaft, der HC Bozen Foxes, ist mit 18 Meisterschaftstiteln, 3 Coppa Italia, 3 Supercoppa Italiana, 1 Alpenliga und 1 Europäischer Supercup Titel, die erfolgreichste Mannschaft Italiens.
Die zweite Bozner Mannschaft ist der EV Bozen 84, der in der CU26 spielt.
Auch bei den Frauen war Bozen in Italien Leader; der Hockey Club Eagles Bozen, aufgelöst im Jahr 2008, gewann insgesamt 7 Meistertitel. Nach dem verschwinden ist der EV Bozen 84 mit seiner Frauenmannschaft in der Obersten Liga vertreten.
Fußball
In der Profi- und Halbprofiliga ist Bozen mit je einer Mannschaft vertreten, beide mit rot-weißer Trikot. Der FC Südtirol - Alto Adige spielt in der Lega Pro Seconda Divisione und der Football Club Bozen 1996 befindet sich aktuell in der Serie D. Im Sommer werden in Bozen eine Vielzahl von hochkarätigen Freundschaftsspiele ausgetragen, aber auch auf niedrigeren Niveau, wie der "SüdtirolCup" und das 5er-Fußball "Stadtturnier", finden jährlich regen Zulauf.
Radsport
Bozen war öfters in einer Etappe des Giro d"Italia und von anderen Radsportevents. Am 25. Mai 2003 endete die Einzelzeitfahrt des Giro d"Italia der 15. Etappe, mit Start in Meran, mit einem Sieg des Spaniers Aitor Gonzalez Jimenez in Bozen.
Wir erinnern dabei an Südtirols dichtes Fahradwegenetz.
Laufsport
Jedes Jahr am 31. Dezember wird seit 1975 in Bozen die BOclassic, ein Straßenlauf über die Distanz von 10 km (für Frauen 5 km) mit internationaler Besetzung, ausgetragen. Die Rekordsieger sind Serhij Lebid und Berhane Adere. Vor dem Eliterennen findet auf dem selben Kurs, einer 1250 m langen Runde durch die Altstadt, ein Volkslauf über 5 km statt.
Ab 2010 wird Bozen zum Zielort des bislang in Neumarkt abgehaltenen Südtirol-Marathons.
Basketball
In Bozen gibts eine Frauenmannschaft in Basket, den Basket Club Bozen Profexional, die in der Serie A2 eingeschrieben ist. Von der Saison 2003/04 bis zu der 2005/06 spielte sie in der obersten Liga der Serie A1. Gespielt wird imPalazzetto Paola Mazzali, ein Stadion das an den großen Kapitän gewidmet wurde, nachdem sie in einem Strassenunfall im August 2006 ums Leben kam.
Daneben gibts noch zwei Herrenmannschaften, Bozen Basket und der US Bozner Boden, die beide in der Serie D spielen.
Handball
Der SSV Bozen ist die einzige Handballmannschaft der Stadt und spielt in der Serie A.
Faustball
Bozen ist Italiens einzige Stadt die eine Faustballmannschaft hat. Die Mannschaft, die zum Sportverein SSV Bozen gehört, ist auch gleichzeitig die italienische Nationalmannschaft.
Rundfunk- und Fernsehanstalt
In Bozen hat die RAI (öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Italiens) ihren regionalen Sitz. Sie produziert Programme in italienischer, deutscher und ladinischer Sprache. Da das lokale Programm nicht 24 Stunden lang gesendet wird, basiert der regionale Kanal auf dem nationalen Rai Tre. Sobald eine lokale Sendung beginnt, bricht das nationale Programm auf Rai Tre ab und es schaltet sich der Rai Sender Bozen ein.
Der italienischsprachige Privatsender "Videobolzano 33 (VB33)" hat ebenfalls seinen Sitz in Bozen. In Bozen empfängt man eine Vielzahl von weiteren lokalen Radiosendern in italienischer wie auch in deutscher Sprache: "RTTR", "TCA", "Radio NBC", "Radio Tandem", "Radio Sacra Famiglia", "Südtirol 1", "Radio Grüne Welle" und "Radio Nord".
