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Bilbao

Spanien, Bilbao
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|provincia = Bizkaia
|isla =
|comarca = Gran Bilbao
|fundación = 15. Juni 1300
|altitud = 8
|superficie = 41.26
|población = 353168
|censo = 2007
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|predoling = Baskisch / Spanisch
|alcalde = Iñaki Azkuna (PNV) (2007)
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|web = www.bilbao.net
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|Kommunalschlüssel =
}}

Stadtflagge

Stadtplan von 1857

"Bilbao" (bask. auch "Bilbo"Obwohl sowohl „Bilbo“ als auch „Bilbao“ baskische Ortsnamen sind, bevorzugt die Euskaltzaindia die erste Schreibweise . Offiziell ist aber nur „Bilbao“ (http://www.bilbao.net)) ist die Hauptstadt der Provinz Bizkaia (spanisch: Vizcaya) und größte Stadt der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien.

Weiter ist sie die wichtigste Industrie- und Hafenstadt des Baskenlands und hat zuzüglich des Umlands fast 900.000 Einwohner. Mit 353.168 Einwohner im Stadtgebiet (laut INE 2007) ist Bilbao die zehntgrößte Stadt Spaniens.
Blick über die Stadt

Geographie
Die Stadt liegt an der "Ría de Bilbao", die bei Portugalete in den Golf von Biscaya (Kantabrisches Meer) mündet. In "Basauri" vereinigen sich die Flüsse Nervión und Ibaizabal (baskisch für Breiter Fluss) und fließen von dort gemeinsam in die Ría. Die Gezeitengrenze liegt in der Altstadt etwa an der San-Antón-Brücke.

Geschichte
Diego López V de Haro gründete die Stadt an der Mündung des Nervión auf dem Gebiet der Vorgängerkirche von Begoña am 15. Juni 1300. Rechtliche Grundlage war der am 15. Juni 1300 in Valladolid geschriebene und am 4. Januar 1301, durch Ferdinand IV von Kastillien in Burgos bestätigte Gründungsbrief (carta puebla). In der Einleitung dieses Gründungsbriefes heißt es:

"En el nombre de Dios é de la vgen vienaventurada Sancta María. Sepan por esta carta quantos la vieren é oieren como yo Diego Lope de Haro, sennor de Vizcaia, en uno con mi fijo Don Lope Diaz é con placer de todos los vizcaynos, fago en Bilvao de parte de Vegonna nuevamente población é villa qual dizen el puerto de Bilvao..."(dt.: Im Namen Gottes und der seligen heiligen Jungfrau Maria. Wisst, dass durch diesen Brief, wenn ihr ihn sehen oder davon hören mögt, wie ich, Diego Lope de Haro, Graf von Vizcaya, einig mit meinem Sohne Don Lope Diaz und zur Freude aller Vizcaynos, mache in Bilvao auf dem Teil der Vegonna (Begoña) von neuem Ortschaft und Gemeinde, die man nennen Hafen von Bilvao soll...)

Zuvor hatte hier u. a. schon eine römische Siedlung namens Bellum Vadum existiert. Daraus soll sich über die Zwischenstufe "Bilbaum"http://www.uni-mannheim.de/mateo/camenaref/hofmann/b/books/b_2084.html Johann Jacob Hofmann (1635-1706), Lexicon Universale der heutige Stadtname abgeschliffen haben, so dass man bei Bilbao auf deutsch von "Schönfurt" sprechen könnte. Weitere Theorien führen den Namen auf das baskische "bi albo"http://www.euskadi.net/contenidos/informacion/s11_folletos/de_s11/folletos/visitar_conocer/bizkaia/ale_GV_general_bilbo.pdf (dt.: zwei Seiten, auf die zwei Ufer der Ría referierend) oder auf die Burg "Biribilbao" zurück, die sich nahe der Kirche San Anton befand.

Zum Zeitpunkt der Gründung befand sich dort, wo heute "Bilbao la Vieja" steht, ein kleines Dorf von Eisenschmieden, Seeleuten und Bauern. Die ersten Straßen Bilbaos waren Somera, Artekale sowie die Tenderia.

Die Landwirtschaft verschwand mit der Zeit, aber das Eisen und das Meer haben sich als bestimmende Elemente Bilbaos im Laufe der Geschichte erhalten. Das hochwertige Eisen der nahen Bergwerke wurde schon von den Römern geschätzt und ausgebeutet. Die Tatsache, dass die Ria ein großes Stück weit schiffbar ist, machte es möglich, im darin gelegenen Hafen, der sicherer war als jene an der Küste, die Waren Kastiliens zur Ausfuhr nach Europa zu verladen.

