Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
Center Parcs - der Familienkurzurlaub im Internet!




Hotelsuche in 
 

Autor Dany Laferrière: Identität ist ein Modewort

Frankreich
06.10.2017
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Migration und Exil bewegen französischsprachige Autoren auf der Buchmesse in Frankfurt. Dany Laferrière, Haitianer und Mitglied der ehrwürdigen Académie française, vertritt besondere Ansichten.

Paris (dpa) - Mit zahlreichen politischen Themen tritt Frankreich auf der Frankfurter Buchmesse auf. Das Gastland reist mit Autoren aus dem frankophonen Sprachraum an. Dany Laferrière (64) gehört zu den bekanntesten. Der Haitianer lebt in Montreal, New York, Miami und Paris. Er gehört zu den «Unsterblichen» der Académie française, der höchsten Instanz der französischen Sprache. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Paris sprach er über Exil und Identität.

Frage: Sie sind 1976  vor dem Diktator Jean-Claude Duvalier nach Montreal geflohen. Den Begriff Exilautor lehnen Sie jedoch ab. Warum?

Antwort: Ich habe lange über den Begriff Exil nachgedacht und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass der Begriff auf Diktatoren zutrifft. Diktatoren leben im Exil, leben verschanzt hinter den Mauern ihrer Paläste, abgeschottet von Land und Volk.

Frage: Sie sind als Journalist aber vor der Diktatur geflohen?

Antwort: Selbst wenn ich vor einem Diktator geflohen bin, ist das Exil für mich kein Drama. Als ich vor mehr als 30 Jahren nach Montreal kam, war ich 23 Jahre alt. Ich habe eine Stadt entdeckt, in der die Nacht mir gehörte, in der man denken und sagen durfte, was man wollte. Ich gehöre nicht zu den Autoren, die klagen. 

Frage: Sie leben zwischen mehreren Welten. Sie schreiben auf Französisch, leben häufig im angelsächsischen Sprachraum und haben die haitianische Staatsangehörigkeit. Mit welcher Identität haben Sie sich arrangiert?

Antwort: Identität ist ein Begriff, der sehr inflationär gebraucht wird. Er ist zu einer Modeerscheinung geworden. Egal, was wir auch machen, es ist zu einer Frage der Identität geworden. Die Identität ist angeboren. Sie ist das einzige, mit dem wir leben und um das wir uns nicht kümmern müssen.

Frage: In Frankfurt wird die französische Sprache gefeiert, die von rund 220 Millionen Menschen gesprochen wird. Spielt die Sprache für Sie keine identitätsstiftende Rolle?  

Antwort: Es kommt nicht darauf an, welche Sprache man spricht, sondern darauf, was man mit der Sprache macht und wie man mit ihr umgeht.

Frage: Sie sind in Haiti geboren, leben in Montreal, Miami, New York und Paris. Wo sind Sie Zuhause?

Antwort: Die ganze Literatur des 19. Jahrhunderts hat sich mit der Frage nach dem «Zuhause» befasst. Das ist ein komplexes Thema. Ich fühle mich zum Beispiel in den Cafés in Paris Zuhause. Vielleicht deshalb, weil ich mit Haiti ein zu schmerzhaftes Zuhause hatte und mich von dieser emotionalen Masse befreit habe.

ZUR PERSON: Dany Laferrière wurde 1953 in Port-au-Prince, Haiti, geboren. Seine mehr als 30 Werke haben stark autobiografische Züge. Für «Das Rätsel der Rückkehr» erhielt er 2014 in Berlin den Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt. Im Jahr 2013 wurde er auf Lebenszeit in die «Académie française» gewählt. Seit der Gründung der Sprachinstanz im Jahr 1635 ist er das zweite Mitglied ohne französische Staatsangehörigkeit.

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Paris (dpa) - Paris, London, Los Angeles und neun weitere Großstädte wollen zum Klimaschutz ab dem Jahr 2025 nur noch Busse ohne CO2-Ausstoß kaufen. In einer am Montag in der französischen Hauptstadt unterzeichneten Erklärung verpflichten die
Paris (dpa) - Französische Aktivisten wollen dem katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont im Fall einer Eskalation des Konflikts mit Madrid Unterschlupf geben. Man habe Puigdemont und seiner Regierung Gastfreundschaft in der Region von
Danielle Darrieux war eine legendäre Schauspielerin. Mit 100 Jahren ist sie gestorben. Aus diesem Anlass zeigt Arte nun gleich zwei Spielfilme mit ihr als Hommage an sie.Berlin (dpa) - Die französische Theater- und Filmschauspielerin Danielle
Marseille (dpa) - Nach der gelb-roten Karte für Stürmerstar Neymar im Spiel gegen Marseille haben der PSG-Spieler und sein Trainer die Schiedsrichterentscheidung kritisiert. «Ich glaube, dass der Platzverweis übertrieben war, ungerecht war»,
Bastia (dpa) - Ein Waldbrand hat im Norden Korsikas rund 1600 Hektar (16 Quadratkilometer) Vegetation verwüstet. Das auf dem Gebiet der Gemeinde Ville-di-Paraso ausgebrochene Feuer war am Montagvormittag nach Angaben der Feuerwehr noch nicht unter
Bastia (dpa) - Ein Wald- und Buschbrand hat im Norden Korsikas rund 2000 Hektar (20 Quadratkilometer) verwüstet. Das auf dem Gebiet der Gemeinde Ville-di-Paraso ausgebrochene Feuer breite sich inzwischen nicht weiter aus, teilte die Präfektur am
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Lille (dpa) - Gastgeber Frankreich steht im Halbfinale der Handball-Weltmeisterschaft. Der Titelverteidiger besiegte am Dienstag im Viertelfinale Schweden mit 33:30 (15:16). In der Vorschlussrunden-Begegnung am Donnerstag treffen die Franzosen auf
Glücklich ist der, der auf der vergeblichen Suche nach einem Parkplatz die Brücke vor Fabrezan schon wieder gequert hat: Beim Blick zurück bezaubert das Panorama am Zusammenfluss von Orbieu und Nielle, das vom markigen Turmquader beherrscht wird.
Historienfilmreifer Blick: Von einer der beiden alten Steinbrücken, deren ältere aus dem 11. Jahrhundert stammt, entdecken wir keine Spur des 21. Jahrhunderts. Zur Linken hocken trutzig granit- und sandsteinfarbene Bruchsteinfassaden am Ufer des
Von oben betrachtet sieht Gruissan aus wie ein Komet, der dabei ist, seinen Schweif zu verlieren: ein Stern mit nur wenigen Zacken im weiten Meer des schwarzen Alls. Und tatsächlich hat der ehemals bedeutende Hafen, von dem aus die Fischer die
Seit der Schwarze Prinz die Stadt geplündert hat, geht es in Limoux wie verhext zu. Der Sohn des englischen Königs Eduard III. löste womöglich im Hundertjährigen Krieg (1337-1453) eine Bewegung aus, die selbst die Kölner Jecken in den Schatten
Von Ciceros Ausspruch, durch die Hauptstadt der Provinz Gallia Narbonensis, der ersten römischen Kolonie außerhalb Italiens, führe die „Straße der Latinität“, ist nicht mehr als das lebendige Durcheinander auf den von mächtigen Platanen
Wetter

Paris


(24.10.2017 02:04)

10 / 13 °C


25.10.2017
12 / 20 °C
26.10.2017
11 / 20 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

banner

banner

banner

banner

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum