LÄNDER
STÄDTETIPPS
TOURENTIPPS
PROFI SUCHE
Also schwieg Zarathustra
Aserbaidschan
Aserbaidschan, Land der Waisen, ist noch auf der Suche nach der zeitgemäßen Antwort auf „Gut und Böse“
Galerie
Im heutigen Aserbaidschan, das trotz offizieller demokratischer Staatsform, seit 1992 kaum eine unbeanstandete Wahl über die Bühne brachte, ist das freilich nicht mehr ganz so leicht. Laut Transparacy International zählt das Land zu den korruptesten der Erde. Im Konflikt um die autonome Republik Berg-Karabach liegt Arschaibadschan außerdem im Dauerclinch mit dem Nachbarn Armenien. Schon in der Antike spielte der Schmierstoff der Weltwirtschaft in Aserbaidschan eine wichtige Rolle. Das Erdöl wurde als Konservierungsmittel und Brennstoff für die Flammen in den zoroastrischen Feuertempeln verwendet, wo der Zarathustra-Kult der reinigenden Wirkung des Feuers huldigte. Ein scheinbar nie versiegender Fundort war die Halbinsel Apsheron, wo 1907 eine der weltweit ersten Ölpipelines gebaut wurde. Magnaten wie Hadji Musa Taghiyev und Seid Mirbabayev machten gemeinsame Sache mit den Rockefellers und Rothschilds, so dass sich Baku bald in eine glitzernde Metropole mit prunkvollen Palästen, Konzerthäusern und prachtvollen Villen verwandelte. Heute konkurrieren mehr als zwanzig internationale Konsortien um die Öl- und Gasfelder im aserbaidschanischen Hoheitsgebiet des Kaspischen Meeres. Die Normalbevölkerung hat freilich bisher herzlich wenig von diesem Boom – außer dramatischen Umweltzerstörungen durch die On-shore-Felder vor der Stadt.
Auf eine ganz andere Welt trifft der Besucher hinter den Doppelmauern der mittelalterlichen Stadtbefestigung Bakus. Im herausgeputzten Altstadtkern prägen orientalisches Flair Gassen und Plätze mit der Mohammed Ibn Abubekir-Moschee, dem knapp 1000 Jahre alten Synyk Kala-Minarett, der Palastanlage des Shirvan-Shahs und dem burgartigen Jungfrauen-Turm, schön restaurierten Karawansereien, Teppichgeschäften und türkischen Bädern. Auch die Umgebung von Baku geizt nicht mit touristischen Reizen. Auf der Halbinsel Apsheron kann man sich im Atashgah- Tempel (16. Jahrhundert) der Feueranbeter ein Bild vom Zarathustra-Kult machen. Die Burgen von Mardakan thronen mächtig über dem Kaspischen Meer. Neusteinzeitliche Künstler haben sich auf freiliegenden Felsblöcken der Vulkanlandschaft Gobustans auf mehr als 4000 Stein-Zeichnungen verewigt. Etwas weiter südlich an der Küste erfreut die Region Lenkoran mit feucht-subtropischem Klimas, Orangen- und Zitronenbäumen und einer Vielfalt an Fauna und Flora, die sich im Nationalpark „Gizilagach“ mit seinen über 220 Vogelarten, im „Gircan“ mit seinen seltenen Baumarten und im nahegelegenen „Lerik“ bewundern lässt.
Ganja, transkaukasisches Handelszentrum an der alten Handelsroute Tiflis-Baku im Nordwesten des Landes am Fuße des Kleinen Kaukasus ist die nach Baku zweitgrößte Stadt. Hierher zog es im 19. Jahrhundert mehrere hundert deutsche Familien, die aus der politischen Beengtheit und wirtschaftlichen Not ihrer alten Heimat ausbrechen wollten. Anders als heute hatte der Kaukasus als mögliches Auswanderungsland einen überaus positiven Klang. Die Flüchtlinge aus Württemberg gründeten in der Nähe von Gandsha 1816 „Helenendorf“, heute Khanlar, und Annenfeld, das jetzt Shamkir heißt, mit der Ruinenstätte des mittelalterlichen Alt-Shamkir.