Ein Produkt der Eisenindustrie Bilbaos, auch wenn es sich dabei um kein sehr rühmliches handelt, hat sogar den Eintrag in die Weltliteratur gefunden. So heißt es doch in Shakespeares Hamlet: "„Methought I lay worse than the mutinies in the bilboes.“" Mit Bilboes sind eiserne Stangen gemeint, an welche die Matrosen zur Strafe mit den Füßen gefesselt wurden.

Auch wenn schon Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Bau der ersten Hochöfen begonnen wurde, sollte die Entwicklung Bilbaos erst nach der letzten Belagerung im Karlistenkrieg in 1874 richtig anlaufen. Damals vereinigten sich die Gemeindebezirke von Abando und Begoña, es erfolgte die sich Barcelona zum Vorbild nehmende planmäßige Erweiterung (Ensanche) des Stadtkerns und so bedeutende Gebäude wie das Theater Arriaga, die Börse oder die Alhóndiga (ehem. Wein- und Spirituosenlager) wurden erstellt.

Die industrielle Entwicklung an der Ria, die Gründung von Eisenhütten und Schiffsbauunternehmen, trieben das Bankwesen und den Handel vorwärts und machte Bilbao zur Hauptstadt der baskischen Wirtschaft.

Der industrielle Niedergang ab den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat sich in der Region bemerkbar gemacht. Allerdings auch mit positiven Folgen, da Bilbao seine Aktivitäten zu diversifizieren gewusst hat und seit Anfang der 1990er Jahre von seinem Image einer hässlichen, grauen, schmutzigen Stadt abgekommen ist, das es jahrzehntelang geboten hatte.

Der inzwischen „Guggenheim-Effekt“ genannte Boom versetzte die arbeits- und hoffnungslos rostende Industriedeponie Bilbao in prosperierenden Taumel, riss das ganze Land mit, reißt Riesenlöcher in die Erde. Voraussetzung war die Integration der sich über fünfzehn Kilometer entlang der Trichtermündung des Nervión hinziehenden heterogenen Stadtteile, die zusammenhanglos wie im Wuppertal vor der Schwebebahn, kaum urbane Identität stifteten. Sir Norman Foster hatte mit seiner verbindenden Metrostrecke den Boden dafür bereitet. Das puristische Design erhielt eine Liebeserklärung, die Bilbaínos tauften die Abgänge "Fosteritos".

Klima

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Das Klima in Bilbao ist von der feuchten Meeresluft bestimmt, die von den Meeresströmungen beeinflusst wird, mit milden Temperaturen fast das ganze Jahr über. Die Windstärken sind im Frühling oder Herbst höher. Die mittlere Temperatur ist 20 °C im Sommer und 8 °C im Winter.
La Ribera

Bevölkerungsentwicklung
1970 war Bilbao die sechstgrößte Stadt Spaniens und hatte 410.490 Einwohner, bis 1981 stieg die Einwohnerzahl auf 433.115, aber danach ging sie bis 2003 auf 353.567 Einwohner zurück und 2004 weiter auf 352.317 Einwohner.

Sehenswürdigkeiten
Metro
Puente ColganteDie „Hängende Brücke“
Guggenheim-Museum
Jeff Koons’ Puppy vor dem Guggenheim-Museum
In den 1990er Jahren hat Bilbao, das zuvor abseits der touristischen Routen lag, eine weitreichende Neukonzeption seiner Innenstadt unternommen. So entstand bis 1995 eine 28 km lange Metrolinie, deren Bahnhöfe fast alle von Sir Norman Foster entworfen wurden.

Einen weiteren Neubau stellt die Brücke „Zubizuri“ des Architekten Santiago Calatrava dar, die einem aufgeblähten Segel nachempfunden ist.