Der österreichische Rundfunk ORF hat ebenfalls einen Sitz in Bozen, der die Sendung "Südtirol heute", eine Nachrichtensendung über Südtirol produziert. Zuständig für die Übertragung von Fernsehsendern aus dem deutschen, österreichischen und schweizerischen Gebiet ist die Rundfunkanstalt Südtirol RAS, eine öffentliche Anstalt mit Sitz in Bozen.
Die Sendervielzahl wird sich bis Ende 2009 noch erhöhen, da Südtirol komplett von analoger auf digitale terrestrische Technik umstellt.
Aktuelles
Messe Bozen in der Industriezone.
Seit der Gründung der Universität Bozen hat sich Bozen verändert, die Stadt bietet jetzt mehr Gastlokale und das reichhaltige Kulturangebot wurde weiter ausgebaut. Dies hat allerdings auch zu Verstimmungen zwischen Lokalbetreibern und Anrainern geführt. Im Frühjahr/Sommer 2005 erreichten diese Verstimmungen ihren vorläufigen Höhepunkt, einige Lokale mussten vorübergehend ihre Sperrstunde herabsetzen, was dem Image der neuen Universitätsstadt Bozen einen harten Schlag versetzte.
Auch in Bozen leben immer mehr Einwanderer. Die Integration dieser Menschen ist nicht immer leicht, da sie sich oft auch zwischen den Fronten (zwischen Einwohnern deutscher und italienischer Muttersprache) wiederfinden. 2004 wurde der erste Ausländerbeirat gegründet, der dem Gemeinderat unterstützend zu Seite steht.
2004 wurde der Versuch, vor den Toren der Stadt ein Einkaufszentrum zu errichten, endgültig abgewehrt. Auch die Bemühungen, in Bahnhofsnähe ein größeres Einkaufszentrum zu errichten, scheiterten bis jetzt. Die Südtiroler Raumordnung hemmt die Zersiedlung, die Ansiedelung von großen Märkten auf der grünen Wiese und fördert dafür den Einzelhandel.
Seit 2004 wird an zwei Multiplex-Kinos gebaut. Ein altes Kino (das Concordia) wurde 2005 geschlossen. Somit hat Bozen zurzeit nur vier Kinosäle und einige Multifunktionssäle, in denen ab und zu Filme gezeigt werden. Das größte Kino Bozens ist das renommierte Programmkino "Filmclub" mit drei Sälen, das alljährlich im April die "Bozner Filmtage" veranstaltet.
Im Januar 2005 wurde Bozen zur Guggenmusik-Hauptstadt Europas. 34 Guggenmusiken aus der Schweiz und aus Deutschland haben am 39. Europäischen Guggenmusikfestival teilgenommen.
Im Mai 2005 ergab sich bei den Gemeinderatswahlen ein Patt zwischen dem gewählten Bürgermeister Giovanni Ivan Benussi, der von der Casa delle Libertà unterstützt wurde, und dem Gemeinderat, in dem die Parteien des Ulivobündnisses zusammen mit der SVP die Mehrheit stellten. Der amtierende Bürgermeister Giovanni Salghetti Drioli unterlag in der Stichwahl seinem Kontrahenten um nur sieben Stimmen.
Nachdem Bürgermeister Benussi die notwendige Mehrheit im Gemeinderat nicht aufbringen konnte, wurde er im Juni 2005 abgesetzt.
Bei der Wahl am 6. November 2005 setzte sich Mittelinkskandidat Luigi Spagnolli mit 50,36 % der Stimmen im ersten Wahlgang durch. Die stärkste Partei wurde überraschend die Südtiroler Volkspartei, die 11 der 50 Mandate erlangte (+3).
Die zweisprachige ungarische Stadt Sopron/Ödenburg ist Bozens Partnerstadt.
Bozen wurde durch die Alpenkonvention zur "Alpenstadt des Jahres 2009" erklärt.
Am 12. Mai 2009 ist in Bozen das neue Multiplex-Kino „Cineplexx“, der Betreibergesellschaft Constantin Film, eröffnet worden. In der Vergangenheit hatte sich der Bau des neuen Kinos immer wieder verzögert.
Bürgermeister Bozens seit 1714
"Zeit des Faschismus":
* 10/1922–02/1923 Augusto Guerriero, cg;
* 02/1923–03/1924 Antonio Boragno, cp;
* 03/1924–05/1925 Roberto Mossino, cp;
* 05/1925–01/1927 Antonio de Steffanini, cp;
* 01/1927–11/1928 Alfonso Limongelli, cp, dann p;
* 11/1928–06/1929 Torquato Poggi, cp, dann p;
* 06/1929–02/1931 Felice Rizzini, p;
* 02/1931–10/1934 Luciano Miori, p;
* 10/1934–07/1935 Sergio Dompieri, cp;
* 07/1935–08/1935 Aurelio Vacca, cp;
* 08/1935–07/1936 Alteniero conte Avogadro degli Azzoni, p;
* 07/1936–09/1936 Guido Broise, cp;
* 09/1936–07/1938 Pier Vincenzo Perrelli, p;
* 07/1938–09/1943 Alfredo Clavarino, marchese, p;
"Legende": commissario governativo (cg), commissario prefettizio (cp), podestà (p)
"Nationalsozialistische Okkupation":
* Dr. Fritz Führer, kommissarischer Verwalter, 10/1943–4/1945
"Nachkriegszeit":
* Lino Ziller 1948–1957 (VB Dr. Silvius Magnago 1948–1953, VB Dr. Egon Eyrl 1953–1957)
* Ing. Giorgio Pasquali 1957–1968 (VB Dr. Roland Riz 1957–1961, VB Dr. Paul Knoll 1961–1969)
* Dr. Giancarlo Bolognini 1968–1983 (VB Dr. Hugo Gamper 1969–1973, VB Erich Buratti 1973–1978)
* Dr. Luigi De Guelmi 1983–1985 (VB Dr. Hanns Egger 1978–1985)
* Dr. Marcello Ferrari 1985–1988 (VB Herbert Mayr 1985–1995)
* Dr. Valentino Pasqualin 1989
* Dr. Marcello Ferrari 1989–1995
* Dr. Giovanni Salghetti Drioli 1995–2005 (VB Elmar Pichler Rolle 1995–2008)
* Dr. Luigi Spagnolli seit 2005 (VB Oswald Ellecosta seit 2008)
Söhne und Töchter der Stadt
Dietrich von Bern und König Laurin|thumb
Bedeutende Persönlichkeiten der Stadt chronologisch nach Geburtsjahr geordnet:
* Heinrich von Bozen, Seliger (ca. 1250)
* Niklaus Vintler, Kaufmann und Kunstmäzen (ca. 1345–1413)
* Petrus Tritonius, Komponist, Humanist (1465–1525)
* Adam Haslmair, Schulmeister, Philosoph (um 1600)
* Johann Nepomuk von Tschiderer, Fürstbischof von Trient, Seliger (1777–1860)
* Daniel Harrwitz, Schachmeister (1821–1884)
* Josef Staffler, Seilbahnpionier (1846–1919)
* Otto Zallinger-Thurn, Rechtshistoriker, Universitätsprofessor (1856–1933)
* Gottfried Hofer, Kunstmaler (1858–1932)
* Ludwig Thuille, Komponist (1861–1907)
* Sebastian Weberitsch, Mediziner und Schriftsteller (1870–1946)
* Albert von Trentini, Schriftsteller (1878–1933)
* Karl Felix Wolff, Volkskundler und Sagenforscher (1879–1966)
* Hans Piffrader, Bildhauer und Grafiker (1888-1950)
* Luis Trenker, Architekt, Bergsteiger, Schriftsteller und Filmemacher (1892–1990)
* Max Valier, Astronom und Raketenbaupionier (1895–1930)
* Josef Mayr-Nusser, Südtiroler Märtyrer (1910–1945)
* Benedikt Posch, Journalist und Verleger (1922–2001)