Shamakhi, einst bedeutender Handelsposten an der Seidenstraße mit Moschee aus dem 10. Jahrhundert, der Gulistan-Festung (11. Jhd..) und Mausoleum (15. Jhd.). Shamkir, liegt auf 800 Metern Höhe am Südhang des Großen Kaukasus. Sheki, einstiges Zentrum der Seidenraupenzucht und seinem berühmten Palast des Khans, beherbergt seine Gäste in der mittelalterlichen Karawanserei, die stilvoll zu einem Hotel umfunktioniert wurde. Hochgebirgstouren sowie Jagd- und Angelausflüge bietet etwas nordwestlich davon das 540 Meter hoch gelegene Zagatala. Kunst und Kultur der Seldschuken gibt es in der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan zwischen Armenien und dem Iran zu entdecken. Auge in Auge mit dem auf türkischem Boden liegenden Ararat entfaltet sich eine dramatische Gebirgslandschaft, die aufgrund ihres Reichtums an Mineralwasserquellen für die Errichtung neuer Kurbäder prädestiniert ist.
Das Kaspische Meer im Osten Aserbaidschans, in der die mächtigen Ströme Wolga, Kura, Gorgan und Atrek fließen, ist das größte binnenländische Wasserreservoir der Welt – mit rund 370.000 Quadratkilometern bedeckt es mehr als die Fläche Deutschlands. Umweltpolitisch belasten die größten Erdöl- und Erdgaslagerstätten der Welt die Region, weshalb Badetourismus tunlichst weit ab der Erdölgewinnungszonen zu empfehlen ist. Den begehrten Kaviar liefern die großen Störbestände des Kaspischen Meeres.
Der höchst Gipfel Aserbaidschans, der Bazarduzu mit 4485 Metern, erhebt sich im Großen Kaukasus im Landesnorden. Der Kleine Kaukasus mit bis zu 3724 Meter hohen Bergen prägt den Süden und Westen. Dazwischen breitet sich die transkaukasische Senke aus, die Kura-Arax-Niederung genannt wird. Im Südosten begrenzt das Talysch-Gebirge (bis 2492 Meter hoch) die fruchtbare Niederung von Kura und ihres rechten Nebenflusses Arax wird. Acht Klimazonen verdankt das subtropische Land den enormen Reliefunterschieden und der Lage am Kaspischen Meer. In den Gebirgs- und Hochgebirgslagen herrschen Trockenwald und in größeren Höhen Mischwald vor. Steppenklima mit milden Wintern und heißen Sommern prägen die Kura-Ebene. Der Einfluss des Kaspischen Meeres beschert dem Lenkoran-Tiefland feuchtwarmes Klima mit hohen Niederschläge und einer vielfältigen Vegetation.
Die Gastfreundschaft der Aserbaidschaner ist sprichwörtlich. Nach einer alten Legende sollen die Bewohner dieses Landstrichs bei der Verteilung der Erde zu spät gekommen sind. Auf die verwunderte Frage Gottes, was sie denn so lange getrieben hätten, antwortete der aserbaidschanische Vertreter: „Wir hatten Gäste, die konnten wir ja schlecht wegschicken.“ Zum Lohn für soviel Dienst am Gast vermachte der Herrgott den zu spät Gekommenen ein kleines, fruchtbares Paradies zwischen Kaukasus und kaspischem Meer. Die Freigiebigkeit der Einheimischen können Reisende heute noch hautnah miterleben. Als Gast bei einer Familie wird man deren Haus nicht nur randvoll mit den Spezialitäten des Landes, sondern auch mit einigen Souvenirs, Blumen oder Delikatessen verlassen. Kleine Gegengeschenke erhalten da die Freundschaft. Entsprechend der islamischen Tradition halten sich die gastgebenden Frauen meist sehr im Hintergrund, servieren das Essen, nehmen aber in der Regel selbst nicht daran teil..Umgekehrt kann die die ausgesuchte Höflichkeit, die weiblichen Reisenden zugedacht wird, für westliches Empfinden in eine aufdringliche Aufmerksamkeit ausarten.
