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Ballsh

Albanien, Ballsh
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Blick über die Stadt und die Hügel der Mallakastra von Süden
"Ballsh" (albanisch auch "Ballshi") ist eine Kleinstadt im südlichen Mittelalbanien mit 9.100 Einwohnern (Schätzung 2004). Sie liegt im Kreis Mallakastra am Übergang von der Myzeqe-Ebene ins südalbanische Hügelland, 20 Kilometer südöstlich von Fier. Ballsh ist Zentrum der Ölförderung Albaniens und besitzt die größte Raffinerie des Landes. Als Versorgungszentrum der Region sind gute Einkaufsmöglichkeiten vorhanden.

Die wichtigste Fernverkehrsstraße nach Südalbanien führt durch den Ort. Der Passagierservice auf der Stichbahn von Fier nach Ballsh wurde im Jahr 2000 eingestellt, es verkehren Frachtzüge zur nahegelegenen Raffinerie.

Der lokale Fußballklub KS Bylis Ballsh spielt in der Saison 2009/10 in der zweithöchsten Liga.

Geschichte
Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. gründeten Illyrer auf einer Bergkuppe eine Stadt, das spätere Byllis, die mit einer Befestigungsmauer umgeben zum Hauptort des Illyrerstammes der Byllionen wurde. Ab Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. gehörte sie mit dem damaligen Namen "Colonia Byllidensium" zur römischen Provinz Makedonien. In Ballsh wurden zwar römische Säulenreste vorgefunden, die Siedlung Ballsh fünf Kilometer nördlich von Byllis und abseits der Verkehrswege ist in römischer Zeit aber nicht gesichert. Die letzte Blütezeit von Byllis war im 6. Jahrhundert n. Chr. unter dem oströmischen Kaiser Justinian I.. Es muss ein wichtiges christliches Zentrum gewesen sein, denn in einem Dutzend kleinerer Gemeinden im Umkreis von fünf bis zehn Kilometern um Byllis wurden Reste von frühchristlichen Basiliken entdeckt.

In Ballsh (damals "Baletium") wurden an der Durchgangsstraße im Ort die Fundamente einer dreischiffigen Basilika aus dem Anfang des 6. Jahrhunderts freigelegt. Man fand Bodenplatten aus Marmor von der griechischen Insel Euböa und Säulen aus ägyptischem Granit.Foto und Plan der Kirche: Auf dem Gelände ist ein kleiner Kirchenneubau

Byllis wurde nach einem verheerenden Slaweneinfall 586 n. Chr. nicht wieder aufgebaut. Es blieb danach verlassen, die Bewohner und auch der Bischof zogen nach Ballsh. Byllis wurde geplündert, steinerne Reste finden sich als Baumaterial in Ballsh wieder. Im 11. oder 12. Jahrhundert wurden in der Basilika die Zwischenräume der Säulenreihen zugemauert. Nach Grabungsergebnissen muss es im Mittelalter auch ein Kloster in Ballsh gegeben haben. Tatsächlich wird 1219 im jetzt als "Glavinitza" bezeichneten Ort ein Kloster des Heiligen Demetrius erwähnt.Robert Elsie: The Christian Saints of Albania, Balkanistica 13, 2000 Im 14. Jahrhundert wird der Ort als Bischofssitz aufgeführt, ein deutscher Bischof war 1351 – 1357 zu Besuch.

Unter den Gebietsherrschern dieser Jahre und bis zur Zeit Skanderbegs im 15. Jahrhundert gewann auch der Familienclan der Ballshas an Bedeutung. Ihr Einflussbereich reichte weit über die Mallakastra-Region hinaus.

Wirtschaft
Um Ballsh liegen fünf Öllagerstätten. Das größte Ölfeld Albaniens, "Marinza" bei Patos, wenige Kilometer nördlich der Stadt, wurde 1957 entdeckt. Noch näher liegt das erst 1966 entdeckte Ölfeld "Ballsh". Die Raffinerie in Ballsh hat eine theoretische Verarbeitungskapazität von 1 Mio Tonnen Rohöl pro Jahr, die einzige weitere Raffinerie in Fier von 0,5 Mio Tonnen. Diese Mengen wurden nur um 1980 erreicht, im Jahr 2000 waren es in Ballsh 300.000 Tonnen, damit weniger als ein Drittel der Kapazität. 2005 betrug die Gesamtproduktion im Land auch nur 382.000 Tonnen.

Ursachen für die geringen Produktionsmengen sind einmal veraltete FördermethodenIn Patos wurden im Jahr 2000 nur ein Fünftel der Menge von 1990 gefördert, 400 Tonnen gegenüber 2000 Tonnen pro Tag und zum anderen veraltete Anlagen zur Aufbereitung. Die Raffinerie von Ballsh wurde 1978 gebaut mit einer Technologie aus den 1960er Jahren.

2006 beschloss die mittlerweile privatisierte Betreibergesellschaft "ARMO", 2,6 Mio € in ein neues Anlagenteil zu investieren. Eine weitere, für Bohrtechnik zuständige Gesellschaft, die 1999 aus der staatlichen "Albanian Petroleum Corporation (APC)" abgespalten wurde, ist die ebenfalls privatisierte "Servcom". Dazu kommt die bisher noch staatseigene "Albpetrol", die die Rohölförderung unternimmt.

Umweltprobleme
Das in Ballsh produzierte Diesel und Benzin ist für den Endverbraucher billiger als importierter Kraftstoff. Grund ist die mindere Qualität durch zu hohen Schwefelanteil. Dieser beträgt bei dem in der Umgebung geförderten Rohöl 6 %. Der meiste Schwefel entweicht allerdings mit dem bei der Förderung freigesetzten Erdgas in die Luft.

Nachhaltiger ist die Verschmutzung der Böden in der gesamten Region. Je nach Studie werden 5-7 % technische Verluste angegeben. Diese Menge Rohöl verschwindet bei der Förderung, durch Lecks in Transportleitungen, bei der Raffinerie und der Lagerung.vgl. UNEP. Die technisch veralteten Bohrtürme zwingen zu einer Aufstellung in Abständen von z. T. weniger als 100 Meter. Gefährdet ist die Trinkwasserversorgung um Ballsh, und durch unzureichende Klärung der Raffinerieabwässer auch der Fluss Gjanica. Dieser treibt Ölschmutz bis in die Adria.

Verschiedene Joint Ventures mit Unternehmen in Großbritannien, Kanada und Deutschland haben die Probleme noch nicht ursächlich angehen können.


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 21.10.2017 01:24 von den Wikipedia-Autoren.
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