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Balvi

Lettland, Balvi
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"Balvi" (dt: "Bolwen") ist eine 226 km von Riga (lettisch: "Rīga") entfernt gelegene kleine Stadt in der Region im östlichen Lettland mit 8.109 Einwohnern. Es ist seit 1949 Verwaltungssitz des gleichnamigen Rajons.

Geschichte
Balvi wurde 1224 erstmals als Teil des Rigaer Erzbischofstums erwähnt. Der Name leitet sich von Fluss und See „Bolupīte“ ab.
Im Jahre 1551 wurde das Land um den Balvisee vom damaligen Rigaer Erzbischof Wilhelm von Brandenburg an den Ritter Meißner verpachtet.

In der Zeit zwischen 1562 bis 1772 kam die Region unter litauisch-polnische Herrschaft. Im Jahre 1765 wurden auf dem Anwesen der polnischen Adligen Konstancija Hilsena eine kleine Holzkirche und ein Herrschaftshaus errichtet. Als Lettgallen unter russische Hoheit kam, wurde das Anwesen durch Katharina die Große auf die Familie Yelagin übertragen. Die Familie Horozhinsky erwarb es 1806, die deutschbaltische Familie Transehe-Roseneck 1876.

Im Jahre 1916 wurde hier die "Rigaer Lettische Gesellschaft" gegründet. Die erste Lettgallische Handelsschule wurde hier im Jahre 1917 gegründet.
Nach der Oktoberrevolution gründete sich in Balvi das Lettgallische Partisanenregiment am 5. Juli 1919.

Nachdem im Jahre 1925 die Region "Neulettgallen" (lett: "Jaunlatgale") gegründet wurde, wurde aus dem Gut Balvi im Jahre 1926 das Dorf Balvi und die Dorfstraßen erhielten erstmals Straßennamen. Das Dorf erlangte 1928 Stadtrechte. Damit war Balvi die erste Stadt in Neulettgallen.

Im Jahre 1929 fanden in Balvi das Nordlettgallische Sängerfest statt. Im Jahre 1936 folgte das Neulettgallische Sängerfest.

Das Wappen der Stadt wurde im Jahre 1938 angenommen.

Ab dem 17. Juli 1940 wurde Balvi von der Roten Armee eingenommen. Am 14. Juni 1941 fanden in Balvi, wie auch im gesamten Lettland, Massendeportationen unter russischem Kommando statt. Am 2. Juli 1941 wurde Balvi von deutschen Truppen eingenommen.
Viele Juden der Stadt, die vor dem Zweiten Weltkrieg etwa 19% der Einwohnerschaft stellten, kamen unter der Schreckensherrschaft Stahleckers im August 1941 um. Die zurückweichenden Deutschen brannten Balvi 1944 fast vollständig nieder. Nach 1945 wurde die Stadt dann nach sowjetischen Plänen wieder aufgebaut.

1948 war Balvi Veranstaltungsort des ersten Sängerfests nach dem zweiten Weltkrieg.
Balvi war auch ein Mittelpunkt der singenden Revolution im Jahre 1988 und spielt heute eine wichtige Rolle in der Bewahrung der lettgallischen Kultur.

Sonstiges
Sonstige Ortsnamen sind bzw. waren:
*lettgallisch: Bolvi,
*russisch: боловск ("Bolowsk"),
*deutsch: Bolwen

Siehe auch
* Verwaltungsgliederung Lettlands
* Liste deutscher Bezeichnungen lettischer Orte




Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 20.11.2017 22:00 von den Wikipedia-Autoren.
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