Überblick
Kommentare zu diesem Artikel
Diesen Artikel empfehlen
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
REISEPORTAL
BakuDer "Qız Qalası", Teil der alten Festungsanlage der Stadt"Baku" (aserbaidschan. "Bakı"/ باکی; russ. Баку/"Baku") ist die Hauptstadt Aserbaidschans mit 1.116.513 Einwohnern in der engen Stadtgrenze; 2.036.000 Menschen leben in der
"Yevlax" (auch "Yevlakh", "Avlakh" und "Jewlach") ist eine Stadt in Aserbaidschan. Die Stadt hat Bezirksstatus und ist selbst vom Bezirk (Rayon) Yevlax umgeben. In der Stadt nahe dem Fluss Kura lebten 2008 über 56.700 Einwohner. über die größten
Geographische Lage von StepanakertParlamentsgebäude in StepanakertEine Hauptstraße in Stepanakert"Stepanakert" (, , aserbaidschanisch Xankəndi oder Xankändi) ist die Hauptstadt von Bergkarabach, einer zwischen Armenien und Aserbaidschan
"Salyan" ist eine Stadt in Aserbaidschan. Sie ist Hauptstadt des Bezirks Salyan. In der Stadt lebten über 37.900 Einwohner. über die größten Städte Aserbaidschans eografiHauptbahnhof von SalyanSalyan liegt am Fluss Kura. eschichtDie Stadt war
"Quba", auch "Guba", ist eine Stadt in Aserbaidschan. Sie ist Hauptstadt des Bezirks Quba. Die Stadt liegt auf etwa 600 m Höhe an des Ufern des Flusses Kudyal.In der Stadt leben über 22.000 Einwohner. über die größten Städte Aserbaidschans
"Qazax", auch "Gazakh", ist eine Stadt in Aserbaidschan. Sie ist Hauptstadt des Bezirks Qazax. In der Stadt leben über 20.500 Einwohner. Kultur und ErholungIn der Stadt sind viele Gebäude aus dem 18. Jahrhundert erhalten geblieben, darunter die
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
NACHRICHTEN
Es lauft weiter wie geschmiert für die deutschen Basketballer. Auch die Hürde in Aserbaidschan nahm das Team von Bundestrainer Svetislav Pesic ohne Probleme. Baku/Frankfurt (dpa) - Die deutschen Basketballer haben die Hinrunde in der
Es gibt Asien-Spiele, Afrika-Spiele, panamerikanische Spiele, aber bisher keine für Europa. 2015 sollen nun in Baku die ersten Europa-Spiele ausgetragen werden - zunächst nur als Probelauf. Rom/Stuttgart (dpa) - 2015 werden die Europa-Spiele in
Nach den jüngsten Protesten der Opposition in Aserbaidschan hat die Grünenfraktion im Bundestag ihre Kritik an der Ausrichtung des Eurovision Song Contest in dem autoritär regierten Land verschärft. Berlin (dpa) - Der Musik-Wettbewerb
Nach den jüngsten Protesten der Opposition in Aserbaidschan hat die Grünenfraktion im Bundestag ihre Kritik an der Ausrichtung des Eurovision Song Contest in dem autoritär regierten Land verschärft. Berlin (dpa) - Der Musik-Wettbewerb
Straßburg (dpa) - Brutale Polizisten, inhaftierte Journalisten und Willkürjustiz: Der Europarat hat Aserbaidschan zu grundlegenden Reformen gedrängt, um den Grundsätzen des Europarates zu entsprechen. Die Regierung von Präsident Ilcham Alijew
Bakı(22.05.2013 09:46) 15 / 22 °C |
|
|
||||||
| powered by wetter.com | |||||||
Börsenberichte
Press release - Energy ...Pressemitteilung - Wei ...
Press release - Energy ...
Pressemitteilung - Wei ...
New Documents Suggest ...Moscow Says Top Islami ...
New Documents Suggest ...
Moscow Says Top Islami ...
Shooting Star Gioni dr ...Biennale-Eröffnung woh ...
Shooting Star Gioni dr ...
Biennale-Eröffnung woh ...
2700 Biere im «Deliriu ...Edles Bäder- Vergnügen ...
2700 Biere im «Deliriu ...
Edles Bäder- Vergnügen ...
In Tschechien riesige ...Lidl Tschechien verkau ...
In Tschechien riesige ...
Lidl Tschechien verkau ...


















































weiter