Zentrum des touristischen Interesses ist neben der ältesten Schwebefähre der Welt, der Puente de Vizcaya über den Fluss Nervión (auch Puente Colgante, „Hängende Brücke“ genannt), das bis 1997 nach Plänen des US-amerikanischen Architekten Frank O. Gehry errichtete Museo Guggenheim Bilbao. Der spektakuläre Museumsbau aus Titan, Glas und Kalkstein ist eines der wichtigsten Beispiele avantgardistischer Architektur des 20. Jahrhunderts weltweit. Dabei korrespondiert das Museum mit der sonst oft gesichtslos-industriellen Gestalt Bilbaos, indem es etwa die benachbarte Brücke "La Salve" mit seinen Wänden „umschließt“. Schwerpunkt der Sammlung ist moderne, sowie zeitgenössische Kunst, die in wechselnden Ausstellungen gezeigt wird. Vor dem Museum ist ein Kunstwerk von Jeff Koons ausgestellt, der Puppy, der mit Blumen bepflanzt wird und eigentlich nur im Eröffnungsjahr dort stehen sollte. Nach Protesten der Bevölkerung durfte der Puppy aber vor dem Guggenheim-Museum stehen bleiben und wird jedes Frühjahr neu mit Blumen bepflanzt, die fortlaufend ausgetauscht werden, wenn sie abgeblüht sind.

Touristisch im Schatten dieser Neubauten befindet sich die belebte, von engen Straßen geprägte Altstadt Bilbaos (das "Casco Viejo" mit den "Siete Calles", den sieben Straßen) und der mittelalterlichen gotischen Catedral de Santiago aus dem 14. Jahrhundert. Die Innenstadt weist eine architektonisch interessante Mischung von Alt- und Neubauten verschiedenster Stilrichtungen auf.

Weitere Museen sind das Museum der schönen Künste (El Museo de Bellas Artes), eines der wichtigsten öffentlichen Kunstmuseen Spaniens, das erst kürzlich renoviert worden ist, und das in der Altstadt (Casco Viejo) gelegene Baskische Museum (El Museo Etnográfico Vasco), das Seefahrtsmuseum (El Museo Marítimo Ría de Bilbao) sowie das noch junge Industriemuseum in Portugalete (Museo de la Industria). Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit ist die Basilika Begoña (La Basílica de Ntra. Sra. de Begoña).

Das bunt gemischte Stadtbild kann sowohl als innovativ als auch als unreglementiert bezeichnet werden, in allen Fällen ist das Resultat eine sehenswerte und lebhafte Stadt. Dazu tragen vor allem die vielen Parks und Grünflächen auf den an das Stadtzentrum angrenzenden Hängen bei, die schnell zu Fuß vom Zentrum erreicht sind und einen einmaligen Ausblick auf die Stadt erlauben.

In Bilbao spielt der äußerst populäre Fußballverein Athletic Club, der traditionell nur mit baskischen Spielern besetzt ist, eine wichtige Rolle.

1917 wurde die Deutsche Schule Bilbao, das Colegio Alemán San Bonifacio, gegründet, eine bikulturelle Begegnungsschule.

Datei:Plaza Moyúa.JPG|Plaza MoyúaZentraler Platzder Innenstadt
Datei:Portal of the Cathedral of Bilbao.jpg|Portal der Cathedral de Santiago im Herzen des Casco Viejo (Altstadt)
Datei:Atletico Bilbao Stadion.jpg|Stadion Athletic Bilbao


Verkehr
Hauptträger des öffentlichen Personennahverkehrs sind die Metro Bilbao (U-Bahn) und die Straßenbahnlinie EuskoTran. Außerdem gibt es mehrere Buslinien, die von Bilbobus und Bizkaibus betrieben werden.

Der Flughafen Bilbao liegt nicht in der Stadt selbst, sondern 9 km entfernt beim Ort Loiu, und wird nach der Gemeinde, in der er liegt, Loiu genannt.

Söhne und Töchter der Stadt
* Miguel de Unamuno (1864–1936), Philosoph
* Pedro Arrupe (1907–1991), Ordensgeneral
* Fritz Rudolf Fries (* 1935), deutscher Schriftsteller und Übersetzer
* Francisco Javier García Gaztelu, alias Txapote (* 1966), ein ehemaliger Anführer der baskischen Separatistengruppe ETA
* Álex de la Iglesia (* 1965), Filmregisseur und Drehbuchautor
* Gaizka Mendieta (* 1974), Fußballspieler
* Gaizka Garitano Aguirre (*1975), Fußballspieler
* Francisco Yeste (* 1979), Fußballspieler
* Gari (Garikoitz Badiola), Mitglied der spanischen Ska-Punk-Band Ska-P
* Txikitin (Alberto Iriondo), Mitglied der spanischen Ska-Punk-Band Ska-P
* Klaus Pérez-Salado, Bandmitglied von Christina Stürmer

Städtepartnerschaft
* Rosario, Argentinien, seit 1988


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 21.10.2017 16:02 von den Wikipedia-Autoren.
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