* Luis Amplatz, Kämpfer für die Einheit Tirols (1926–1964)
* Valentin Braitenberg, Hirnforscher, Kybernetiker und Schriftsteller (* 1926)
* Roland Riz, Politiker und Jurist (* 1927)
* Josef Larch, Bergsteiger (* 1930)
* Franz von Walther, Journalist und ehem. RAI-Koordinator (* 1933)
* Herbert Rosendorfer, Jurist und Schriftsteller (* 1934)
* Peter Martell, Schauspieler (* 1938)
* Helmut Kutin, Präsident von SOS-Kinderdorf International (* 1941)
* Klaus Dibiasi, Turmspringer, Olympiasieger (* 1947)
* Ottavia Piccolo, Schauspielerin (* 1949)
* Walter Niedermayr, Fotograf (* 1952)
* Matteo Thun, Architekt und Designer (* 1952)
* Michl Ebner, Medienunternehmer und Politiker (* 1952)
* Donato Seppi, italienischer Landtagsabgeordneter der neofaschistischen Unitalia (* 1953)
* Krista Posch, Schauspielerin (* 1954)
* Armin Gatterer, Schriftsteller (* 1959)
* Max Rohr, Künstler (* 1960)
* Stefano Bizzotto, italienischer Journalist und Fernsehmoderator (* 1961)
* Andreas Pfeifer, ORF-Journalist (* 1965)
* Antonella Bellutti, Radrennfahrerin, Olympiasiegerin (* 1968)
* Paolo Orlandoni, Fußballtorwart (* 1972)
* Karen Putzer, Skirennläuferin (* 1978)
* Manuel Quinziato, Radrennfahrer (* 1979)
* Tania Cagnotto, Turmspringerin, Europameisterin (* 1985)
Museen
Bozner Talkessel von Westen
* Südtiroler Archäologiemuseum
* Stadtmuseum
* Naturmuseum Südtirol
* Museion – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst
* Merkantilmuseum
* Schulmuseum
* Messner Mountain Museum Firmian
Kulturelle Stätten
* Stadttheater
* Konzerthaus
* Filmclub Bozen (3-Saal-Kino)
* Haus der Kultur Walther von der Vogelweide
* Theater im Hof (Kinder- und Jugendtheater)
* Carambolage (Kleinkunst)
* Cineplexx (7-Saal-Kino)
Partnerstädte
* 22px Sopron-Ödenburg (Ungarn)
Schlösser und Burgen
Schloss Maretsch
* Schloss Runkelstein
* Schloss Maretsch
* Schloss Sigmundskron
* Haselburg
* Ruine Rafenstein
* Schloss Ried
* Schloss Klebenstein
* Ruine Weineck
Sehenswertes
* Bozner Lauben
* Obstplatz
* Waltherplatz mit Denkmal „Walther von der Vogelweide“
* Kornplatz
* Bozner Pfarrkirche (Dom)
* Franziskanerkirche mit Kreuzgang
* Dominikanerkirche
* Alte Grieser Pfarrkirche
* Stiftspfarrkirche Muri-Gries
* Siegesdenkmal
* Gerichtsplatz
Literatur
* Franz Huter: "Beiträge zur Bevölkerungsgeschichte Bozens im 16.–18. Jahrhundert", Bozen: Athesia 1948.
* "Bozner Bürgerbuch 1551–1806". Hrsg. vom Heimatpflegeverband Bozen, 2 Bde., Innsbruck: Wagner 1956.
* Karl Theodor Hoeniger: "Altbozner Bilderbuch", Bozen: Ferrari-Auer 1968.
* "Stadt im Umbruch – Beiträge über Bozen seit 1900". Hrsg. vom Südtiroler Kulturinstitut, Bozen: Athesia 1970.
* Hermann Achenbach: "Bozen – Bevölkerungsdynamik und Raumgliederung einer zweisprachigen Stadt". In: "Die Erde" 106, 1975.
* Bruno Klammer (Hrsg.): "P. J. Ladurner"s Chronik von Bozen 1844", Bozen: Athesia 1982.
* Rolf Petri: "Storia di Bolzano", Padova: Il Poligrafo 1989. ISBN 8871150074 (mit Literaturverz. S. 265ff).
* Norbert Mumelter: "Bozner Geschichte am Straßenrand. Straßen und Plätze von Bozen", Bozen: Athesia 1990.
* Oswald Egger, Hermann Gummerer: "Walther: Dichter und Denkmal". Wien/Lana: Edition Procura 1990. ISBN 3901118004
* "Bozen von den Anfängen bis zur Schleifung der Stadtmauern / Bolzano dalle Origini alla Distruzione della Mura", Bozen: Athesia 1991. ISBN 887014559X.
* Gaetano Sessa: "Bolzano in cartolina – Die Stadt Bozen in den Ansichtskarten, 1890–1940", Trento: Arca 1994.
* "Die Dompfarre Bozen im Wandel der Zeiten. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft". Der Schlern 69, Heft 8/9, Bozen: Athesia 1995.
* Johannes Andresen: "Die politische Führungsschicht der Stadt Bozen im 16. Jahrhundert", Bonn 1995.
* "Bozen von den Grafen von Tirol bis zu den Habsburgern / Bolzano fra i Tirolo e gli Asburgo", Bozen: Stadtgemeinde Bozen 1999. ISBN 8870149862.
* Hans Heiss: "Gelungene Pazifizierung? Die Stadt Bozen/Bolzano im Spannungsfeld nationaler und kultureller Auseinandersetzungen 1919–1999". In: Roland Marti (Hrsg.): "Grenzkultur – Mischkultur?", Saarbrücken 2000, S. 209-241.
* Siglinde Clementi, Martha Verdorfer: "Frauen – Stadt – Geschichte(n): Bozen/Bolzano vom Mittelalter bis heute", Wien/Bozen: Folio 2000. ISBN 3852561345.
* Gabriele Rath u. a. (Hrsg.): "Bozen – Innsbruck: zeitgeschichtliche Stadtrundgänge", Wien/Bozen: Folio 2000. ISBN 3852561256.
* Oswald Stimpfl: "Bozen kompakt – die Stadt auf einen Blick: Sehenswertes, Gastlichkeit, Kultur", Wien/Bozen: Folio 2002. ISBN 3852562104.
* Bruno Mahlknecht: "Bozen durch die Jahrhunderte", 5 Bde., Bozen: Athesia 2005–2008. ISBN 8860110203.
* Hannes Obermair: "Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500", 2 Bde., Bozen: Stadtgemeinde Bozen 2005–2008, ISBN 889018700X und ISBN 9788890187018 .
* Andrea Bonoldi, Markus A. Denzel: "Bozen im Messenetz Europas (17.–19. Jahrhundert) / Bolzano nel sistema fieristico europeo (secc. XVII–XIX)". Bozen: Athesia 2007. ISBN 9788882663117
* Renate Brenn-Rammlmair: "Stadtbaumeister Gustav Nolte. Der Heimatstil in Bozen 1908–1924", Bozen: Athesia 2007. ISBN 978-88-8266-361-2.
* Gotthard Andergassen, Ettore Frangipane: "Zweihundert Jahre Bozner Waltherplatz in Bildern / 200 anni piazza Walther a Bolzano in immagini 1808–2008", Bozen: Raetia 2008, ISBN 9788872833308
* Helmut Stampfer (Hrsg.): "Das Landesfürstliche Amtshaus in Bozen: vom maximilianischen Amtsgebäude zum Naturmuseum", Wien/Bozen: Folio 2008. ISBN 978-3-85256-373-2.
* Hubert Stuppner: "Musik und Gesellschaft in Südtirol", Band 1: "Bozen 1800–2000", Bozen: Raetia 2009. ISBN 978-88-7283-337-7.
* Stefan Stabler: "Burgen und Ansitze – Bozen und Umgebung", Bozen: Athesia 2009. ISBN 978-88-8266-544-9.
* Hannes Obermair: "Bozen/Bolzano 1850–1950" (Reihe Archivbilder), Erfurt: Sutton 2009. ISBN 978-3-86680-489-0.
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